Ich bin Lola, 16 Jahre alt, und durfte für 10 Monate in Chilliwack, Nähe Vancouver leben und dort auf die GW Graham Secondary School gehen. Die Idee, ein Auslandsjahr zu machen, kam mir schon ziemlich früh, als eine Freundin von ihrem Auslandsjahr zurückkam und von ihren positiven Erlebnissen berichtete. Also fing ich in der 9. Klasse an, nach Organisationen zu suchen, und stieß ziemlich schnell auf Breidenbach – auch, weil sie eine der wenigen Organisationen war, die sich komplett auf Kanada spezialisiert hat.
Nachdem die Formalitäten geklärt waren und ich mich für eine Schule und einen Ort entschieden hatte, folgte dann im Frühjahr 2024 das Vorbereitungsseminar von Breidenbach, wo wir nochmal im Detail auf das Jahr vorbereitet wurden. Dabei haben sich wirklich alle möglichen Sorgen in Luft aufgelöst, und die Vorfreude hat ihren Platz eingenommen. Ich konnte es wirklich kaum erwarten, endlich nach Kanada zu fliegen. Am 27. August war es dann endlich so weit.
Ich traf mich mit einigen anderen deutschen Austauschschülern von Breidenbach am Flughafen Frankfurt und war natürlich mega aufgeregt, auch weil es mein erster Langstreckenflug war. Am Flughafen in Vancouver wurde ich dann von meiner Gastmutter abgeholt, und wir konnten uns schon auf der Autofahrt super kennenlernen. Ich hatte zwei kleine Gastschwestern, eine Gastcousine, einen Hund und eine Katze.
Die ersten Tage waren sehr entspannt. Ich konnte meine Gastfamilie und die Schule besser kennenlernen und mich eingewöhnen. Leider hatte ich schon ein wenig mit Jetlag zu kämpfen.
In der Schule musste ich mich anfangs an die Kurse und den Stundenplan gewöhnen. Man hat nämlich nicht wie in Deutschland 10 oder 11 Fächer, sondern rotierend immer nur vier pro Halbjahr. Ich hatte Mathe, Chor, Spanisch und Psychologie, und ich muss sagen, ich war ziemlich zufrieden mit den Fächern, vorallem Psychologie war richtig interessant. Die Lehrer waren alle super nett und verständnisvoll und sie hatten zu den Schülern eine eher freundschaftliche Beziehung.
Da ich Field Hockey gespielt habe, konnte ich gut auch Kanadier kennenlernen, und ich würde auf jeden Fall empfehlen, eine Sportart oder extracurriculare Aktivität zu machen, um ein bisschen mehr Anschluss zu finden. Ich hatte quasi gar keine Zeit, Heimweh zu haben, weil ich eigentlich immer etwas zu tun hatte. Ich war super erleichtert, dass meine Gastfamilie viel mit mir unternommen hat und mich in die Familie mit einbezogen hat. Meine Gastcousine war auch nur zu Besuch, und ich habe mich von Anfang an echt gut mit ihr verstanden. Ich war froh, bei Familienfeiern nicht die Einzige in meinem Alter zu sein.
Das erste Fest war Thanksgiving – ein richtiger Kulturschock! Die ganze Familie war eingeladen, und wir hatten ganz typisch Turkey mit Cranberry-Soße, was auf jeden Fall eine Erfahrung für sich war. Auch Weihnachten war mal was anderes, weil man das in Kanada am 25. Dezember morgens feiert. Es war leider nicht wie erhofft eine weiße Weihnacht, sondern eher verregnet, aber es war natürlich trotzdem schön.
Im Winter bin ich dann auch mit dem Programm nach Whistler Ski fahren gegangen, das war mit eine der besten Erlebnisse. Die Pisten waren für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil sie kaum präpariert waren.. Ich bin zusätzlich auch dem Ski-Club der GW beigetreten, wo wir dann jeden Freitag ins nahegelegene Skigebiet gefahren sind und den Tag dort verbracht haben und selbstständig Ski fahren konnten.
Im zweiten Halbjahr konnte ich dem Leichtathletikteam beitreten. Wir sind dann regelmäßig zu Wettkämpfen gefahren und hatten zweimal die Woche Training. Der Schulsport hatte ein beeindruckendes Level, und das Team war immer sehr motiviert, was echt cool war. Zusätzlich war ich Teil der Musicalproduktion, die mit drei Proben in der Woche auch sehr zeitintensiv war, aber echt unglaublich viel Spaß gemacht hat. Die Aufführung war super aufwendig, aber ein voller Erfolg. Dort habe ich auch nochmal ein paar echt tolle Menschen kennengelernt.
Die Fächer im zweiten Halbjahr haben mir echt gut gefallen und waren zum Teil auch etwas ungewöhnlich im Vergleich zu Deutschland – wie Fashion & Design und Kochen zum Beispiel.
Zum Ende meines Auslandsjahres konnte ich glücklicherweise sogar zum Prom gehen, was wirklich ein Traum war und ein schöner Abschluss von einem Jahr, das viel zu schnell vorbeiging und gefüllt mit tollen Erinnerungen und Erlebnissen war.



