Nina verbringt ein Auslandsjahr in West Vancouver

Kanada weckt neue Leidenschaften und Perspektiven

Die 15-jährige Nina aus Duisburg in Nordrhein-Westfalen ist seit August 2018 mit Breidenbach Education in Kanada. Sie besucht eine Schule in West Vancouver, einer Nachbarstadt von Vancouver in British Columbia. Die Stadt liegt direkt an der Westküste am Pazifik. Für Kanadablog.de hat sie in einem Interview über ihr Auslandsjahr Auskunft gegeben. 



Liebe Nina, du wirst noch bis Ende Juni in Kanada sein. Kannst du dich noch an die ersten Tage dort erinnern?

 

Ich bin am 17. August 2018 angekommen, also etwas früher als die meisten Internationals, da ich noch an einer Orientierungswoche meines Schuldistriktes teilgenommen habe. Seit meiner Ankunft hier in Kanada lebe ich in einer "traditionellen" Gastfamile mit Mutter, Vater und zwei Töchtern. Die jüngere Tochter ist in meinem Alter und hat mir viel über das Leben als Teenager in Vancouver beigebracht. Konzerte, Einkaufszentren usw. kannte ich deshalb schon bevor die Schule anfing. Meine ältere Gastschwester ist gerade auf einer Uni in Ontario, ich durfte sie aber in den Winterferien kurz kennenlernen, was das Familienleben praktisch komplettiert hat.

 

Du fühlst dich also wohl in deiner Gastfamilie?

 

Ja! Was meine Gasteltern angeht, hat Breidenbach Education mit der Auswahl ganze Arbeit geleistet! Unsere Persönlichkeiten sind zum Glück sehr kompatibel, wir sind alle sehr "laid back" und lachen gerne, auch wenn mal was schiefläuft. Nur zwei Wochen nachdem ich eingezogen war, hat mein Gastvater zum Beispiel unser Abendessen in Flammen gesetzt. Er hat versucht Burritos zu machen, doch als meine Gastmutter nach ihnen schauen wollte, waren die Burritos nur noch eine große Flamme! Wir lachen heute noch über diese Situation! 

Am dankbarsten bin ich allerdings für meine mexikanische Gastschwester. Auch sie flog erst am Anfang des Jahres nach Kanada, und wir haben so viele Herausforderungen gemeinsam gemeistert, wie beispielsweise den ersten Tag in der Schule.

 

Kannst du die Gegend beschreiben, in der du nun gerade lebst?

 

Die Stadt West Vancouver, in der ich lebe, ist ein Vorort von Vancouver. Sie liegt praktisch zwischen dem Pazifik, den Bergen und der größten und internationalsten Stadt in British Columbia. Das hat den Vorteil, dass auch exotischere Sportarten wie Segeln oder Ski fahren hier günstig zugänglich sind. Beide wurden an meiner Schule auch als Sportclubs angeboten. Auch unabhängig von jeglichen Aktivitäten ist die Aussicht natürlich unglaublich, gerade im Winter. Da erstrecken sich riesige, schneebedeckte Berglandschaften über dem glitzernden Ozean, wirklich unbezahlbar. Mein persönlicher Favorit ist allerdings das Bild von Downtown Vancouver spät am Abend, also atemberaubende Wolkenkratzer hell erleuchtet im Dunkeln.

Was ich auch toll finde, sind die vielen Parks, in denen man sich gemütlich mit Freunden ans Wasser setzen kann, oder auch der "Seawalk", eine Joggingstrecke direkt am Meer. Wenn man mal richtig ausgehen möchte, hat gerade erst ein Kino im Shoppingcenter eröffnet. Das liegt etwa 15 Minuten von meiner Schule entfernt. Zu all diesen Aktivitäten kommt man zum Glück sehr einfach mit Bussen, das ist in Kanada keine Selbstverständlichkeit. Außerdem ist die größte Universität British Columbias, die University of British Columbia, auch nur eine Stunde entfernt. Ich habe dort mit meinen Freunden an einigen Workshops und Vorlesungen teilgenommen, eine Möglichkeit, die ich in Deutschland noch nie hatte.

 

Apropos Deutschland – wie hast du doch denn bei deiner Abreise nach Kanada gefühlt?

 

Als ich mit meinen Eltern am Flughafen stand, habe ich kaum realisiert, dass es jetzt los geht. Ich war einfach in den Wochen zuvor so aufgeregt gewesen, dass meine Aufregung an dem tatsächlichen Tag gar nicht so groß war. Aber als meine Mama angefangen hat, zu weinen, habe ich doch ein paar Tränen vergossen. In dem Moment habe ich einfach gesagt "Augen zu und durch", ein Motto, das mir in vielen Situationen dieses Jahr behilflich war. Ich habe daran geglaubt, dass ich das alleine kann. Und ich konnte es. Der Flug nach Kanada war mein erster Flug alleine und ich hatte schon ein wenig Panik. Das Team von Breidenbach Education hatte mich aber mit zwei weiteren Teilnehmern auf den Flug gebucht, die auch für ihr Auslandsjahr nach West Vancouver geflogen sind. Das hat mir viel Sicherheit gegeben und war besonders auf dem Langstreckenflug sehr angenehm. Erst auf kanadischem Boden wurde es dann komplizierter, da man sein Visum abholen und den Fahrer finden musste... Das Handbuch, das ich dafür von Breidenbach Education bekommen habe, war aber sehr hilfreich und der ganze Prozess ist viel einfacher als es scheint. Sobald ich mein Visum hatte, wurde ich dann auch direkt zu meiner Gastfamilie gefahren und mein Auslandsjahr in Kanada begann.

 

Wie war dein Eindruck von Land und Leuten nach deiner Ankunft?

 

Kanadier sind unter den freundlichsten und sozialsten Menschen, die ich je treffen durfte. Schon am ersten Tag in Kanada, als meine Gastmutter mir das örtliche Communitycentre zeigte, unterhielt sie sich mit wildfremden Leuten im Aufzug. Zumindest in Deutschland hatte ich vorher noch nie eine komplette Konversation im Fahrstuhl gehalten, aber Kanadier sind einfach sehr "outgoing". Dementsprechend einfacher ist es auch, neue Leute kennenzulernen. Eine Sorge, die sich zum Glück als unwahr herausgestellt hat, ist, dass ich wegen meines Akzentes oder einfach meines Fremdseins gemieden oder sogar ausgelacht werden könnte. Kanada ist, genau wie die USA, ein sogenannter "Melting Pot". Menschen von überall wandern seit Jahrhunderten nach Kanada aus, und viele Kanadier sehen sich heute noch als Immigranten. Ein großer Teil ihrer Kultur ist deshalb Toleranz. Ich kenne nicht einen Kanadier, der jemanden für seine Aussprache auslachen würde, selbst unter denjenigen, mit denen ich nicht befreundet bin. 

 

Wie verlief der Start an deiner kanadischen Schule?

 

Der Start in meiner neuen Schule war in mancherlei Hinsicht wie der Wechsel von der Grundschule auf das Gymnasium. Nur waren die ersten zwei Tage an meiner Schule sehr eng getaktet, also man hatte zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sein. Deshalb waren die ersten Tage nicht besonders stressig, vor allem da wir kurze "Kennenlernstunden" mit jedem Lehrer hatten. Besonders hilfreich war aber vor allem Trick 17: Einfach fragen. Teilweise haben mich Mitschüler direkt vor meine Klassentür geführt, obwohl sie eigentlich woanders hinmussten. Hier zeigt sich wieder die hilfsbereite Kultur Kanadas, egal wie komisch ich mir auch selbst vorgekommen sein mag, die Kanadier waren nie genervt.

 

Ist der Unterricht ähnlich wie in Deutschland?

 

Der Unterricht in den traditionellen Fächern wie Mathe unterscheidet sich nicht besonders von dem in Deutschland. Ich habe jedoch das Glück, das West Vancouver sehr wohlhabend ist, deshalb ist auch meine Schule, die West Vancouver Secondary, sehr gut ausgestattet. Jeder Raum hat ein Whiteboard, einen Overheadprojektor und einen Laptop. Es gibt mehrere sehr moderne Turnhallen, Tennisplätze und einen großes Footballfeld. Meine Schule hat eine eigene Schreinerei und Autowerkstatt, da man beides als Kurse belegen kann.

Trotzdem sind die kanadischen Schulen in den meisten Fächern nicht so weit wie Deutschland und man sollte sich darauf einstellen, viel nachzuholen, wenn man zurück ist. Dafür lerne ich allerdings einiges, das ich in Deutschland gar nicht gelernt hätte. Es ist einfach ein komplett anderer Lehrplan. An meiner Schule (und soweit ich weiß an den meisten kanadischen Schulen) kann man aber in individuellen Fächer in andere Klassenstufen gehen. Eine Freundin von mir hat beispielsweise Französisch in der 12. genommen, obwohl sie in der 10. Stufe war. Ich selbst nehme Mathe 11.

 

Hast du schnell Freunde gefunden? 

 

Um Freunde zu finden, muss man einfach mutig sein. Obwohl ich normalerweise nicht die sozialste Person bin, habe ich mich am Anfang des Jahres einfach mal neben ein paar Mädels gesetzt und mich vorgestellt. Nachdem die Konversation ein wenig in Gang gekommen ist, habe ich nach deren Nummer gefragt. Natürlich bin ich mir erstmal doof vorgekommen, aber wenn das klappt, dann ist das Ganze ein Selbstläufer, weil man in einem Freundeskreis drin ist. Ich habe am Anfang des Jahres ein Mädchen namens Anna kennengelernt. Sie hat mich dann ihren Freunden vorgestellt, die mich wiederum ihren Freunden vorgestellt haben. Letztlich habe ich dann mit Anna und den anderen eine tiefe Freundschaft entwickelt. Ich habe aber auch außerhalb dieses Kreises einige Freunde, die ich vor allem durch außerschulische Aktivitäten kennengelernt habe. 

Ab einem bestimmten Punkt wurde es einfacher, Freundschaften zu schließen. Der Kunstraum meiner Schule war ein echter 'place to be', eine Art Knotenpunkt für alle, die Memes und Musik mögen. In den Pausen sind also alle ab in den Kunstraum, haben sich unterhalten und gelacht, egal ob man sich kannte oder nicht. Für mich sind die Erinnerungen an diesen Raum magisch und er hat mich zu einem offeneren Menschen gemacht. Dort habe ich viele meiner heutigen Freunde kennengelernt.

 

Wie sieht dein Alltag aus? 

 

Morgens stehe ich ungefähr zur selben Zeit auf wie in Deutschland und werde dann gegen 8 Uhr von meiner Gastmutter zur Schule gefahren. An Dienstagen gehe ich aber früher aus dem Haus, da das Tennisteam meiner Schule morgens Training hat. Die Schule beginnt um 8:30 Uhr, also eine halbe Stunde später als meine deutsche Schule. Oft gehe ich nach der Schule nicht direkt nach Hause, sondern treffe mich mit meinen Freunden. Wir trinken dann gerne einfach einen Kaffee bei Tim Hortons. An vielen Tagen habe ich direkt nach der Schule Sport, z.B. Tennis- oder Schwimmtraining. In den Community Centers kann man für sehr wenig Geld hochwertiges Training in vielen Sportarten erhalten, was auch von einigen Leuten nach der Schule genutzt wird. Sonst mache ich abends meist Hausaufgaben oder schaue mir Filme an. Ehrenamt wird in Kanada großgeschrieben und auch ich arbeite ehrenamtlich im Vancouver Aquarium. Meine Arbeit dort spielt sich vor allem am Wochenende ab – das macht großen Spaß. An Sonntagen gehe ich gerne mit meinen Freunden in die Innenstadt, also Vancouver, oder ich ruhe mich einfach ein wenig aus.

 

Welche Fächerkombination hast du gewählt und wie gefallen dir die Kurse?

 

In Kanada gibt es neben den klassischen Fächern häufig auch einige exotische Optionen. Ich hatte drei Wahlfächer und habe Spanisch, Kunst und Gitarre gewählt. Sonst hätte ich auch noch Fächer wie Textiles, Foods and Nutrition oder Rock Band nehmen können. 

Spanisch ist an meiner Schule komplett anders als in Deutschland. Ich lerne hier durch Lieder und Geschichten, nicht durch Vokabeln und Grammatik pauken. Ich war am Anfang selbst skeptisch, doch muss sagen, dass ich durch diese Methode sehr viel gelernt habe, gerade auch Alltagssprache. Inzwischen lesen wir als Klasse schon kleine Bücher mühelos!

Genauso überrascht war ich auch von Kunst. Kunst ist in Deutschland mein schwächstes Fach und ich habe es eher aus Not als aus Passion gewählt. Doch der kanadische Lehrplan beinhaltet keine Kunstgeschichte, oder Theorie, sondern reine Kreativität. Jeder Schüler führt ein Sketchbook an dem jede Stunde gearbeitet wird, mit der Hilfe des Lehrers, aber aus der eigenen Kreativität. Niemals hätte ich gedacht, dass ich im Stande bin meine Ideen in Bildern umzusetzen, doch mein Kunstlehrer hat es aus mir rausgeholt. Neue Techniken habe ich sowohl von ihm als auch von meinen Klassenkameraden gelernt und die auf meine eigenen Werke angewandt. Auch wenn es eine sehr untraditionelle Art zu lernen war, ich werde nie wieder mehr aus einer Klasse mitnehmen als dieser.

Gitarre war dagegen wohl das einzige Fach, dass ich im Nachhinein lieber getauscht hätte. Ich persönlich bin einfach nicht für Instrumente gemacht, obwohl es häufig Spaß gemacht hat. Trotzdem habe ich in diesem Kurs eines meiner Lebensziele erreicht. Ich kann "Stairway To Heaven" auf der Gitarre spielen.

 

Hast du auch Plätze außerhalb deines Wohnortes kennengelernt?

 

Während der Orientierungswoche war ich bereits in Victoria und später in Nanaimo auf Vancouver Island. Nanaimo ist das absolute Gegenteil von meiner Heimatstadt Düsseldorf; die Leute dort kennen sich seit 40 Jahren und jeder geht in Jogginghosen auf die Straße, was total cool ist. In Düsseldorf würde man das sicher nicht machen. Besonders freue ich mich jetzt auf meinen anstehenden Ausflug nach Seattle, was für nordamerikanische Verhältnisse ein Katzensprung von Vancouver aus ist. Ich bin ein großer Fan der Band Nirvana, die ja aus Seattle kommt. Auf dem Ortseingangsschild heißt es "Come as you are" und das werde ich auch!

 

Spielt Heimweh während deines Auslandsjahres für dich eine Rolle?

 

Heimweh ist ein sehr individuelles Gefühl. Ich persönlich bin zum Glück ein recht eigenständiger Mensch und habe kaum Heimweh gehabt. Trotzdem habe ich natürlich häufig an meine Familie und Freunde gedacht, aber mit einem langen Telefonat legte sich das dann bei mir wieder. Was ich am meisten vermisst habe, ist immer jemanden zu haben mit dem man über alles reden kann, wie zum Beispiel meine Mutter oder meine beste Freundin.

Das einzige was man nicht machen sollte, ist jeden Tag mit seiner deutschen Familie zu telefonieren! Das verstärkt Heimweh und verhindert die Integration. Ich kannte ein Mädchen, dass genau das gemacht hat und sie ist dann leider schon nach vier Wochen wieder abgereist, weil sie so starkes Heimweh hatte. Die allermeisten Austauschschüler haben aber keine Probleme. Man muss sich nur fragen, ob man für zehn Monate seine Familie und Freunde verabschieden kann. Wenn die Antwort "Ja" lautet, wird Heimweh wahrscheinlich kein sehr großes Problem sein. Man lernt aber auf große Distanz auch seine eigene Familie zu schätzen und wie ähnlich man sich letztlich ist. Zum Beispiel hat sich jetzt wo ich vieles für mich selbst kaufe herausgestellt, dass ich ein totaler Sparfuchs bin, genau wie mein Vater.

 

Wie kam es dazu, dass du ein Auslandsjahr in Kanada machen wolltest?

 

Ich hatte schon immer Nomadenblut in mir und habe meine Eltern schon früh angebettelt zumindest nach England zu ziehen, aber sie haben einfach nicht nachgegeben. Also musste ich den Umzug selbst in die Hand nehmen. Interessanterweise war Kanada zunächst gar nicht meine erste Wahl, da ich schon immer Fan von Harry Potter und dem britischen Akzent war. Ich wollte stattdessen nach Großbritannien, am liebsten natürlich London. Eigentlich wusste ich aber, dass ein europäisches Land mein Fernweh nicht befriedigen würde. Über die Sommerferien kam dann die Familie meiner besten Freundin zu Besuch, die im fernen Kanada lebt. Ich unterhielt mich lange mit ihrem Cousin und kam begeistert wieder nach Hause. Das ist es! Eine ganz neue Kultur und eine Diversität von Land und Leuten, die man sonst höchstens noch in den USA findet, nur ohne Trump! Die Kirsche auf der Sahnetorte war allerdings, dass ich den Ort meines Austausches praktisch frei wählen konnte, was in den meisten Ländern ja nicht der Fall ist. Ich bin ein absoluter Stadtmensch und meine Wahl war letztendlich zwischen Toronto und Vancouver. Vancouver hat jedoch mit wunderschönen Landschaften überzeugt. Gerade meine Eltern schätzten auch das kanadische Bildungssystem wert, das als eine der besten der Welt gilt. Da ich die 10. Klasse nicht wiederholen wollte, war auch für mich eine adäquate Bildung im Gastland wichtig. Für mich war Kanada die absolut richtige Wahl. Kanada hat mich verändert. Es hat mich offener gemacht, mich neue Leidenschaften entdecken lassen, mir eine neue Perspektive gegeben, es hat mich kanadischer gemacht. Bald ist mein Abenteuer nun vorbei, doch Vancouver und Kanada werden für immer ein Teil von mir sein. Das kann mir keiner mehr nehmen!

 

Vielen Dank, liebe Nina für das tolle und ausführliche Interview. 

 

 

Interview mit Thilo Lenz

Pressereferent der Botschaft von Kanada

An der Botschaft für Kanada in Berlin ist Thilo Lenz verantwortlich für die Pressearbeit. Da er sich außerordentlich gut mit Kanada und der dortigen Schullandschaft auskennt, freuen wir uns sehr, dass er der Redaktion von kanadablog.de für ein Interview zur Verfügung stand. Die Antworten spiegeln die persönliche Sicht von Thilo Lenz wider und sind keine offizielle Auskunft der Botschaft von Kanada. 

 

Hallo Herr Lenz, schön, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit kanadablog.de genommen haben. Wir starten gleich mal mitten ins Thema: Weshalb werden High-School-Aufenthalte in Kanada immer beliebter?

Kanada konnte tatsächlich als einziges Zielland im vergangenen Jahr einen Zuwachs der Teilnehmerzahlen verzeichnen. Als Mitarbeiter der Botschaft von Kanada in Deutschland bin ich darüber natürlich sehr froh. Es zeigt, dass das positive Bild, welches Kanada in Deutschland hat, auch konkrete Auswirkungen hat. Die Gründe für die Wahl Kanadas sind bei den Jugendlichen sicherlich individuell verschieden. Das ausgezeichnete Bildungssystem Kanadas als PISA-Gewinner, die atemberaubende Natur und das Leben in lebendigen Städten sind bei der Entscheidung wichtige Faktoren. Es ist natürlich auch hilfreich, dass bei den Kanada-Programmen im Gegensatz zu den meisten USA-Programmen der Zielort relativ genau ausgesucht werden kann. Und zu guter Letzt spielt vielleicht die Popularität von Justin Trudeau auch eine kleine Rolle.

 

Was ist Ihrer Meinung nach der Hauptunterschied zwischen dem kanadischen und dem deutschen Schulsystem?

Beide Schulsysteme sind föderal organisiert, es ist also gar nicht so leicht sie zu vergleichen, weil es auf der deutschen Seite 16 Bundesländer und in Kanada zehn Provinzen und drei Territorien gibt, insgesamt also 29 verschiedene Systeme. In Deutschland hat es in den letzten Jahren sehr viele Veränderungen gegeben. Durch einige Reformen konnten deutsche Schülerinnen und Schüler ihre Leistungen und ihr Verhältnis zum selbstständigen Lernen sicherlich verbessern, und Deutschland schneidet im OECD-Vergleich inzwischen auch besser ab als zu Beginn des sogenannten PISA-Schocks vor 16 Jahren. Andere Reformen hingegen haben viele Schüler und vor allem die Eltern und Lehrer verwirrt. Als Stichwort nenne ich da die teils unübersichtliche Situation beim Thema G8/G9. Ich denke, dass der Hauptunterschied noch immer darin liegt, dass Kanada es besonders gut schafft, Schüler aus sehr unterschiedlichen kulturellen und sozialen Milieus zu integrieren. Die langjährigen Erfahrungen als Einwanderungsland mit klaren Zuständigkeiten sind in diesem Zusammenhang natürlich hilfreich. So besuchen alle Schülerinnen und Schüler einer Altersklasse den gleichen Schultyp und es gibt keine frühe Unterteilung wie in Deutschland, wo sich die Bildungschancen oftmals bereits ab der 5. Klasse stark unterscheiden.

 

Embassy of Canada
Thilo Lenz, Botschaft von Kanada

Unterscheidet sich das Schulsystem von Provinz zu Provinz? 


Die Schulsysteme unterscheiden sich von Provinz zu Provinz weil einerseits die Provinzen unterschiedlich sind in Bezug auf Demographie, Geographie und wirtschaftliche Stärke. Andererseits gibt es einige Unterschiede auf Grund der Zuständigkeit der jeweiligen Bildungsministerien der Provinzen in Bezug auf Entlohnung der Lehrkräfte und Aufbau der Curricula. Die Unterschiede liegen natürlich auch in der unterschiedlichen Ausstattung mit finanziellen Mitteln, so gibt es Provinzen mit höheren Bildungsausgaben pro Kopf als andere. Allerdings überwiegen die Gemeinsamkeiten zwischen den Provinzen, mit der Ausnahme von Quebec, wo es mit Französisch als offizieller Sprache und der Struktur der CEGEPS deutlichere Unterschiede gibt. In Quebec erreichen Schüler erst nach 13 Schuljahren die Hochschulreife, in allen anderen Provinzen beträgt die Dauer 12 Jahre. In Kanada spielen die School Boards auch eine wichtige Rolle, die meistens die Träger der Schulen sind und auch eine demokratische Mitsprache der Bürgerinnen gewähren. Die Schulsysteme unterscheiden sich also nicht nur von Provinz zu Provinz, sondern sogar von School Board zu School Board. Aber gerade in dieser Unabhängigkeit vor Ort liegt eine große Stärke des kanadischen Systems, weil die Verantwortlichkeiten direkt sichtbar sind.

 

Wie sieht der Schulalltag an einer kanadischen Schule aus?

In Kanada sind eigentlich alle Schulen Ganztagsschulen. Insbesondere in ländlichen Gebieten sind die Schulen auch das soziale Zentrum einer Gemeinde, so dass viele extracurriculare Tätigkeiten also Hobbies wie Sport und Arbeitsgemeinschaften auch in den Schulgebäuden stattfinden. Kanadische Schulen verfügen über Schließfächer, Mensen und haben in der Regel einfach mehr Platz, weil sie schon sehr lange Ganztagsschulen sind. Viele diese Errungenschaften, die über amerikanische Highschool-Filme auch Eingang in die Popkultur gefunden haben, gibt es natürlich inzwischen auch in Deutschland. Und der Ausbau der Ganztagsschulen schreitet hierzulande voran. Das breite Kurswahlangebot in Kanada ist ein großes Plus im kanadischen Schulalltag. Nicht selten findet der Unterricht in Kanada auch in Kreativwerkstätten, Computerlabs, Schulküchen oder Autowerkstätten statt. Gerade Gastschüler können von dieser Vielfalt profitieren und Kurse wählen, die es in Deutschland eventuell nicht gibt. Diejenigen, die nach der Rückkehr nach Deutschland in ihre alte Klasse zurück wollen, sollten allerdings auch die Kernfächer nicht vernachlässigen.

 

 

 

Fast alle Gastschüler, die mit Breidenbach Education in Kanada sind, berichten von einem hervorragenden Lehrer-Schüler-Verhältnis. Wie erklären Sie sich das? Was ist das Geheimnis der kanadischen Lehrer?

Zum einen sind Lehrer in Kanada nicht verbeamtet, sie haben einen Arbeitsvertrag mit dem School Board und sind diesem in der Regel auch dazu verpflichtet gewisse Vorgaben zu erfüllen. Außerdem ist in Kanada auch der Grundsatz „No Child Left Behind“ stärker verwurzelt, das heißt, dass Kinder, die eine spezielle Förderung bedürfen, diese in der Regel auch bekommen. 

Darüber hinaus gibt es für die Gastschüler aus dem Ausland, die ja auch eine Schulgebühr bezahlen, eine spezielle Betreuung, die besonders auf die Fragen der Nicht-Kanadier eingeht. Schließlich ist es im Interesse der School Boards, dass sich die Gäste in Kanada wohl fühlen.

 

Inwiefern können deutsche Schüler von einem Auslandsjahr in Kanada profitieren?

Schüler können natürlich sehr unterschiedlich profitieren, je nach Interessen, Ausgangslage und Engagement. Bei eigentlich allen stellt sich ein deutlicher Schub im aktiven Wortschatz und der Beherrschung der englischen Sprache ein. Bei denjenigen, die im französischsprachigen Kanada zur Schule gehen trifft dies natürlich vor allem auf die Französischkenntnisse zu. Vor allem aber hilft das Auslandsjahr dabei, als Persönlichkeit zu reifen, selbstständiger zu werden und sich fern der Heimat selbst besser kennenzulernen. Ein schöner Nebeneffekt und manchmal die am längsten nachwirkende Erinnerung ist der Kontakt zu neuen Freunden und zur Gastfamilie, der oft wie zu einer zweiten Familie wird. Einige Erfahrungen, die man in Kanada macht, kann man tatsächlich nur dort machen und so bleibt das Auslandsjahr für viele ein ganz besonderes Erlebnis, auf das sie lange zurückblicken.

 

 

Was raten Sie deutschen Gastschülern, die nach Kanada reisen?

 

Mein erster Ratschlag ist es, sich den Film „Dein Jahr in Kanada“ in sechs Kapiteln anzuschauen, den wir für Euch auf YouTube veröffentlicht haben unter https://tinyurl.com/yb8yjtpq. Darüber hinaus ist mein Ratschlag, für die Vorbereitung eines Gastschulaufenthaltes in Kanada die Dienste eines deutschen Veranstalters zu nutzen, wie zum Beispiel Breidenbach Education. Von Seiten der Botschaft können wir keinen einzelnen Veranstalter empfehlen, aber wer sich auf Veranstaltungen wie den Jubi-Messen oder den Auf-in-die-Welt-Messen einen Überblick verschafft, bekommt einen guten Eindruck welchem Anbieter er trauen kann. Vertrauen ist ohnehin ein wichtiges Gut bei der Vorbereitung und es ist für die Eltern beruhigend auch einen Ansprechpartner in Deutschland zu haben. Natürlich ist es auch möglich alle Dinge selbst zu regeln und direkt mit einem kanadischen School Board Kontakt aufzunehmen, allerdings spart man dadurch kaum Kosten, und ein Ansprechpartner in Deutschland ist dann nicht vorhanden. Die deutschen Veranstalter mit ihren ehemaligen Teilnehmern können den Gastschülern die besten Ratschläge geben, weil sie aus langjähriger Erfahrung schöpfen. Schüleraustausch gibt es schon recht lange und der beste Ratschlag ist immer noch Vertrauen in sich selbst zu haben, nach dem Motto. „Was andere geschafft haben, das schaffst Du auch!“ Ein weiterer Ratschlag, den ich mir erlauben würde, ist es, nicht jeden Abend mit Deutschland zu skypen oder zu texten. 

 

Kanada ist eine vielfältige Nation, wie schaffen es die Schulen, alle zu integrieren und gleiche Chancen zu bieten?

 

Viele School Boards haben sich dem Thema Integration bzw. Partizipation aktiv verpflichtet. So gibt es zum Beispiel Informationen von der Schulleitung in möglichst vielen Sprachen, damit auch Eltern, die eventuell noch nicht über genügende Englischkenntnisse verfügen, gut informiert sind. Auch tauchen die Feiertage der unterschiedlichen Kulturen und Religionen im Schulkalender auf, um Sensibilität zu schaffen. Kanada hat als Einwanderungsland eine besondere Willkommenskultur. In einer Stadt wie Toronto, in der die Hälfte der Bevölkerung außerhalb Kanadas geboren wurde, greift das Konzept von Mehrheit und Minderheit eigentlich nicht mehr. Da die Menschen aus so vielen Teilen der Erde nach Kanada kommen, gibt es immer weniger eine einzige dominante Kultur und somit auch weniger Zwang zur Integration. Dennoch stellen sich auch viele Kanadier die Frage nach der eigenen Identität und diese Identität kann auch regional sehr unterschiedlich sein, Kanada ist schließlich ein sehr großes Land, das zweitgrößte der Welt. Gemeinsame Werte gibt es natürlich auch, die zum Beispiel in der „Charta der Rechte und Freiheiten“ von 1982 aufgeführt werden, auf die sich sehr viele Kanadier berufen.

 

Was sind ihre persönlichen drei Lieblingsaktivitäten/-erlebnisse in Kanada

 

Meine Lieblingsaktivitäten in Kanada sind Reisen, Menschen treffen und neugierig sein.

 

 

Herr Lenz, ich bedanke mich herzlich für das Interview und die vielen interessanten Informationen. 

Bald geht’s wieder los

Die neuen Teilnehmer freuen sich auf Kanada

Sommer 2018 – bald beginnt ein neues Schuljahr. Das bedeutet für den Kanadablog, dass wir neue Jugendliche kennenlernen werden, die mit Breidenbach Education zum bislang größten Abenteuer ihres Lebens aufbrechen. Wahlweise ein Semester oder ein ganzes Schuljahr verbringen Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und Belgien in verschiedenen Städten in Kanada. Wir werden unter anderem Vivien nach Cornwall (Ontario) begleiten, von Dominiks Erlebnissen an der Soccer Academy in Vernon (British Columbia) erfahren, hören, ob Helene in Chilliwack (British Columbia) Heimweh bekommt und vielen anderen Jugendlichen beim Abenteuer Auslandsjahr über die Schulter schauen. 

 

Doch was bedeutet es eigentlich, sich auf eine solche Zeit vorzubereiten? Immerhin liegt vor den Schülerinnen und Schülern kein Urlaub, sondern ein mehrmonatiger Aufenthalt – ein Leben in Kanada. Dafür darf jeder 23 Kilogramm von zuhause mitnehmen. Was muss in den Koffer, was ist überflüssig, was darf auf keinen Fall fehlen und wie bereitet man sich auf die Zeit in der Gastfamilie vor? 

 

Wichtiges Handbuch zum Schüleraustausch

Besonders wichtig ist alles, was es vor Ort in Kanada so nicht zu kaufen gibt. Zum Beispiel die Reisedokumente, spezielle Medikamente, die Brille oder Kontaktlinsen und private Dinge wie das Lieblingskuscheltier oder ein Musikmix von Freunden. 

 

Die Teilnehmer von Breidenbach Education sind auf diese Fragen von Vornherein gut vorbereitet, da sie vom Organisationsteam beim Vorbereitungsseminar ein Handbuch bekommen haben, in dem jede Menge Tipps zur Vorbereitung auf die große Reise stehen. „Mit dem Kanada-Handbuch sind unsere Teilnehmer perfekt vorbereitet“, ist sich Françoise Dallaire von Breidenbach Education sicher. „Darin steht alles Wichtige übersichtlich und verständlich zum Nachlesen – das hilft sowohl bei den Vorbereitungen als auch bei Herausforderungen oder Fragen vor Ort.“

 

Am liebsten würden manche Schüler ihr komplettes Zuhause mitnehmen. Das ist bei 23 Kilogramm Gepäck schwierig. Aber keine Sorge. Wem ein Koffer nicht genügt, der kann für einen Aufpreis ein Zusatzgepäckstück mit nach Kanada nehmen. Einige Dinge sollten allerdings sowieso nicht mit zum High School Jahr. Bestimmte Lebensmittel zum Beispiel. Denn die Falschen – wie zum Beispiel Käse oder Wurst – können bei der Einreise Probleme bereiten, da die Einfuhr von Pflanzen und Lebensmitteln strengen Richtlinien unterliegt. 

Unterstützung suchen

Vor Ort können die Jugendlichen sich mit ihren Problemen oder Fragen rund um die Uhr an die deutschsprachigen Notfallkontakte von Breidenbach Education in Kanada wenden und auch das Deutschland-Team von Breidenbach Education ist immer für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern da. „Überhaupt sage ich den Teilnehmern immer, dass sie sich nicht scheuen sollen, Fragen zu stellen“, erklärt Françoise Dallaire. „Die Kanadier sind unglaublich hilfsbereit und wer nach Hilfe fragt, kommt sofort ins Gespräch und der erste Eisbrecher ist gemacht.“

 

Die Aufregung steigt. Für die 16-jährige Rina aus Hannover ist der Flug ins Auslandsjahr ihr erste Flug ohne Eltern. „Gerade wegen des Visums war es deshalb toll die Unterstützung von Breidenbach Education zu haben“, sagt sie. Rina und die anderen Schülerinnen und Schüler sind in einer gemeinsamen WhatsApp-Gruppe in der nun – so kurz vor dem Abflug – immer mehr Fragen eingehen. Das Team von Breidenbach Education kann so innerhalb von Minuten antworten und alle anderen Gruppenteilnehmer profitieren von den verschiedenen Fragen und Antworten.

 

Die 14-jährige Vivien aus Esslingen hat noch eine weitere Variante, sich auf ihr Auslandsjahr in Kanada vorzubereiten. „Auf Youtube gibt es mehrere Channels von Leuten, die ein Auslandsjahr machen oder gemacht haben“, berichtet sie. „Darin kann man sich auch jede Menge Tipps holen, zum Beispiel zum Kofferpacken oder wie man am besten Freunde findet.“


Tipps für die erste Zeit

Für die erste Zeit in Kanada empfiehlt sich auch noch einmal ein Blick in frühere Blogartikel. Hier findet man zum Beispiel Tipps für die ersten Tage und Wochen in dem fremden Land. Bei allen Fragen und Bedenken überwiegt bei den Teilnehmern aber eindeutig die Vorfreude auf Kanada, die Menschen dort und die neue Schule. Bis es los geht, werden nun Englisch-Vokabeln gepaukt und die neue Umgebung im Internet studiert. 

 

Sobald die Jugendlichen vor Ort sind, tauchen sie ein in das Leben ihrer neuen Gastfamilie. Ein schöner Einstieg ist ein Gastgeschenk – vielleicht etwas aus der Heimatstadt? Wichtig für das gegenseitige Vertrauen zwischen Gastschülern und Gasteltern sind Ehrlichkeit und Offenheit. Natürlich sollten sich die Jugendlichen auch an die Regeln der Gastfamilie halten. „Gemeinsame Aktivitäten sind eine tolle Möglichkeit, sich kennenzulernen und das erste „neue“ Gefühl loszuwerden“, rät Suzanne Romeiser von Breidenbach Education in Hamburg. „Jeder Schüler benötigt unterschiedlich lange, sich in die Situation einzufinden. Meist liegen Gasteltern und -schüler aber schnell auf einer Wellenlänge.“

 

Hier auf dem Kanadablog werden wir bald mehr von den großen und kleinen Erlebnissen der Breidenbach Education Teilnehmer lesen. Ein Jahr in Kanada gibt den Schülern die Chance einmalige Erfahrungen zu machen. Im Rückblick ist es für die Schüler meist immer der „ganz normale“ Alltag, der sie besonders beeindruckt. Ein neues ganz eigenes Leben selbstständig zu meistern und Herausforderungen offen und mutig zu begegnen, das macht selbstbewusst. 

Vorbereitung Kanada: die Seminare von Breidenbach Education

Know-How fürs Auslandsjahr in Kanada

Seminar in Stuttgart: für diese Schüler geht es schon bald nach Kanada
Seminar in Stuttgart: für diese Schüler geht es schon bald nach Kanada

Viele aufgeregte Jugendliche, zwei schöne Hotels, leckeres Essen und ein ganzer Tag voll interessanter Informationen und lockerem Kennenlernen. So in etwa lässt sich das Vorbereitungsseminar von Breidenbach Education in einen Satz packen. Mitte Juni trafen sich Schüler im Hotel Treudelberg in Hamburg und im Waldhotel Stuttgart, um mehr über das Land zu erfahren, in das sie bald schon für ein Auslandsjahr reisen werden.

 

Los ging es in beiden Seminaren mit einem lockeren Rollenspiel, denn was so einfach klingt, ist gar nicht so leicht: Wie klappt das eigentlich mit dem Flug und der Einreise nach Kanada? Schaffe ich es rechtzeitig zum Anschlussflug? Was ist eine Study Permit, was eine Declaration Card und wann benötige ich nur eine eTA?

 

Françoise Dallaire von Breidenbach Education führt die Teilnehmer durch den Tag und weiß auf all diese Fragen eine Antwort. Und nicht nur das, sie kann sich auch in die Schüler hineinversetzen. „Klar, ihr werdet sehr aufgeregt sein am Flughafen“, weiß sie. „Genau deshalb sorgen wir heute dafür, dass ihr perfekt vorbereitet sein werdet.“

 

Das perfekte Gastgeschenk

Die meisten Jugendlichen werden während ihres Kanada-Aufenthaltes bei einer Gastfamilie wohnen. Da gehört es sich, eine Kleinigkeit von zuhause mitzubringen. Was könnte das Richtige sein? Die Jugendlichen überlegen gemeinsam:  „Traditionelle Süßigkeiten“, schlägt Shanice vor. „Oder eine Kuckucksuhr“, lacht Joey. Keine schlechten Ideen, findet Françoise Dallaire: „Das Geschenk sollte auf jeden Fall nicht zu groß sein: eine CD, ein T-Shirt oder vielleicht etwas Passendes zur WM wäre gut. Das Wichtigste ist aber, dass man es ins Land einführen darf, bei einigen Lebensmitteln wie beispielsweise Käse oder Wurst ist das nämlich verboten.“

 

Und auch vor Ort in Kanada ist jede Menge zu beachten. 

Vorbereitungsseminar Kanada in Hamburg Treudelberg
... und auch das Kanada Seminar in Hamburg war ein voller Erfolg

Bargeld wird zum Beispiel immer unüblicher. So bietet es sich für die Jugendlichen an, eine Kreditkarte mitzunehmen. „Es ist egal, ob es sich um 10 Cent oder um 100 Dollar handelt“, erklärt Françoise Dallaire. „Es wird fast immer mit Karte gezahlt.“ Zum Glück bekommen alle Schüler von Breidenbach Education daher eine Prepaid-Kreditkarte für ihr Auslandsjahr in Kanada.

Der Alltag in Kanada

Auch wenn es sich die Jugendlichen noch nicht so ganz vorstellen können – bald schon wird ihr Alltag mitten in Kanada stattfinden. Françoise Dallaire und Kristin Schwab erklären, wie er wahrscheinlich aussehen wird: „Die Schule geht bis zum Nachmittag, das ist von Schule zu Schule verschieden – etwa bis 15 Uhr“, berichten sie. „Je nachdem wo man wohnt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für den Schulweg: Man fährt mit dem Bus, geht zu Fuß oder fährt mit dem Fahrrad – es ist alles möglich.“

 

Das kanadische Bildungssystem gehört zu den besten der Welt: Engagierte Lehrer, die Möglichkeit, jede Menge Wahlfächer zu besuchen, ein hervorragendes Sportangebot und viele Outdoor-Angebote. Die Schülerinnen und Schüler freuen sich auf ihr High School Jahr in Kanada. „Ihr werdet die Wahl haben und wir wünschen uns und euch, dass ihr das voll ausnutzt“, sagt Suzanne Romeiser von Breidenbach Education begeistert. „Und falls mal etwas gar nicht passt, könnt ihr vor Ort in den ersten Wochen auch noch die Kurse ändern, aber nur wenn es gar nicht geht – ansonsten ist es schon wichtig, ein Commitment einzugehen.“

Kein Sonderstatus

Doch Schule in Kanada bedeutet für die deutschen und die anderen internationalen Schüler auch: Hausaufgaben, Tests, Klausuren. „Wenn es darum geht, werdet ihr behandelt wie eure kanadischen Mitschüler auch“, so Dallaire. Und ihre Kollegin Suzanne Romeiser wirft ein: „Auch wenn es um eure Kleidung an den Schulen – vor allem an den Privatschulen – geht, solltet ihr vorsichtig sein. Schaut am besten mal vor Anreise auf den Code of Conduct der Schule, um zu sehen, was euch erwartet.“

 

Und auch in der Gastfamilie wird ein offenes und positives Verhalten von den Jugendlichen erwünscht. Beim Vorbereitungsseminar wird das Verhalten von Schildkröte und Fuchs analysiert: Wie sollte man sich während eines Auslandsjahres geben? Die Schildkröte ist introvertiert, übernimmt keine Aufgaben, ist faul und nicht kompromissfähig. Die Schüler erkennen: Das macht keinen Sinn, man sollte es eher so handhaben wie der Fuchs: Wer sich anstrengt, interessiert an der Kultur ist, sich mit anderen anfreundet und einbringt, erntet auch die Früchte seines Muts.

Hilfe vor Ort

Für alle Probleme, Fragen oder Mißverständnisse, die bei der Eingewöhnung in ein neues Land auftreten können, gibt es vor Ort Erleichterung, denn nicht nur das Team von Breidenbach Education in Deutschland ist rund um die Uhr für die Schüler erreichbar, auch zwei deutsche Mitarbeiterinnen von Breidenbach Education vor Ort in Kanada sind für die Schüler da. „Nicole und Alexandra sind Deutsche und leben seit vielen Jahren in Kanada“, erklärt Jacob Woehrle. „Die beiden kennen sich gut mit Anpassungsschwierigkeiten aus und können sind für alle Lebenslagen hervorragende Ansprechpartnerinnen.“

 

Doch manchmal kann es ganz leicht sein, Anschluss zu finden. Ein Lächeln reicht oft aus. „Und nur keine Scheu vor der englischen Sprache“, weiß Suzanne Romeiser. „Es muss nicht jedes Wort perfekt sein, aber wer viel mit anderen spricht, verbessert sein Englisch und kann sich gleichzeitig wunderbar integrieren.“

Erfahrungsberichte aus erster Hand

Beim Buffet zum Mittagessen tauschen sich die Jugendlichen untereinander aus – Offenheit, sympathische Art, Interesse an anderen, das alles scheint schon gut zu funktionieren. Jetzt sind auch noch weitere Schüler dazu gekommen. Alessandro ist ein ehemaliger Teilnehmer von Breidenbach Education, er verbrachte ein Auslandsjahr in Vernon (British Columbia). „Ich habe in einer interkulturellen Gastfamilie gelebt“, erzählt er. „Mein Gastvater war Kanadier, meine Gastmutter Japanerin. Während meiner Zeit dort habe ich noch einen kleinen Gastbruder bekommen.“ Außerdem lebten noch die achtjährige Gastschwester und ein anderer internationaler Schüler aus China dort. Alessandro erzählt von viel Freiraum, seinen Aufgaben in der Familie, seinen Anfangsschwierigkeiten und dass er am Ende am Liebsten noch länger geblieben wäre.  Auch Sofia berichtet von ihren Erfahrungen in Kanada. Sie besuchte eine Privatschule in Québec, wohnte unter der Woche im Internat und am Wochenende lebte sie in einer Gastfamilie. Josefin erzählt von ihrer Zeit in Winnipeg.

 

Am Nachmittag schreiben alle Schüler noch einen Brief an sich selbst: Was erwarten sie von ihrem Auslandsjahr, welche Wünsche und Bedenken haben sie? Der Brief wird zugeklebt und wird ihnen nach ihrem Kanada-Aufenthalt beim Nachbereitungstreffen wiedergegeben. Dann kann jeder für sich selbst entscheiden, ob sich die Wünsche erfüllt haben oder ob sie vielleicht sogar übertroffen wurden.

 

In der nächsten Pause stoßen dann die Eltern zu den Jugendlichen und auch sie haben noch jede Menge Zeit um Fragen zu stellen, die Regeln für internationale Schüler durchzugehen und organisatorische Themen zu besprechen. Zu dieser Zeit arbeiten sich die Jugendlichen in der Sonne lachend durch einen „Test“ mit lustigen Fakten rund um Kanada. Das Vorbereitungsseminar hat nicht nur viele Fragen beantwortet, sondern vor allem die Vorfreude geschürt. Wir sind schon jetzt gespannt, was wir hier auf dem Kanadablog von den neuen Teilnehmern hören werden.

Impressionen aus Hamburg und Stuttgart

Merry Christmas from Canada

Die Schüler von Breidenbach erleben ganz besondere Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist immer etwas ganz Besonderes. Kerzenschein, Lebkuchen, Geschenke, weihnachtliche Lieder – die Stimmung ist einfach toll. So geht es auch den Teilnehmern von Breidenbach Education, die ihr Weihnachtsfest in diesem Jahr in Kanada erleben. Während einige Gastschülerinnen und Schüler wie Liza, Philipp und Merle ihre Weihnachtstage auf Heimaturlaub in Deutschland verbringen, feiern viele Gastschüler zum ersten Mal ein Weihnachtsfest in Kanada ganz ohne ihre Familie. Dabei gibt es wie bei uns drei weihnachtliche Tage: den Christmas Eve (Heiligabend), den Christmas Day (1. Weihnachtsfeiertag) und den Boxing Day (2. Weihnachtsfeiertag). 

 

Weihnachten bedeutet für einige Austauschschüler in Kanada neben toller Stimmung und vielen Geschenken vor allem auch eins: Kälte. In Kanada gaben die Behörden für mehrere Landesteile Warnungen vor Extremkälte aus, die Temperaturen liegen in einigen Provinzen zwischen minus 15 und minus 42,8 Grad Celsius. Schuld an der Extremkälte in den Provinzen Québec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan und Alberta ist eine arktische Strömung. In der Provinz Nova Scotia im Osten Kanadas fiel nach einem Wintersturm sogar der Strom für 160.000 Haushalte aus. Laut Meteorologen liegen die Temperaturen in Kanada derzeit zwischen zehn und 20 Grad Celsius unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Außergewöhnlich sei zudem die große geografische Ausdehnung und lange Dauer der Kältewelle, die noch bis Anfang Januar andauern könnte.


Paula fährt Ski bei minus 27 Grad

Die 15-jährige Paula hat mit ihren Gasteltern Brad und Debbie und deren Töchtern Haley und Lindsay ein ganz entspanntes Fest erlebt. „Zuerst waren wir vormittags beim Skifahren“, erzählt sie. „Doch weil es mit minus 27 Grad extrem kalt war, haben wir nur zwei Abfahrten geschafft und sind dann nach Banff gefahren.“ Dort haben alle zusammen im Banff Springs Hotel das Theaterstück „A Christmas Carol“ von Charles Dickens angeschaut. Das ehemalige Eisenbahnhotel „Banff Springs“ liegt spektakulär in den Rocky Mountains und wurde 1928 im schottischen Burgenstil erbaut. 

 

Nach dem Theaterstück ging es für Paula und ihre Gastfamilie zurück nach Canmore, wo die Familie lebt. Dort wurden erst einmal die Stockings geplündert – alle hatten sich gegenseitig beschenkt. „Dann haben wir superlecker gegessen“, erzählt Paula. „Es gab Hühnchen, Kartoffeln und eine tolle Soße.“ Nach dem tollen Weihnachtsfest freut sich die 15-Jährige schon auf Silvester, dann wird sie wahrscheinlich für eine kleine Party zu einer Freundin gehen. 

Josefins eigener Weihnachts-Socken

Josefin lebt mit ihrer Gastfamilie in Winnipeg, der Weihnachtshauptstadt Kanadas. Dort warten sage und schreibe eine Million Weihnachtsbäume auf Abnehmer.

Doch auch die Stadt Lunenburg auf der kanadischen Halbinsel Neuschottland (Nova Scotia) nennt sich "Welthauptstadt des Weihnachtsbaumes". Jahr für Jahr werden im County Lunenburg Tausende von Bäumen speziell für den weihnachtlichen Gebrauch gepflanzt. Per Schiff werden sie dann in die USA und nach Mexiko exportiert.

 

Für Josefin ist es eine völlig andere Erfahrung in Kanada zu feiern und nicht mit ihren Eltern und der restlichen Familie. „Ich habe aber am Weihnachtsabend mit allen geskyped“, erklärt die 15-Jährige. „Es war trotzdem sehr schön mit der Gastfamilie zu feiern. Ich fühle mich hier richtig wohl und alle behandeln mich als Teil der Familie. Weihnachten ist in Kanada meiner Meinung nach viel größer und wichtiger. Die ganze Familie hat von 24. auf 25. Dezember bei uns übernachtet und wir haben alle zusammen gegessen.“ 

Liza ist begeistert vom Weihnachtsschmuck in Toronto

Auch wenn Liza die Feiertage in Stuttgart verbringt, hat sie eine gewaltige Portion kanadische Weihnachtsstimmung erlebt. „Schon seit Anfang Dezember bereiten die Familien meiner kanadischen Freunde alles fürs Weihnachtsfest vor“, berichtet sie. „Überall wird groß gefeiert. Alle Häuser, die ich gesehen habe, waren so wie bei dem Film ‚Schöne Bescherung’ geschmückt – ganz Toronto hat festlich gestrahlt.“ Auch viele ihrer Freunde verbringen Weihnachten auf dem Skihang. 

 

Der 25. Dezember ist der „wichtigste“ Weihnachtstag in Kanada. Der 26., der Boxing Day, ist das Äquivalent zum 2. Weihnachtstag. Aber während viele Deutsche  an diesem Tag noch ruhig im Kreise der Familie feiern, haben in Kanada alle Geschäfte bereits wieder geöffnet und der Run auf die Läden beginnt. Viele Beschenkte tauschen Ungewolltes um oder sie sind auf der Jagd nach dem großen Schnäppchen. Viele Geschäfte bieten nämlich riesige auf ausgewählte Artikel an. 

Weihnachtsparaden bringen Karnevalsstimmung

Und noch etwas ist anders in Kanada. Während in Deutschland auf den Weihnachtsmärkten ruhige und festliche Lieder erklingen und alles ganz gemächlich von statten geht, werden in Kanada große vorweihnachtliche Paraden veranstaltet, bei der dekorierte Lastwagen durch die Straßen fahren. Die Stimmung gleicht dabei ein wenig der an Fasching in Deutschland. Viele Besucher sitzen mit Campingstühlen und Decken am Straßenrand um das Spektakel zu erleben. Die mit Lichterketten geschmückten Wagen spielen lautstark Musik, es gibt beeindruckende Tanzeinlagen und jede Menge Süßigkeiten. 

 

Das gesamte Team von Breidenbach Education wünscht allen Gastschülern, Eltern und unseren Lesern fürs neue Jahr alles Gute!

Wir freuen uns schon auf viele schöne Geschichten für den Kanadablog 2018.

Kanada ist perfekt: Es ist weltoffen, vielfältig und sicher – und wir haben ein großartiges Schulsystem

Dr. Phil Jarvis im Interview über Privatschulen in Kanada

Miriam Schreier von Breidenbach mit Gespräch mit Dr. Phil Jarvis
Miriam Schreier von Breidenbach mit Gespräch mit Dr. Phil Jarvis

Dr. Phil Jarvis war viele Jahre Director of Admission der Shawnigan Lake School (Vancouver Island, BC) und später auch Direktor einer führenden Privatschule in Massachusetts (USA) und kennt sich mit dem kanadischen Schulsystem bestens aus.

Im Interview mit Miriam Schreier von Breidenbach Education erklärt er für kanadablog.de, was der Unterschied zwischen „Independent Schools“ und Private Schools" ist, weshalb Kanada für ein Auslandsjahr perfekt ist und wie deutsche Schüler dadurch für ihre Zukunft profitieren können.


Hallo Herr Dr. Jarvis, schön, dass Sie uns für ein Interview zur Verfügung stehen. Wir starten gleich mal mit einer Verständnisfrage: „Private School“ und „Independent School“ – wo liegt denn da der Unterschied?

Viele denken, dass “Private Schools” und “Independent Schools” das gleiche sind, aber es gibt einen Unterschied. Private Schools"  müssen immer Profit machen, „Independent Schools“ nicht ausschließlich. Der Grund warum es trotzdem immer wieder Verwechslungen gibt ist, dass alle „Independent Schools“ auch gleichzeitig „Private Schools“ sind, aber nicht umgekehrt. Die „Independent Schools“ können mehr leisten als die Private Schools"  und sie haben nicht den Druck, ausschließlich Profit machen zu müssen. Sie sind – wie der Name schon sagt – unabhängig, da sie auf Fundraising basieren. Wenn man großartige Einrichtungen schaffen und einzigartige Angebote bieten möchte, muss man zusätzliches Geld beschaffen. Das kommt im Fall der „Independent Schools“ zum Großteil von Eltern und Alumni.


Was ist der Unterschied zu den öffentlichen Schulen in Kanada?

Privatschulen in Kanada: kleine Klassen und viel Programm
Privatschulen in Kanada: kleine Klassen und viel Programm

Den Unterschied zwischen Privatschulen und staatlichen Schulen könnte man mit den Verben pflichtmäßig” oder „verbindlich“ beschreiben. Ich weiß, das hört sich erst einmal nicht besonders positiv an, aber dadurch, dass wir darauf bestehen, dass unsere Schüler verschiedene zusätzliche Angebote belegen, zeigen wir ihnen, was möglich ist. Sie müssen also in jedem Halbjahr einen Sport belegen und auch etwas Künstlerisches – Musik, Kunst oder Theater. Das ist alles Teil des Programms und schafft eine abgerundete Erfahrung für die Jugendlichen. Kinder werden also ein Stückweit dazu gezwungen Neuland und Dinge auszuprobieren, wofür die sie anderswo gar keine Möglichkeit hätten – auf jeden Fall nicht in Deutschland. Alles was man hier in außerschulischen Vereinen macht, gibt es bei uns an den Schulen – es ist ein ganz anderes Konzept.



Wie profitieren die Schüler von all diesen Möglichkeiten?

Wir helfen den Schülern, ihre Comfort Zone" zu verlassen. Wenn Jugendliche ihre Heimat, ihr komplettes Umfeld für eine Weile hinter sich lassen und irgendwo hinkommen wo keiner weiß wer sie sind, können sie andere Aspekte ihrer Persönlichkeit entwickeln. Aspekte, an die sie sich vielleicht im heimatlichen Umfeld gar nicht herangetraut hätten. Die Schulen zeigen den Schülern: Schaut euch all die Möglichkeiten an, die ihr habt. Warum probiert ihr nicht mal etwas Neues aus? Es ist wie eine große Speisekarte aus der man wählen kann – wie eine Fahrt nach Disneyland. Und bei den „Independent Schools“ kann man eben nicht nur wählen, man muss es tun. Und es ist für jeden etwas dabei – die Jugendlichen können dadurch Fähigkeiten entwickeln, von denen sie nie für möglich gehalten hätten, dass sie sie besitzen. Ich wünschte, ich hätte mit 16 Jahren eine solche Chance gehabt. 


Wenn ich mich an einer Privatschule oder einem Internat bewerben möchte, was muss ich mitbringen?

 

students independent day school GNS
Schüler der Glenlyon Norfolk School in Victoria, BC

Das wichtigste ist meines Erachtens ein guter Charakter. Denn wer zum Beispiel auf ein Internat geht, für den wird die Schule zum „Home away from home“. Das ist das erste. Außerdem müssen die Schüler natürlich auch eine gute Schulbildung und gute Noten haben. Was ich noch sehr wichtig finde ist eine Art eigenständiger Geist der Schüler – sie müssen bereit sein, ihr zuhause zu verlassen und ihre Flügel auszubreiten und loszufliegen. Dazu gehört auch, sich auf die neue Lebenssituation einzulassen.
Die Jugendlichen sollten bereit sein, komplett in dieses neue kanadische Leben einzutauchen. Darum geht es bei einem solchen Auslandsjahr und dadurch werden sie dann auch viel profitieren. Nur so lernt man die Sprache auf einem höheren Level, sie werden Englisch danach ganz natürlich beherrschen. 

 

 

Warum sollte man für ein Auslandsjahr gerade nach Kanada gehen?

 

Nun ja, Kanada ist ein offenes Land, ein vielfältiges Land, ein sicheres Land. Das sind die wesentlichen Dinge. Wenn es um die Bildung geht, steht Kanada in den internationalen Studien immer sehr gut da. Und natürlich können gerade die Privatschulen ihren Schülern noch mehr bieten. Allgemein gibt es schon große Unterschiede zum deutschen Schulsystem. Internationale Schüler berichten mir immer wieder, wie warmherzig, freundlich, zugänglich und offen unsere Lehrerschaft ist. Die Lehrer sehen die Schüler als Individuen, so kann sich jeder besser eingewöhnen und in der Schule wohlfühlen. In Privatschulen ist man zusätzlich nochmal enger. Und – nicht zu vergessen – bei uns kann man gut Skifahren. (lacht)



Welche Chancen ergeben sich für die Schüler, wenn sie eine Privatschule in Kanada besuchen?

 

Eine solch weitreichende Erfahrung wie ein Auslandsjahr wird ihren Horizont erweitern und ihr ganzes Denken verändern. Sie lernen Schüler aus vielen verschiedenen Ländern kennen und werden Teil der kanadischen Gesellschaft. Durch Ausflüge lernen sie die Natur kennen und erfahren viel über eine andere Kultur, ihr Englisch verbessert sich merklich. Viele der Austauschschüler kommen auch zurück, wenn nicht direkt nach dem Abitur, dann für ein Masterstudium in Kanada. Und auch wer sich für eine Arbeitsstelle bewirbt, kann mit dem Auslandsjahr punkten. Man zeigt damit, dass man unabhängig und selbstständig ist und auch mal seine Komfortzone verlassen kann. 



Eine letzte Frage: Welchen Herausforderungen stellen sich die Schüler, wenn sie sich auf ein Auslandsjahr in Kanada einlassen?

Sie müssen vor allem den ersten Schritt wagen. Wer zuhause wenig selbstständig gelebt hat, für den alles gemacht wurde, der wird sich erstmal umschauen. Aber wenn man dann mal alles alleine schafft, macht einen das auch sehr stolz. Und wenn die Schüler frisch ankommen, sollten sie die Flinte nicht zu schnell ins Korn werfen – auch wenn nicht sofort alles so klappt, wie sie wollen. Es gab schon Schüler, die nach zwei Stunden zu mir kamen und ihren Zimmerpartner tauschen wollten. Zu denen sage ich: Lass dir zwei Wochen Zeit. Nach zwei Tagen war dann alles gut. Klar, wenn es gar nicht klappt, reagiert die Schule natürlich – aber normalerweise klappt es. Die Schüler brauchen Ausdauer und Vertrauen. Ich kann nur raten: Beruhigt euch, seid offen! Das gleiche gilt oft auch für die Eltern, die können nämlich manchmal über-beschützend sein. Alle müssen offen für kulturelle Unterschiede sein und die Jugendlichen müssen sich anpassen. Wer das schafft, der kann eine einmalige Zeit haben, die einen positiv fürs ganze Leben prägt.


 

Herr Dr. Jarvis, ich bedanke mich herzlich für das spannende Interview.  

 

 

Danke auch, es war mir eine Freude. 


Teresa ist wieder daheim...

... und will sobald wie möglich nach Kanada zurück

Beinahe ein ganzes Jahr lebte die 17-jährige Teresa bei einer Gastfamilie in Vernon (British Columbia).

Nun ist sie wieder zurück in Deutschland und kann ihr Glück noch gar nicht richtig fassen. „Unterm Strich war das mein bestes Jahr überhaupt. Ich bin meinen Eltern so dankbar, dass sie mir das ermöglicht haben“, strahlt Teresa. „Nach diesem Erlebnis weiß ich irgendwie auch wohin es wohl mal für mich gehen wird. Worauf es ankommt – das hat mir echt viel geholfen.“

Die Ankunft zuhause war für die 17-Jährige kein Problem, die Wiedereingliederung völlig unproblematisch: „Ich bin zurückgekommen und irgendwie hat sich gar nichts verändert“, ist sie froh. „Es kommt mir nicht vor, als wäre ich ein Jahr weggewesen.“

 

Im Interview mit Kanadablog.de blickt Teresa noch einmal auf ihr Auslandsjahr zurück. 

 

 

Liebe Teresa, schön, dass du dir Zeit genommen hast. Wir fangen mal ganz vorne an: Beim Kofferpacken. Was war denn das Unnötigste für dein Auslandsjahr was du von zuhause mitgenommen hast?

Naja, es gab eigentlich nicht wirklich etwas Unnötiges. Klar habe ich ein paar Klamotten gar nicht genutzt... Ich finde, man merkt in dieser Zeit, mit wie wenig man auskommt. Ich war ganz überrascht, wie viel in meinem Kleiderschrank daheim drin ist. Nach meiner Rückkehr war ich erstmal ein bisschen überfordert von der Menge. 

Und was hast du am meisten benötigt?

Am wichtigsten waren für mich die vielen Bilder, die ich zuhause ausgedruckt und mitgenommen habe. Damit habe ich mein Zimmer in Kanada geschmückt.  Es war schön, sich dadurch jeden Tag an alle zu erinnern. So konnten auch meine Gastfamilie und meine kanadischen Freunde immer gleich sehen wer in meinem deutschen Leben eine große Rolle spielt. Ich hatte also mein altes Leben auch immer vor mir und dabei. 

Was ist wichtig im Umgang mit der Gastfamilie?

Es kommt natürlich stark auf die Selbstsicherheit der Gastschüler an und am Anfang ist es schon schwierig in die Sprache reinzukommen.  Ich denke es ist wichtig, nicht dauernd die Gegebenheiten in Kanada mit denen in Deutschland zu vergleichen – es ist ja klar, dass es anders ist. Ich habe mich viel mit meinen Gasteltern unterhalten und war immer ehrlich zu ihnen. Schon nach einer Weile konnte ich mit ihnen über alles reden – auch über emotionale Dinge. Sie haben mich immer unterstützt, es war ein toller Zusammenhalt. 

Außerdem finde ich, dass man in seiner Gastfamilie mithelfen sollte, jeder kann sich im Haushalt einbringen und man sollte sich auf keinen Fall nur bedienen lassen. Gerade kleine Gesten sind da sehr wichtig.

Wie kommt man am besten mit Heimweh klar?

Lustigerweise hatte ich kein Heimweh. Und wenn es einen doch überkommt, würde ich – entgegen anderer Meinungen – sagen, dass häufiger Kontakt mit Familie und Freunden zum Beispiel über Skype helfen kann. Natürlich kann man auch mit kanadischen Freunden oder anderen Internationals über sein Heimweh reden – wer möchte, kann sich sogar den Lehrern anvertrauen. Es ist ganz anders als in Deutschland, die Lehrer pflegen einen viel persönlicheren Kontakt zu den Schülern. Was wichtig ist: Man sollte sich bei Heimweh nicht in seinem Zimmer verkriechen – einfach rausgehen und ablenken. Sonst verschwendet man die kostbare Zeit. 

Was kannst du zukünftigen Teilnehmern raten?

Gleich von Anfang an zu versuchen, das Beste draus zu machen – auch wenn nicht gleich alles so ist wie man es sich vorstellt. Außerdem muss man echt offen sein. An vielen Schulen sind die kanadischen Jugendlichen daran gewöhnt, Gastschüler zu haben. Man ist nichts Besonderes und es kommt auch nicht gleich jeder auf einen zu. Aber sobald man sich traut, die Kanadier anzusprechen, sind sie im Normalfall begeistert, ultranett und man tauscht sofort Nummern aus. Und dann sollte man eben dranbleiben. 

Das Auslandsjahr macht einen großen Spaß, vor allem wenn man nicht mit großen Erwartungen rangeht, sondern alles so nimmt, wie es kommt. Ich rate meinen Nachfolgern auch, schon früh Kontakt mit ihren Gastfamilien aufzunehmen. Denn ein gutes Verhältnis mit denen ist einfach eine wichtige Basis. Das Auslandsjahr ist wunderschön aber auch eine Herausforderung und es kommt drauf an wie man damit umgeht und was man draus macht. 

Was wirst du als wichtigste Erkenntnis mitnehmen?

Für mich war sehr wichtig, dass ich dieses ganze Jahr Zeit hatte um über mich selbst nachzudenken. Ich wurde ja komplett aus meinem normalen Umfeld rausgenommen. So hatte ich Muße über meine Ziele und über mein ganzes Leben nachzudenken. 

Ich habe für mich entschieden, dass ich bestimmte Ziele erreichen will: Mein Abitur schaffen zum Beispiel und danach etwas Internationales studieren. Ich habe nämlich Lust darauf, nicht nur in Deutschland, sondern vielleicht auch einmal anderswo in der Welt zu leben und zu arbeiten. Ich kann mir gut vorstellen mein Studium oder auch einen Teil meines Lebens in Kanada zu verbringen. 

Durch mein Auslandsjahr sind sowohl mein Englisch als auch mein Französisch besser geworden. Das ist natürlich ein Bonus und ich habe dadurch viel mehr Möglichkeiten. Außerdem habe ich auch meine Persönlichkeit gefestigt – ich hatte ein ganzes Jahr, um Dinge auszuprobieren, die ich sonst vielleicht nie gemacht hätte und auch nie mehr machen werde. Ich habe Menschen aus anderen Ländern und Kulturen kennengelernt, habe eine beste Freundin in Mexiko – das sind Verbindungen, die für immer bestehen werden... Man sieht einfach, dass es mehr gibt als nur die Heimatstadt.  

Welche Eigenschaft macht Kanada für dich einzigartig?

Man muss es einfach mal gesehen haben: Die Größe des Landes – das sind ganz andere Dimensionen. Es ist so riesig alles und so dünn besiedelt. Kanada vereint für mich alles, wonach ich gesucht habe: Berge, Strand, Wintersport, coole Metropolen, ruhige Orte, wo man kann sich zurückziehen kann, und, und, und. Man hat so viele Möglichkeiten, es ist unglaublich vielfältig:  Steppe, Regenwald und dann die vielen Seen und das Meer. 

Auch die Mentalität macht Kanada für mich einzigartig. Die Menschen sind dort viel offener und freundlicher als die Deutschen. Es kommt mir so vor, als hätten alle viel Spaß am Leben und auch am Beruf. Auch dass Kanada so viele verschiedene Nationalitäten vereint – so multikulturell ist – finde ich toll. Und auch das Schulsystem ist super – es ist ja auch weltberühmt. Falls ich mal Kinder haben sollte, könnte ich mir gut vorstellen, dass sie dort auf eine Schule gehen. 


Du hast fast ein Jahr in Kanada verbracht. Wie war der Abschied?

Es war sehr schwer für mich zu gehen. Am 30. Juni habe ich meinen 17.Geburtstag gefeiert und das war auch ein bisschen meine Abschiedsfeier. Ich habe mich so gefreut, dass alle meine Freunde dabei waren. Auf meiner Kanadaflagge habe ich glaube ich rund 60 Unterschriften gesammelt. Wir haben Fotos gemacht und zusammen gegessen. Es war ein einzigartiges Erlebnis, denn in dieser Konstellation, mit all diesen Menschen werde ich meinen Geburtstag wohl nie wieder feiern. Für meine Gastfamilie habe ich ein Fotoalbum gemacht mit all den wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen, die ich in Kanada hatte. Es war sehr emotional und alle mussten weinen. Ich bin mir aber hunderprozentig sicher, dass ich meine Gasteltern und meine Gastschwester wiedersehe. Vielleicht kommen sie 2019 auf ihrer Europareise zu mir oder ich reise ein bisschen mit ihnen hier herum. 

 

Deine Eltern und deine Schwester aus Deutschland haben dich ja aus Kanada abgeholt und sind davor auch noch mit dir rumgereist – was habt ihr erlebt?

Insgesamt waren meine Eltern und meine Schwester Annika vier Wochen lang mit mir unterwegs. Sie hatten sich extra so viel Urlaub genommen, damit es sich auch lohnt. Von Vernon aus sind wir dann durch ganz British Columbia gefahren. Wir waren auch in Victoria, Vancouver, Banff, Prince George und Alaska. Haben Bären beim Fischen zugesehen – Kanada wie aus dem Reiseprospekt. Einfach schön. Von Jasper nach Banff führt eine der schönsten Straßen der Welt mit wunderschönen Seen und Bergen zu beiden Seiten. Wir sind viel gewandert und haben tolle Ausflüge unternommen – alle Menschen, die ich durch meine Gastfamilie kennengelernt habe, konnte ich mit meiner Familie auch noch einmal besuchen. Wir haben natürlich alles ein bisschen genauer erlebt, als mit meiner Gastfamilie für die viele der Attraktionen nichts Besonderes sind. Zum Schluss ging es für uns dann nach Montréal – da war ich vorher ja auch noch nicht. Die Stadt ist noch einmal ganz anders, richtig cool. 

Wie war deine Ankunft zuhause?

Zwei meiner Freunde haben mich vom Flughafen abgeholt und dann sind wir zu meinen Großeltern gefahren. Dort war eine Überraschungsparty für mich vorbereitet. Es gab Weißwurst und Brezen und alle meine Freunde waren da. Dass sowas kommt, hätte ich echt nicht gedacht! Es war ein toller Empfang.

Gleich die Tage nach meiner Ankunft habe ich alle Leute aus meiner Clique wieder getroffen und das war gleich wieder wie davor. Da bin sehr froh. Es ist einfach auch schön, daheim zu sein, muss ich sagen.

Aber andererseits würde ich auch nach den Sommerferien sofort wieder nach Kanada zurückgehen. 


Was war das Highlight deiner Reise?

Eines meiner größten Highlights habe ich ganz am Ende erlebt. Das war ein Segelausflug mit einer Organisation aus Victoria. Dabei waren verschiedene Schüler meiner Schule für fünf Tage zusammen auf einem Segelschiff, vier Crewmitglieder haben uns begleitet. Dabei habe ich auch einen kleinen Segelschein gemacht. Die Zeit auf dem Schiff war klasse – ein einziges Abenteuer. Es gab je einen Raum für die Jungen und einen für die Mädchen. Nachts mussten wir abwechselnd Nachtwache halten, damit nichts Unvorhergesehenes passiert. 

Es ist simpel: Wir waren einfach miteinander auf dem Schiff und sind durch die Inseln gefahren, haben gemeinsam gegessen und gespielt, Landausflüge gemacht und geschwommen. Durch die Zeit an Bord habe ich noch einmal viele neue Leute kennengelernt. Die Enge an Bord hat uns zusammengeschweißt: Abends gab es immer gemeinsame Sing-Abende mit Gitarre, Keksen und einem heißen Getränk. Eine tolle Stimmung – so etwas Gemeinschaftliches habe ich noch nie erlebt. 

Gab es ein „Lowlight“?

Auf keinen Fall!

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Schon übermorgen bekomme ich Besuch aus Kanada. Die Neffen meiner Gastfamilie reisen mit ihrer Familie durch Deutschland und da wollten wir uns natürlich sehen. Sie übernachten bei uns und wir gehen sicher auch miteinander aus. Ich vermisse es Englisch zu reden und bin aber zum Glück täglich mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden in Kontakt. Ich bin mir bewusst, dass man sich Mühe geben muss, damit der Kontakt hält – aber ich bin mir sicher, das es klappt. „Ohne Breidenbach Education hätte ich wohl nie so eine einzigartige Erfahrung machen können. Bei mir hat einfach alles gepasst: die richtige Organisation, die richtige Familie, der richtige Ort.

Vorbereitungsseminar bei Breidenbach Education

Zwei spannende Tage, zwei großartige Gruppen: die Vorbereitungsseminare für das Schuljahr 2017/2018
Zwei spannende Tage, zwei großartige Gruppen: die Vorbereitungsseminare für das Schuljahr 2017/2018

Wertvolle Tipps fürs Auslandsjahr, neue Freunde und viel Spaß

Vorbereitungsseminar Kanada Austausch
Workshops und Vorträge: konzentriertes Arbeiten

Jedes große Abenteuer beginnt mit einem ersten Schritt. So ist das auch für die neuen Teilnehmer, die bald mit Breidenbach Education zu Gast in Kanada sein werden. Unweit des Fernsehturms im schönen Waldhotel Stuttgart trafen sich die Jugendlichen in tollem Ambiente und bei heißen Temperaturen, um gemeinsam viel Interessantes rund um Kanada zu erfahren, ein bisschen Englisch zu sprechen, nützliche Tipps für ihr Auslandsjahr zu bekommen und natürlich um viel Spaß zu haben.

 

Die ersten wichtigen Entscheidungen hatten alle Teilnehmer schon getroffen: Soll man „nur“ für ein Semester nach Kanada oder für ein ganzes Jahr? Geht es in ein Internat oder zu einer Gastfamilie? Will ich in einer französischsprachigen Provinz leben? Kanada bietet den Gastschülern eine solche Breite und Vielfalt an Möglichkeiten, dass allein diese Entscheidungen nicht allen leichtgefallen sind. Doch mit der Hilfe des Breidenbach-Teams haben alle die perfekte Destination gefunden. Nun wurde es Zeit, in die Tiefe zu gehen. 

 

Schon morgens hatten sich die Teilnehmer des Jahrgangs 2017/18 das erste Mal getroffen. Jacob Woehrle und Kristin Schwab von Breidenbach Education interessierte, welche Erwartungen die Jugendlichen an ihr Auslandsjahr haben.
„Alle haben zusammengesessen und wir wurden nach Provinzen sortiert“, erinnert sich Teilnehmerin Paula, die aus Bad Oldeslohe kommt. „Ich gehe gemeinsam mit fünf Jungen nach Canmore. Alle waren nett und wir hatten Zeit uns kennenzulernen.“

Wichtige Informationen

Nach und nach versorgte das Breidenbach-Team die Jugendlichen mit Informationen zu Land und Leuten, zur Anreise und zum Alltag vor Ort mit Schule und Gastfamilien. Wird es einen „Kulturschock“ geben? Welche Probleme können auftreten? Wie integriere ich mich am besten und wie fülle ich eine Declaration-Card aus? Auch kleine Anekdoten lockerten die Stimmung immer wieder auf. „Wenn man in Kanada von einem Jungen ins Kino eingeladen wird und er zahlt, bedeutet dass, dass man ein Paar ist“, lacht Paula. „Das habe ich noch nicht gewusst und hier in Deutschland ist das ja auch nicht so.“     

 

Eine wichtige Frage für viele Teilnehmer war auch, ob man seiner Gastfamilie etwas mitbringen soll. „Ich habe gehört, dass die Kanadier keine so leckere Schokolade haben wie wir“, verrät Paula. „Da möchte ich als Gastgeschenk ein bisschen deutsche Schokolade mitbringen. Vielleicht auch Lübecker Marzipan – das kommt aus meiner Gegend. Eine kleine Aufmerksamkeit ist schön, aber übertreiben sollte man es wahrscheinlich nicht.“

Aufregung und Vorfreude

BC calling! Unsere Gruppe für British Columbia
BC calling! Unsere Gruppe für British Columbia

Auch die anderen Schülerinnen und Schüler waren aufgeregt und hatten viele Fragen. „Ich war zwar letztes Jahr schon einmal zwei Wochen auf Norderney – aber das Auslandsjahr in Kanada ist nochmal eine ganz andere Nummer“, ist sich die 15-jährige Lilly sicher. „Ich bin ziemlich aufgeregt und habe schon im Internet nach meiner kanadischen Schule gegoogelt.“ Beim Vorbereitungsseminar von Breidenbach Education konnte Lilly nun viel über die Abläufe vor Ort, ihre Ankunft und das Leben in der Gastfamilie erfahren. Die 15-Jährige wird zehn Monate in Roblin (Manitoba) verbringen. „Anfangs saßen wir alle ein bisschen angespannt auf unseren Sitzen“, erinnert sie sich. „Doch dann wurde die Stimmung immer lockerer und wir haben viel gelacht. Das Vorbereitungsseminar war schon eine sehr große Hilfe.“

 

In einer Mappe können die Teilnehmer des Jahrgangs 2017/18 alle Informationen sammeln. Auch Kontaktdaten werden eifrig untereinander ausgetauscht. Ganz wichtig ist das ultimative „Handbuch Schüleraustausch“, in dem das Team von Breidenbach Education alles Wissenswerte zum Auslandsjahr aufgeschrieben hat. Darin können die Schülerinnen und Schüler auch vor Ort in Kanada noch einmal blättern, wenn Sie Fragen haben. Außerdem finden sie dort alle wichtigen Nummern – zum Beispiel auch die der deutschen Mitarbeiterin von Breidenbach Education, die sich vor Ort in Kanada um die Schüler kümmert.

Kontakte knüpfen

entspannte Mittagspause und gutes Essen
entspannte Mittagspause und gutes Essen

Auch die Eltern konnten beim Vorbereitungsseminar alle wichtigen Fragen stellen: Können wir unsere Kinder in Kanada besuchen? Wer sind die Ansprechpartner vor Ort? Wie funktioniert die Einreise und welche Versicherungen brauchen die Schüler? Die Mitarbeiter von Breidenbach Education gingen auf diese und noch viele weitere Punkte detailliert ein und konnten allen Eltern ein gutes Gefühl geben: Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr ist jemand von Breidenbach Education erreichbar, falls es einmal Probleme geben sollte. 

 

„Eltern haben ja ganz andere Fragen als wir Jugendlichen“, findet die 15-jährige Liza. „Für meine Mutter ist es schon ein bisschen schwierig, dass ich so lange von zuhause weg bin.“ Die Stuttgarterin wird ab September in einem Mädcheninternat in Toronto zur Schule gehen. Beim Vorbereitungsseminar hat sie zwei Mädchen getroffen, die ebenfalls nach Ontario gehen. „Eine davon wohnt sogar nur drei Straßen weiter“, lacht sie. „Sie geht aber nicht aufs Internat. Aber es ist trotzdem schön, zu wissen, dass jemand in der Nähe ist, den ich schon ein wenig kenne.“ Rückblickend ist die 15-Jährige sehr froh, so gut vorbereitet zu sein: „Das Seminar war unglaublich interessant und es wurden viele Fragen geklärt, an die ich überhaupt noch nicht gedacht hatte“, erinnert sie sich. „Es war ein schönes Beisammensein. Alle waren sehr aufgeregt und da wir ja alle wussten, dass es bald losgeht, hatten wir von Beginn an ein tolles Gemeinschaftsgefühl.“

 

Bald werden Paula, Lilly, Liza und die anderen Jugendlichen ihre ersten Erfahrungen vor Ort machen, neue Begegnungen werden sie prägen und Erfahrungen ihren Horizont erweitern. Hier auf dem Kanadablog könnt ihr diese Geschichten verfolgen und dabei auch einiges über Kanada sowie Wissenswertes zum Erlebnis Schüleraustausch erfahren. Habt ihr auch Interesse als Gastschüler nach Kanada zu gehen? Dann informiert euch hier: www.breidenbach-education.com oder bestellt das aktuelle Magazin von Breidenbach Education. 

Tipps für die erste Zeit in Kanada

Angekommen

Es ist soweit – unsere Kanada-Gastschüler sind angekommen im flächenmäßig zweitgrößten Staat der Erde. Sie werden in den kommenden Wochen neue Städte und ihr Zuhause auf Zeit kennenlernen, sich in neue Familien eingewöhnen und Teil einer kanadischen Schulklasse sein. Gerade am Anfang können die Gefühle dabei ganz schön Achterbahn fahren – von „Juhu, ich entdecke die Welt“ bis „Ich fühle mich so allein“ ist oft alles dabei. Janina, die nun in Nanaimo (British Columbia) lebt, beschreibt die Situation so: „Die ersten Tage waren ehrlich gesagt nicht so einfach, da habe ich erst richtig realisiert, dass ich jetzt meine Familie und meine Freunde so lange nicht sehen werde“, berichtet sie. „Es hat sich alles noch sehr fremd angefühlt obwohl ich die Zeit trotzdem sehr spannend und schön fand. Doch jetzt – zwei Wochen später – geht es mir richtig gut.“ 

 

Damit für Janina und alle anderen Gastschüler die erste Zeit im Ausland nicht so schwer wird, haben wir ein paar Tipps gesammelt, die immer dann helfen, wenn das Heimweh plagt.

1. Integrieren

Jede Familie tickt anders, deshalb sollte man seine neue Familie gut kennenlernen und versuchen, ein Teil von ihr zu werden. Wer mit anpackt oder bei gemeinsamen Aktivitäten dabei ist, kommt schnell an. Zum Warmwerden mit den neuen Familienmitgliedern könnte man zum Beispiel auch einmal das eigene Lieblingsessen für alle kochen. Wenn es Probleme gibt, sollten diese am besten offen und konstruktiv angesprochen werden. 


2. Sprechen

Es klingt einfach und ist doch so wichtig. Je besser man die Sprache beherrscht, desto schneller fühlt man sich auch zuhause. Bald wird sogar das Denken und Träumen auf Englisch passieren – dann ist man richtig angekommen. Also: unterhalten – so oft es geht und am besten mit vielen verschiedenen Menschen. 


3. Kontakte knüpfen

Neue Leute kennenzulernen ist wichtig aber nicht immer einfach. Gastschülerin Janina erzählt: „Kanadische Freunde habe ich noch nicht so richtig gefunden, das ist schwer, weil sie ja schon Freunde haben und in bestehenden Gruppen sind. Mit anderen International Students habe ich aber schon ein paar Sachen unternommen. Wir waren bei einem Hockeyspiel und Bowlen.“ Und trotzdem sollte man unbedingt  den Kontakt zu den kanadischen Schülern suchen. Geduld, Offenheit und Freundlichkeit zahlen sich garantiert aus.


4. Erlebnisse

Auch wenn es manchmal nicht einfach ist, neue Leute kennenzulernen, ist es gut, trotzdem etwas zu erleben. Dann geht man am besten erst einmal alleine vor die Tür und lernt die neue Stadt kennen: Los geht’s auf Fotosafari! Wo gibt es den besten Burger? Spielt vielleicht meine Lieblingsband? So vergisst man düstere Gedanken schnell und lernt die Vorzüge der neuen Umgebung kennen. 


5. Hobbies

Wer auch zuhause schon ein Hobby verfolgt hat oder gerne einmal etwas Neues ausprobieren will, macht das am besten jetzt: Kunstkurse im Jugendclub besuchen, Leseausweis in der Bücherei beantragen oder einen Platz im Schwimmteam ergattern. „Sport ist eine sehr gute Gelegenheit, Leute kennenzulernen“, findet auch Janina. „Letze Woche war ich beim Basketballtraining. Dort habe ich dann auch mit ein paar sehr netten Kanadierinnen gesprochen. Ich denke das wird sich mit der Zeit entwickeln, man muss sich einfach trauen auf die Leute zuzugehen auch wenn das nicht immer einfach ist.“


6. Kontakt nach Hause

Skype, Facetime oder Whatsapp wirken oft Wunder, wenn das Heimweh schlimm ist. Janina telefoniert und schreibt immer wieder mit Familie und Freunden: „Nur die Zeitverschiebung schränkt das Ganze etwas ein. Man muss planen, wann man miteinander spricht. Wenn ich ins Bett gehe ist meistens eine gute Zeit, weil in Deutschland dann Zeit zum Aufstehen ist.“
Aber auch hier zählt: weniger Kontakt nach Deutschland und dafür mehr mit kanadischen Schülern unternehmen. So vergeht das Heimweh am schnellsten und man fühlt sich schon bald wie Zuhause.


7. Gemütlich machen

Wichtig ist auch, sich im neuen Zimmer wohl zu fühlen. Eine neue Kuscheldecke, ein paar Bilder der besten Freunde und die richtige Musik, dann fühlt man sich schnell wie zuhause. Wer eine Naschkatze ist, kann sich die Lieblings-Süßigkeit aus Deutschland schicken lassen. Das ist Nervennahrung und Erinnerung zugleich. 


8. Durchhalten

Heimweh ist ganz normal – gerade am Anfang wenn man sich noch eingewöhnt, vermisst man die gewohnte Umgebung, Freunde und Familie besonders. Die Zeit im Ausland ist aber eine gute Gelegenheit, Herausforderungen alleine zu meistern. 


Ob Teresa, Janina, Tabea und die anderen Gastschüler diese Tipps in Kanada in den kommenden Wochen ganz dringend brauchen werden oder ob sie sich auch so schon gut eingelebt haben – das lest ihr bald hier im Kanadablog. 

Das Vorbereitungsseminar in Stuttgart

Arbeiten

Tipps, Tricks und viel Material:

Margrit Breidenbach ist die Kanada-Expertin und bereitet Schüler seit 15 Jahren auf ihren Auslandsaufenthalt vor.

mit viel Spaß

Im Seminar geht es beispielsweise um Kulturunterschiede und das Leben in einer Gastfamilie. Aber auch für die Eltern in Deutschland gibt es wichtige Informationen.

und gutem Essen

Und auch für das kulinarische Wohl ist gesorgt: Vegan, Vegetarisch, Fleisch, Fisch? Für jeden ist etwas dabei. Ein Kompliment an den Küchenchef. Das Essen war hervorragend!



Was kann ich als Gastgeschenk mitbringen?, Wie finde ich neue Freunde?, Was mache ich bei Heimweh? -  diese und viele andere Fragen beschäftigen sicher jeden Austauschschüler. Auch die 15-jährige Merit aus Rüsselsheim. Sie geht für ein Jahr nach Kanada. „Ich war 2015 im Urlaub dort. Das hat mir so gut gefallen, dass ich geschaut habe, was es für Möglichkeiten gibt. Dann kam ich auf das Auslandsjahr.“ 

Damit der Start in das Abenteuer Kanada gelingt, gibt es für die Schüler von Breidenbach Education ein Vorbereitungstreffen. In diesem Jahr findet es für Merit und die anderen Schüler in Stuttgart statt. Hier gibt das Team von Breidenbach Education Antworten auf die vielen Fragen der Jugendlichen. 

„Das Treffen hilft mir sehr. Ich bin nicht mehr so nervös und denke an das, was ich nicht vergessen darf“, sagt die 15-jährige. Auch sei ihr der Kontakt zu den anderen Schülern sehr wichtig. „Manche fahren an den gleichen Ort wie ich. Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist“, sagt Merit. 

Margrit Breidenbach macht den Jugendlichen Mut, sich auf Kanada und seine Menschen einzulassen. „Ihr könnt bereits Englisch sprechen und Euch mit Euren Gastfamilie unterhalten, das ist ein großer Vorteil, den ihr habt“, sagt sie. 

Tabea ist mit ihrer Mutter von Hamburg nach Stuttgart geflogen. „Ich hatte erst gar keine Vorstellung wie das Treffen wird. Ich finde es gut, denn ich hatte mich noch nicht so intensiv mit Kanada beschäftigt“, sagt die 15-Jährige. In Stuttgart erfährt sie mehr über die Kultur in Kanada, über die Unterschiede der Kommunikation von Deutschen und Kanadiern und wie sie sich in dem neuen Land integrieren kann. 

Laut Margrit Breidenbach ist der erste Schultag immer wahnsinnig aufregend. „Am Anfang werdet ihr eher internationalen Kontakt zu anderen Austauschschülern haben. Aber ihr wollt ja auch Kontakt zu kanadischen Schülern“, sagt sie. Sie empfiehlt den Jugendlichen in die örtlichen Vereine zu gehen, um in das kanadische Leben einzutauchen und Kontakte zu kanadischen Schülern aufzubauen.

In einer Mappe sammeln Tabea und die anderen Schüler sämtliche Unterlagen. „Das finde ich gut. Dann kann ich später nochmal alles nachlesen. Wir bekommen viele hilfreiche Informationen, die über das Übliche hinausgehen“, sagt sie. So habe sie gar nicht an den Jetlag bei ihrer Ankunft gedacht. „Das hat mich überrascht, dass ich ja hundemüde sein werde.“ Auf ihre Gastfamilie freut sie sich schon sehr. „Ich habe ein gutes Gefühl. Die eine Gastschwester ist so alt wie ich und spielt auch Volleyball“, freut sich Tabea.

Die Pausen nutzt Tabea, um die anderen Jugendlichen kennenzulernen: „Man merkt, dass alle aufgeschlossen sind. Ich denke, wir werden den Kontakt weiterhin halten, da wir ja in der selben Situation sind.“ Und sie hat Zoe in Stuttgart getroffen. Gemeinsam mit der 14-jährigen wird Tabea dem Abenteuer Kanada entgegenfliegen.

 

Wie geht es für Tabea und Merit weiter? Das lest Ihr hier im Kanada-Blog.

Auf nach Kanada!

Die Blog-Teilnehmer


Teresa, 16 Jahre

wird ein Schuljahr in Vernon verbringen
 

Tabea, 15 Jahre

ist ein Semester in Abbotsford in British Columbia

 

Janina, 18 Jahre

ist für ein Semester in Nanaimo

Hier auf dem Foto mit Simone von Breidenbach Education im Gespräch in Stuttgart


Jedes Jahr erleben zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Deutschland das Abenteuer Kanada. Mit einem Austauschprogramm sind sie für fünf Monate oder ein ganzes Jahr am anderen Ende der Welt. Sie lassen ihre Freunde und Familien zurück und tauchen in das kanadische Leben ein. Die Jugendlichen leben in Gastfamilien und besuchen die örtlichen Schulen. Im September geht es auch für Teresa, Zoe und Janina los. Die drei Schülerinnen freuen sich riesig auf ihre Zeit in Kanada. Und je näher der Tag der Abreise rückt, desto mehr steigt ihre Aufregung....

Teresa hat seit ihrer Kindheit viele Geschichten aus Kanada gehört: von der wunderschönen Landschaft, der Weite, den freundlichen Menschen. Denn ihre Mutter hat mit ihren Eltern in Kanada gelebt. „Mein Opa war Pilot bei der Bundeswehr und war in Kanada stationiert“, berichtet die 16-Jährige. Ihre Mutter habe später in Kanada studiert und schwärme viel über das Land.

Teresa selbst ist noch nie in der alten Heimat ihrer Familie gewesen. „Freunde von mir sind nach Neuseeland oder in die USA. Ich wollte aber immer nach Kanada“, sagt sie. Mit dem Schüleraustauschprogramm gehe sie nun für ein Jahr in die Region, wo ihre Mutter studiert hat.„Ihre Freunde dort wissen Bescheid, dass ich komme“, sagt Teresa. 

Sie freue sich schon sehr darauf, ihre eigenen Erfahrungen in Kanada zu machen. „Meine Oma sagt immer: Du wirst in die Weite schauen und kannst es nicht glauben.“ Die Dimensionen seien überwältigend. „Und die Leute sollen anders drauf sein – viel gelassener und nicht so spießig“, sagt Teresa.

Auf jeden Fall möchte sie Fotos von ihrer Familie und ihren Freunden mitnehmen und in ihrem Zimmer bei der Gastfamilie aufstellen. „Meine Großeltern werde ich sehr vermissen. Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu ihnen“, sagt Teresa. Auch der Abschied von ihren Eltern und Freunden werde ihr nicht leichtfallen. Und von ihrem Leihhund muss sie sich für das Jahr trennen. „Ich kümmere mich um ihn seit ich in der 4. Klasse bin. Ich werde ihn vermissen.“

Zurück nach Deutschland wird Teresa nicht alleine fliegen. „Meine Eltern wollen zum Abschluss nach Vernon kommen. Sie holen mich ab und verbinden es mit einer Reise.“

 

Zoe ist erst 14 Jahre alt. Doch sie weiß schon ganz genau was sie will. Im September geht es für die Hamburgerin nach Kanada. „Ich interessiere mich für die Kultur. Ich war noch nie dort. Ich möchte etwas Neues erleben und mal in eine andere Welt eintauchen“, sagt sie. Bereits mit elf Jahren sei ihr klar gewesen, dass sie nach Kanada will. „Ich weiß gar nicht warum. Es war nicht ein plötzlicher Moment, sondern es stand für mich immer fest, dass ich ins Ausland gehe.“ Kanada sei für sie ein klares Land „und ich mag den Akzent“, sagt Zoe. Mit ihren 14 Jahren ist sie eine der Jüngsten im Austauschprogramm. „Meine Eltern haben das Gefühl, dass ich bereit dafür bin“, erzählt sie. 

Am meisten werde sie ihr gewohntes Umfeld, die Schule, die Routine, ihre Familie und Freunde vermissen. Doch sie freue sich auf das Land. 

 

Janina kommt aus der Nähe von Düsseldorf. Die 18-Jährige hat gerade ihr Abitur absolviert. Für fünf Monate geht sie nun nach British Columbia. „Eigentlich wollte ich während meiner Schulzeit für ein Jahr ins Ausland“, erzählt sie. Aber dann hätte sie ein Schuljahr wiederholen müssen und wäre in eine andere Klasse gekommen. „Ich wollte aber bei meinen Freunden bleiben“, sagt Janina. 

Der richtige Zeitpunkt für ein Auslandsjahr sei daher jetzt. „Ich weiß noch nicht, was ich studieren möchte. Da habe ich nach Alternativen gesucht und den Schüleraustausch in Kanada gefunden“, berichtet die 18-Jährige. Erst sei sie skeptisch gewesen. „Ich bin mit der Schule ja gerade fertig geworden“. Die Vorstellung wieder die Schulbank zu drücken, habe sie zunächst abgeschreckt. „Aber in Kanada kann ich meinen Stundenplan selbst zusammenstellen. Man kann interessante Fächer auswählen. Das gibt mir vielleicht Orientierung was ich später studieren möchte“, sagt Janina. Außerdem spiele sie Basketball und möchte gerne im Schulteam spielen. „Ich finde es schön in einer Familie zu leben und ich möchte mein Englisch verbessern.“

Zuerst habe sie nach Australien gewollt. „Ich wollte weit weg in ein englischsprachiges Land und nicht nach England“, erzählt die Abiturientin. Jetzt also Kanada. „Alle mit denen ich gesprochen habe, sagen, dass Kanada schön ist.“

Nun heißt es Abschied nehmen. „Als mir gesagt wurde, in welche Gastfamilie ich komme, habe ich es zum ersten Mal realisiert, dass es bald los geht. Davor war es noch so weit weg“. Sie freue sich darauf. „Auch wenn es am Anfang sicher komisch ist, woanders zu sein.“

 

Wie es Teresa, Zoe und Janina in Kanada geht und was sie dort erleben – das lest ihr hier im Kanada-Blog.