Hallo, ich habe das Schuljahr 2025/2026 auf Vancouver Island in Campbell River verbracht. Dort ging ich auf die Carihi Secondary School und schwamm im CRKW Schwimmverein.
Als ich in Vancouver gelandet bin, war ich schon etwas aufgeregt meine Hostmom zu treffen. Ich kannte sie schon, da ich schon mit ihr telefoniert hatte. Als ich dann aus dem Immigration Office kam, wartete meine Hostmom mit ihrer Tochter mit einem Willkommensschild auf mich. Ich fuhr dann direkt nach Calgary mit ihr, um meine Gastschwester an der Universität abzusetzen.
Während der Fahrt durch die Rocky Mountains habe ich leider die meiste Zeit geschlafen, weil ich noch Jetlag hatte. In Banff habe ich dann einen Beaver Tail probiert. Meine Gastschwester hat mir eingeredet, dass er aus echten Bieberschwänzen gemacht wird. Eigentlich ist es einfach nur gebackener Teig mit Zimt und Zucker.
In Calgary hatte ich Zeit meine Hostmom etwas besser kennenzulernen. Ich kam am Abend zurück nach Campbell River und hatte dann am nächsten Morgen 2 Orientation Days. Wir (alle Internationals) waren an einem See, sind geschwommen und haben uns kennengelernt. Am nächsten Tag haben wir dann noch Abläufe für die Schule erklärt bekommen.
An meinem ersten Schultag war ich sehr aufgeregt. Besonders in den Klassenraum zu laufen war schwer für mich, aber mit etwas Mut habe ich es geschafft. Im Unterricht hatte ich am Anfang etwas Probleme alles zu verstehen, aber das wurde schnell besser.
Ich hatte mich zu Hause schon über den dortigen Schwimmverein informiert und meine Hostmom ist dort auch Trainerin. Sie hatte mich das erste Mal begleitet und meiner Trainerin vorgestellt. Ich hatte anfangs auch hier etwas Probleme die Kanadier zu verstehen, da das Training und die Übungen und Bezeichnungen anders waren. Dies legte sich aber auch nach einem Monat. Ich hatte sehr viel Spaß im Verein und habe dort meine meisten Freunde gefunden. Ich hatte auch Glück, dass einige meiner Schwimmfreude auch auf die Carihi gingen. So verbrachten wir jede Pause zusammen.
Meine Hostmom und ich kommen sehr gut miteinander aus und wir haben Abends immer Filme zusammen geschaut. Im Oktober waren wir bei einer Fischfarm wo wir nach Bären Ausschau gehalten haben. Zunächst sahen wir keinen, aber dann sprang ein Bär, der im Fluss einen Fisch fraß genau in den Baum vor mir. Ich war keine drei Meter von dem Schwarzbären entfernt. Alles passierte so schnell.
Im Dezember fuhren wir mit dem Schwimmverein nach Richmond zu einem Wettkampf. Dort lernte ich nochmal meine Freunde so richtig kennen.
An Weihnachten kamen alle Kinder meiner Hostmom nach Hause und wir hatten entspannte Weihnachtstage. Zudem war ich einmal auf Mount Washington Skifahren und habe mir dort Skier ausgeliehen. Leider hat es dieses Jahr nicht so viel geschneit, aber trotzdem war es schön.
Im zweiten Semester hatte ich tolle Fächer gewählt mit denen ich sehr glücklich war. Am meisten hat mir Life Saving Spaß gemacht, wo ich mein Bronze Medallian, Bronze Cross und Standard Frist Aid/CPR erwarb. Am Ende des Semesters waren einige meiner Klassenkameraden sehr überrascht, dass ich keine Kanadierin bin. In Woodwork habe ich ein Tablett und viele Schalen gemacht, die ich mit nach Hause nehmen kann.
Ich bin im Mai auch noch mit der International Organisation nach Tofino gefahren. Dort war das Highlight, dass wir surfen waren, das hat sehr viel Spaß gemacht, da wir alle recht schnell Fortschritte gemacht haben. Nachdem ich von Tofino zurück war, habe ich mit meinen Freundinnen auf der Insel Quadra an der Mayday Parade teilgenommen. Dafür haben wir einen Autoanhänger dekoriert, uns selber Kostüme gebastelt und Süßigkeiten geworfen.
Leider kam dann auch schon recht schnell das Ende meines Auslandsjahres. Meine Eltern kamen und haben mich abgeholt. Es war etwas komisch sie in meinem Zimmer zu sehen. Ich hatte noch ein letztes Abendessen mit meiner Hostmom und dann habe ich mich verabschiedet. Später habe mich von meinen Freunden verabschiedet und wir haben uns versprochen, dass wir uns besuchen kommen.
Mein Ziel ist es zu Hause in Deutschland zu arbeiten, um bald wieder einen Flug nach Kanada buchen zu können. Ich habe in diesem Jahr meine besten Freunde kennengelernt mit denen ich mich so gut verstehe. Ich weiß, dass ich immer Campbell River mein zu Hause nennen kann.
Und an alle, die wie ich, etwas muffen sausen hatten, kann ich nur sagen: Just do it! Es wird das beste Jahr eures Lebens.
