Erfahrungsbericht Auslandsjahr Québec City

Französisch, Freunde und einzigartige Erlebnisse

Hallo, mein Name ist Carla und ich habe mein Auslandsjahr 2023/24 in Québec City verbracht. Da ich schon immer Französisch lernen wollte, hatte ich mich entschieden in den französischsprachigen Teil Kanadas zu gehen. Wie sich später herausstellen sollte, war das eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. 

 

Am 26. August 2023 war es so weit: Mein großes Abenteuer ging los. Der Abschied fiel mir sehr schwer und ich hatte, bis ich am Flughafen war, gar nicht richtig realisiert, was es bedeuten würde, alles, was ich kenne, zu verlassen. Ich habe aber versucht, mich mit dem Gedanken an die bevorstehenden Erlebnisse abzulenken.

 

Ich bin mit einem anderen Mädchen von Breidenbach Education geflogen, die auch später auf dieselbe Schule gegangen ist, aber eine Stufe unter mir war. Wir sind von Frankfurt nach Montréal und dann weiter nach Québec geflogen. Dort wurden wir beide am Flughafen von unseren Gastfamilien abgeholt. In der ersten Nacht war ich so aufgeregt, dass ich kaum geschlafen habe.

 

Meine Gasteltern waren mir jedoch direkt sympathisch. Sie sind ein junges Paar, die als Lehrer an meiner Schule gearbeitet haben. Wir waren ein perfektes Match: wir hatten denselben Humor und viele gemeinsame Interessen. Ich habe mit ihnen im Laufe des Jahres viel unternommen, wie zum Beispiel Filmeabende, Rodeln, ein Eishockey-Spiel ansehen, Schlittschuhlaufen, Tennis spielen und ein Wochenende in Montréal, an dem wir uns unter anderem ein Länderspiel der kanadischen Fußballerinnen angeschaut haben. 

 

Mein absolutes Highlight war aber unsere unvergessliche Reise in den Frühlingsferien. Wir sind zusammen in den Westen geflogen und haben uns dort Vancouver, Victoria, Calgary, Banff, Jasper und Edmonton angesehen. 

 

Der Beginn in der Schule war erstmal sehr anstrengend, da alles auf Französisch zu verstehen erstmal schwer war.  Gleichzeitig war ich auch damit beschäftigt, Freunde zu finden. Da ich schon immer sehr offen war, habe ich immer versucht unterschiedliche Leute in meiner Klasse oder in Kursen anzusprechen. 

 

Zwei Leute aus meiner Klasse haben mich dann nach ein paar Tagen zum ersten Mal eingeladen, etwas mit ihnen und ihrer Freundesgruppe außerhalb der Schule zu unternehmen. Ich war zunächst etwas aufgeregt, aber wie sich herausstellte, wurden genau diese Leute zu meinem engsten Freundeskreis, mit dem ich bis heute befreundet bin. 

 

Eines der Mädchen wurde sogar meine beste Freundin dort, und ich war in den Herbstferien eine Woche bei ihr und ihrer Familie. An Ostern hat sie mich in ihr Chalet, das an einem schönen See gelegen ist, eingeladen. 

 

Ich bin unendlich dankbar darüber, dass ich echte Freunde fürs Leben gefunden habe. Natürlich hatte ich Glück, dass es bei mir gepasst hat, aber auch die anderen Austauschschüler an meiner Schule, die sich angestrengt haben, sich mit den Jugendlichen von dort anzufreunden, haben echte Freundschaften geschlossen.

 

Québec an sich sticht als Provinz heraus, da sie die einzige vollständig französischsprachige Provinz Kanadas ist. Ich hatte mich für die zweitgrößte Stadt der Provinz, Québec City, entschieden, denn für mich kam eine Kleinstadt eher nicht in Frage. Ich finde, dass Québec eine perfekte Größe hat: nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Die Stadt bietet vieles: eine wunderschöne Altstadt mit viel Charme, aber auch junges Leben, da es eine Universitätsstadt ist. Außerdem ist man durch das Bussystem sehr gut angebunden und man kann fast alles problemlos und selbstständig erreichen.

 

Auch meine Schule, das Collège St. Charles-Garnier, war für mich auch eine gute Wahl, da die Leute dort offen sind und die Schule viele Aktivitäten anbietet. Es gibt beispielsweise Feierlichkeiten zu allen Festen (Halloween, Weihnachten, Valentinstag, Ostern usw.) bei denen es Stände mit Essen, Musik oder Spielen gibt. An Weihnachten gab es sogar ein Feuerwerk!

 

Dazu kommen auch Schulreisen und ein spezieller Sommerfest-Tag, an dem man zwischen vielen einzigartigen Aktivitäten eine wählen kann. Meine Freunde und ich waren zum Beispiel in einem Freizeitpark in Montréal.

Um mein Ziel, Französisch zu sprechen zu erreichen, musste ich mich außerdem zwingen nicht auf Englisch zu sprechen, da es in Kanada leicht ist, den „einfachen Ausweg“ zu nehmen und einfach kurz ins Englische zu wechseln. Doch das durfte ich mir gar nicht erst angewöhnen. An meiner Schule wurde es auch gefördert Französisch zu sprechen, da ich mit anderen internationalen Schülern separaten Französischunterricht hatte. 

 

Nach einer Zeit begann ich dann nur noch auf Französisch zu reden und meine Kenntnisse immer weiterzuentwickeln und zu festigen. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich so viel mit meinen Freunden und meiner Gastfamilie gesprochen habe. Eine dritte Sprache fließend zu sprechen, wird für immer eine nützliche Fähigkeit sein, die sich bestimmt noch als sehr hilfreich aufweisen wird.

 

 

Gegen Ende hatte ich dann auch noch zwei andere unvergessliche Erlebnisse: den Abschlussball meiner Schule im großen Schloss von Québec, dem Château Frontenac und das Musikfestival „Festival d’été de Québec“ wo 2024 Künstler wie Post Malone, 50 Cent und die Jonas Brothers aufgetreten sind.

 

Wie man sich vorstellen kann, fiel mir der Abschied sehr schwer. Natürlich habe ich mich auf meine Eltern, meinen Bruder und meine Freunde gefreut, aber ich konnte erstmal nur an alles denken, was ich zurücklassen würde. So viele schöne Erinnerungen und alles, was ich mir über dieses Jahr selbst aufgebaut hatte. Es sind viele Tränen geflossen, aber es war sicherlich nicht mein letztes Mal, dass ich die, die mir viel bedeutet haben sehe oder das letzte Mal, dass ich in der Stadt war, die ich für ein Jahr mein Zuhause nennen durfte.

 

Ich habe so unfassbar viel gelernt und möchte mich ganz herzlich bei Breidenbach Education bedanken mir so ein unvergessliches Jahr ermöglicht zu haben.

 

 

DANKE!