Salut !
Ich bin Anahid und habe zehn Monate in Drummondville, Quebec verbracht.
In diesen zehn Monaten habe ich so viel erlebt, dass es mir schwer fällt, einen Anfang zu finden.
Ende August bin ich zusammen mit zwei anderen deutschen Schülern von Breidenbach von Frankfurt nach Montréal geflogen. Am Flughafen wurden wir von einer unserer Betreuerinnen abgeholt und zu unseren Gastfamilien gefahren. Mir ist sofort aufgefallen, wie herzlich und glücklich sie war, uns in Empfang zu nehmen.
Die ersten Tage habe ich bei meiner Gastfamilie verbracht, bevor ich dann in die Residenz gezogen bin, in der ich unter der Woche gelebt habe. Dort habe ich die meisten Freundschaften geschlossen – mit Kanadiern und auch mit anderen internationalen Schülern.
Was ich von meinem Auslandsjahr am meisten vermissen werde, sind die Freundschaften, die ich dort geschlossen habe. Ich habe das Internatsleben geliebt, weil man den ganzen Tag mit denselben Personen verbringt und ich dort wirklich tolle Menschen kennengelernt habe. Wenn ich mal weniger für die Schule motiviert war, ging es mir nach dem Frühstück mit meinen Freunden gleich besser.
Und im Unterricht habe ich viele neue Erfahrungen gemacht, weil dort ganz anders gelernt wird als in Deutschland. “Monde Contemporain” (“Zeitgenössische Welt”- also Politik und Gesellschaft) und “CCQ”- („Kultur und Staatsbürgerschaft Québecs“) waren meine Lieblingsfächer. Außerdem war der Unterricht an sich ganz anders aufgebaut als in Deutschland. Die Lehrer gingen immer durch die Reihen und haben mit Begeisterung bei unseren Projekten geholfen. Generell hat mich die überaus freundschaftliche Beziehung zwischen Lehrern und Schülern beeindruckt.
Worauf ich mich auch immer gefreut habe, waren die monatlichen “Week-ends Inter”. Dabei unternahmen wir verschiedene Aktivitäten – zum Beispiel Klettern, Hundeschlittenfahren oder einen Ausflug in den Freizeitpark La Ronde in Montréal. Meistens haben wir in Hotels oder Hütten an Seen übernachtet.
Natürlich hatte ich auch schwierigere Momente und Heimweh, doch das ist spätestens dann verschwunden, als ich mit meinen Freunden am Abend draußen war.
Wenn ich heute zurückblicke, würde ich eine Sache anders machen:
Am Anfang habe ich viel Zeit mit den anderen deutschen Austauschschülern verbracht. Dadurch hat es ein bisschen länger gedauert, bis ich mich in der Residenz richtig mit anderen angefreundet und auch in meiner Klasse besser eingelebt habe.
Zum Abschluss meines Auslandsjahres durfte ich ein echtes Highlight erleben: die Graduation. In Québec findet sie bereits am Ende der elften Klasse statt – mit rotem Teppich, Abschlussgala, Feuerwerk und einem Prom - wie im Film.
Mein Auslandsjahr war nicht immer leicht, aber genau das hat es so wertvoll gemacht. Ich habe gelernt, selbstständig zu sein, Herausforderungen zu meistern und mich auf neue Menschen einzulassen. Ich werde immer mit einem Lächeln an dieses Jahr zurückdenken.
