Erfahrungsbericht: Grandview (Manitoba)

Seitdem meine Familie und ich Kanada im Jahr 2019 besucht haben, war ich begeistert von dem Land, den Menschen und der Kultur. Ich wollte unbedingt wieder zurück und Kanada mehr kennenlernen, umso überraschender kam die Entscheidung nach Manitoba zu gehen. Manitoba und besonders Grandview stehen nicht unbedingt auf den Top-5 Reisezielen von Kanada, nichtsdestotrotz war ich total begeistert und habe meine fünf Monate auf zehn Monate verlängert.

 

Bevor dem Flug durfte ich auf dem von Breidenbach organisierten Vorbereitungsseminar alle Schüler die mit mir nach Manitoba fliegen würden kennenlernen. Man konnte direkt Kontakte schließen und sich über das packen und so weiter austauschen. Das hat mir vor allem am Anfang total geholfen und hat die Nervosität etwas gedämpft.

 

Auch wenn mein Auslandsjahr perfekt war, hatte ich am Anfang Schwierigkeiten mich einzugewöhnen. Meine Gastmutter war die ersten zwei Monate wegen familiären Gründen nicht da und da sie den Austausch großenteils übernimmt, hatte mein Gastvater zum ersten mal die Organisation in der Hand. Da durch das er fast den ganzen Tag arbeitet, hatte ich nicht viel Anhalt. Ich weiß, dass ist ein Grundsatz und einfacher gesagt als getan, aber Probleme direkt und persönlich anzusprechen ist am Ende die einfachste und beste Lösung. Unsere Nachbarn, (in Grandview heißt das trotzdem zwei Meilen Entfernung), haben mich dann durch das Dorf geführt und viele Events mit mir geplant, was total lieb war. Kanadier sind wirklich durch und durch nette Leute und helfen wo auch immer es geht! 

 

Ein paar Tage später kam dann auch mein Gastbruder, Santiago aus Kolumbien, für das erste Semester an und wir haben uns auf Anhieb verstanden. Abgesehen von, wer das Bad putzen muss, fand ich es sehr schön, einen gleichaltrigen Gastbruder zu haben, der in der gleichen Situation war wie ich.

 

Mit dreizehn Pferden, drei Hunden und drei Katzen war es nie langweilig. Mit meiner Gastmutter, Gastbruder oder Freundinnen gab es immer jemanden mit dem man Ausreiten konnte.

 

Allgemein gibt es auf einer Farm auch immer genug zu tun und ich hatte sogar die Möglichkeit in den „Bush“ mitzukommen. In fast unberührtem Wald mussten wir mit einem Quad zu seinen Bieber Fallen fahren und habe mitgeholfen an seiner neuen Fischerhütte zu bauen. Leider, oder zum Glück, habe ich keinen Bären gesehen. 

 


Grandview hat zwar keine großen Shopping-Malls zu bieten, aber durch die geringe Einwohnerzahl des Dorfes, ist es total familiär. Jeder kennt jeden und als einer von nur drei Austauschschülern wird man herzlich aufgenommen. Dadurch hat man in der Schule auch großenteils nur Kontakt mit Kanadiern und das Englisch sprechen wird fast sofort zur Normalität. Das Leben auf der Farm kennenzulernen und nicht die Spülmaschine auszuräumen, sondern die Pferde als Haushaltsarbeit zu füttern, war unglaublich spannend.

 

 

Die Schule hat viele Sport Angebote wie Basketball, Leichtathletik und Volleyball. Bei jeder Sportart gab es zunächst Zones, in denen man sich für die Provinzials qualifizieren konnte. Vor allem bei den Manschaftssportarten konnte man schnell Freunde finden und durch die Trips zu den Turnieren konnte man weitere Städte und Leute kennenlernen. Das hat immer sehr viel Spaß gemacht und man hat immer mit Freude dafür gepackt.

 

Mit dem MVSD, welcher noch zwei weitere Dörfer miteinbezieht, unternimmt man jeden Monat eine neue Aktivität mit allen internationalen Schülern. Dadurch hatte man auch außerhalb Kontakte und konnte sich am Wochenende treffen, wobei man überall hingefahren werden muss, da kein Bus, außer der Schulbus, fährt.

 

Ich bin mir sicher, egal wohin man in Kanada geht, man kommt immer mit vielen neuen Erfahrungen und voller Freude zurück, aber in Manitoba ist es durch die nahe Natur und der kleinen Gemeinschaft viel Intensiver und man macht viele neue Kontakte um die ganze Welt, aber vor allem in Kanada, die für immer bleiben werden. 

 

Auf meiner Überaschungsabschiedsfeier wurde mir bewusst, was für eine einzigartige Erfahrung ich gemacht habe und wie sehr ich meine Freund, als auch meine Gastfamilie vermissen werde. Zum Glück ist es heutzutage etwas einfacher!