Erfahrungsberichte Auslandsjahr Kanada:

Winnipeg, Manitoba

„Fünf Monate sind eigentlich viel zu wenig“

Josefin hat ihr Auslandssemester in Kanada genossen

Ein ganzes Semester in Kanada – im vergangenen Jahr war das für Josefin noch Zukunftsmusik. Nun ist die 15-Jährige schon seit drei Monaten wieder zuhause in der Nähe von München und blickt auf eine tolle Zeit in Winnipeg (Manitoba) zurück. Während ihres High-School-Semesters in Kanada hat sie einen eigenen Song produziert, der kanadischen Kälte getrotzt und sich hervorragend in ihre Gastfamilie integriert  Außerdem hat sie für fünf Monate das Glenlawn Collegiate besucht. 

 

Für kanadablog.de blickt Josefin noch einmal auf die Zeit in Kanada zurück. „Ich bin schon seit Februar wieder zuhause“, erklärt sie. „Und es war ganz komisch, aber es war eigentlich vom ersten Tag an so, als sei ich nie weg gewesen. Ich habe mich mit meinen Freunden genauso verstanden wie vor meiner Kanada-Zeit.“ Mit dieser Aussage nimmt die 15-Jährige auch gleich allen Schülerinnen und Schülern die Angst davor, die Heimat und Freunde einige Monate hinter sich zu lassen.

 

Doch auch wenn sich zuhause nicht viel verändert hat – Josefin selbst hat sich mit ihrem High-School-Semester in Kanada sehr verändert. „Durch meine Zeit in Kanada bin ich sowohl selbstständiger als auch selbstbewusster geworden“, findet sie. „Ich gehe jetzt viel leichter auf andere zu. In Winnipeg habe ich ja am Anfang keinen gekannt und habe mit der Zeit richtig viele Freunde gefunden – Kontakte zu knüpfen fällt mir jetzt viel leichter.“

 


Relaxte Gasteltern

Von ihren kanadischen Freunden und auch von den anderen Austauschschülerinnen und -schülern aus aller Welt hat sich Josefin vor ihrer Abreise aus Kanada gebührend verabschiedet. „Wir haben uns alle noch einmal getroffen und viel geredet, auch mit meinen Gasteltern und den Gast-Großeltern gab es noch ein Abschiedsessen“, erzählt sie. „Mit denen hatte ich so viel Glück. Die Kinder waren so offen und ich habe mich gleich willkommen gefühlt und die Gasteltern haben das ja schon öfter gemacht und waren deshalb richtig relaxt und offen – wir schreiben uns immer noch ab und an.“

 

„Am Abreisetag war dann alles ein bisschen chaotisch“, erinnert sich Josefin. „Schon zwei Tage vorher haben wir eine andere Freundin verabschiedet und als es dann für mich nach Deutschland ging, wollten mich meine Freunde ebenfalls am Flughafen verabschieden.“ Doch dann verpassten Josefins Freunde den Bus und die Schülerin war schon durch die Sicherheitskontrolle gegangen als sie endlich ankamen. „Wir konnten uns nur noch winken, doch auch das war schön. Und meine Gastfamilie war ja auch da“, erinnert sie sich. „Und ich habe ja auch eine schöne Erinnerung an alle mit nach Hause gebracht.“ 

Erinnerung an eine tolle Zeit

Noch vor ihrer Abreise nach Kanada hatte sie von ihrem Vater einen Pullover geschenkt bekommen, auf dem das obligatorische Ahornblatt abgebildet ist. Auf diesem Pullover haben nun alle Freunde unterschrieben – eine Erinnerung, die bleibt. Und die Zeit in Kanada hätte für Josefin gerne noch weiter gehen können: „Ich wäre gern auch noch länger geblieben“, gesteht sie. „Nach einem halben Jahr ist man gerade richtig angekommen und fühlt sich wie zuhause, da lohnt es sich wirklich, ein ganzes Jahr oder zehn Monate zu bleiben.“

 

Für die Sprachsicherheit war Josefins Kanada-Aufenthalt ein Segen. Denn auch schon während der fünf Monate, die Josefin in Winnpeg verbracht hat, hat sich ihr Englisch sehr verbessert. „Im Unterricht habe ich erst vor Kurzem mündlich eine eins mit Sternchen bekommen“, freut sie sich. „Und ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, wie ich englisch denke oder träume. Und natürlich nutze ich jede Menge englische Redewendungen.“ 

Sehnsucht nach den neuen Freunden

Zuhause in der Nähe von München vermisst Josefin manchmal ihre neuerlangten Freiheiten und vor allem natürlich ihre Freunde. „Mit den europäischen Austauschschülern will ich mich auf jeden Fall mal treffen, vor allem mit meiner besten Freundin Helena aus Polen“, verrät sie. „Mit den anderen versuche ich den Kontakt über Whatsapp zu halten und ab und an skypen wir – das ist nur etwas schwieriger wegen der Zeitverschiebung.“ 

 

Die Begegnung mit Jugendlichen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen und der Einblick in das kanadische Leben waren für Josefin das Schönste an ihrem High-School-Semester in Kanada. Außerdem erinnert sich die 15-Jährige immer gern daran zurück, dass sie gemeinsam mit anderen Schülern einen eigenen Song produziert hat. „Wir waren sogar im Studio und haben den Song aufgenommen“, schwärmt sie. „Sowas erlebt man glaube ich an deutschen Schulen nicht.“

Tipps für andere Austauschschüler in Kanada

Deshalb gibt Josefin auch allen zukünftigen Breidenbach-Teilnehmern den Tipp: „Probiert auch mal etwas Verrücktes aus. Es gibt an kanadischen Schulen so viele Möglichkeiten, die es in Deutschland nicht gibt – das muss man nutzen“, ist sie sich sicher. „Außerdem lohnt es sich immer, den ersten Schritt zu machen und auf Leute zuzugehen, dann kann man nur gewinnen.“ Und auch für alle Stadt-Fans hat sie noch einen Hinweis: „Klar ist es toll, während eines Auslandsjahres in einer großen Stadt wie Vancouver oder Montreal zu leben“, sagt sie. „Aber ich kann allen nur empfehlen, auch die atemberaubende Natur Kanadas zu erleben. Wer einmal frühmorgens auf einem spiegelglatten See im Kanu saß, möchte diesen Moment nie wieder missen.“

 

Durch Breidenbach Education hatte die 15-Jährige eine einmalige Zeit in Kanada. „Ich habe mich die ganze Zeit gut aufgehoben gefühlt. Das Breidenbach-Team hat eine super Schule und eine super Gastfamilie gefunden und auch das Vorbereitungsseminar hat mir viel gebracht“, erinnert sie sich. „Vor Ort hatte ich im Falle von Problemen immer Ansprechpartner, obwohl ich davon zum Glück nie Gebrauch machen musste.“

 

Nach ihrem Schulabschluss in Deutschland hat Josefin auch schon Träume für ihre Zukunft: „Am liebsten würde ich mich für ein Stipendium in den USA, Großbritannien oder Kanada bewerben. Dort will ich wahrscheinlich Physik oder Informatik studieren“, verrät sie. „Die Zeit in Kanada hat mich auf jeden Fall nachhaltig geprägt.“ Das Team von Breidenbach Education wünscht Josefin von Herzen alles Gute für die Zukunft und bedankt sich für die vielen schönen Geschichten aus Kanada.

Show me what you’ve got

An ihrer kanadischen Schule arbeitet Josefin jeden Tag an ihrem eigenen Song

Der letzte Monat ist schon angebrochen. Am 3. Februar wird die 15-jährige Josefin ihre zweite Heimat in Kanada verlassen und nach fünf Monaten wieder ihre Familie und Freunde in Deutschland in die Arme schließen. Doch so lange lebt sie noch bei ihrer Gastfamilie in Winnipeg in der kanadischen Provinz Manitoba. Die Bewohner der Provinzhauptstadt sind mit bitterkalten Temperaturen von bis zu minus 50 Grad ins neue Jahr gestartet. 

 

Die 15-Jährige erzählt: „Das Wetter hier ist schon ganz schön verrückt. Am einen Tag hatte es gefühlte minus 50 Grad – da wurden meine Beine schon beim Laufen zur Schule krebsrot vor Kälte und zwei Tage später waren es dann nur noch minus ein Grad.“ Ein Gutes hatte die Kälte aber: Josefin und Freunde aus ihrer Schule erlebten einen gemeinsamen Abend in Winnipeg und hatten viel Spaß auf dem zugefrorenen Fluss. „Genau an dem Fleck wo der Assiniboine-River in den Red River Kolonie fließt, haben wir Fotos gemacht“, lacht sie. „Das war ein wirklich schöner Abend.“

 

 

Spaß und Spannung beim Lasertag

Gemeinsam mit ihren Freunden hat Josefin in Winnipeg Lasertag ausprobiert. Bei dem Spiel mussten Josefin und ihre Freunde versuchen, in speziellen Räumen verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Jeder Spieler hatte dabei einen Phaser mit Infrarotsignal in der Hand und versuchte die Spieler des jeweils anderen Teams mit diesem Signal zu treffen. Nimmt die mit Sensoren ausgestattete Spiel-Weste einen Treffer wahr, werden dem betroffenen Spieler Punkte abgezogen oder er ist ganz aus dem Spiel. „Ein Riesenspaß“, schwärmt Josefin. „Ich glaube in Deutschland gibt es so etwas auch, aber ich habe das noch nie vorher gemacht.“

 

In Winnipeg gibt es zwei Möglichkeiten, Lasertag zu spielen. Im U-Puttz-Amusement Centre in der nähe des Spielkasinos wurde eine postapokalyptische Arena erschaffen, in der die Spieler das Game mit vielen Special-Effects, Lichtern und lauter Musik erleben. Außerdem gibt es noch „Lasertopia – The perfect place for fun“ im Süden Winnipegs zwischen Sterling Lyon und Buffalo Place. Dort tauchen die Spieler in das Geheimnis der verlorenen Stadt ein und bekommen einen Code-Namen. Ein großer Spaß – auch für Josefin und ihre Freunde.

Neue Familienmitglieder

Josefins Gasteltern und ihre Gast-Geschwister Jayden und Kelly haben ein neues Familienmitglied bekommen. „Sie haben einen neuen Welpen adoptiert“, freut sich Josefin. „Ihr Name ist Oreo.“ Nun bringt der kleine schwarz-weiße Hund neuen Wind in die Familie. Und noch ein Familienzuwachs ist zu vermelden – zumindest temporär. Für einige Zeit lebt eine ehemalige Gastschülerin bei Josefins Gastfamilie. „Sie ist gerade aus Deutschland zu Besuch“, erklärt Josefin. „Sie ist 22 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Köln. In Winnipeg will sie alte Freunde besuchen, denn mit 14 Jahren war sie selbst zum Austausch an der dortigen Schule. 

Viel Elan beim Songwriting

Jeden Morgen vor der Schule nimmt sich Josefin weiterhin Zeit dafür, ihren Liedtext zu verbessern. „Wir ändern immer wieder mal einzelne Passagen des Textes oder schreiben neue Lyrics oder probieren Melodien auf der Gitarre“, erklärt sie. „Der Song soll ‚Show me what you’ve got’ heißen.“ Zwei weitere Mädchen sind mittlerweile auch im Songwriting-Kurs, denn wenn das Lied produziert wird, wird die eine das Gitarrensolo spielen und die andere den Text singen. 

 

Für ihren letzten Monat in Kanada hat Josefin noch einige To-Dos auf ihrer Liste: „Ich will auf jeden Fall noch einmal ins Museum of Human Rights“, verrät sie. „Ich war zwar schon einmal dort, aber da waren wir erst kurz vor Schluss da und wussten noch nicht, dass es dort so unglaublich cool ist.“ Das beeindruckende Museum in Winnipegs Innenstadt widmet sich der Geschichte und dem Inhalt der Menschenrechte und geht vor allem auch auf die Perspektive der kanadischen indigenen Bevölkerung ein. Auch das Thema Völkermord hat dort einen Platz.

Ausflug in die Natur

Aber zuerst geht es für die 15-Jährige zu ihren Gast-Großeltern – vielleicht nimmt sie sogar eine Freundin dorthin mit. Die Großeltern leben drei Stunden von Winnipeg entfernt in Sandylake einer winzigen Ortschaft mit rund 250 Einwohnern, deren Häuser sich rund um den gleichnamigen See reihen. „Ich freue mich schon sehr auf diesen Ausflug“, erklärt Josefin. „Ich will noch so viel wie möglich mit meinen Leuten hier verbringen, bevor es am 3. Februar wieder nach Deutschland geht.“

 

Wie wird sich Josefin von ihrer Gastfamilie und ihren Freunden in Kanada verabschieden und was sagt sie im Rückblick über ihr Semester in dem vielfältigen und beeindruckenden Land? Das lest ihr bald hier auf kanadablog.de.

Ich fühle mich schon ganz kanadisch

Die Kälte in Winnipeg macht Gastschülerin Josefin nichts aus

Nachdem Josefin aus der Nähe von München nun schon mehr als drei Monate in Kanada lebt, hat sich die 15-Jährige schon richtig eingelebt. Mit ihrer Gastfamilie lebt sie in Winnipeg (Manitoba) und besucht dort das Glenlawn Collegiate. Da die Stadt durch das Kontinentalklima geprägt ist, gibt es heiße Sommer und bitterkalte Winter. Bei gefühlten Temperaturen von rund minus 25 Grad muss Josefin schon seit einigen Wochen ihre dicken Winterstiefel und die Skiunterwäsche anziehen. Doch kaum wird es etwas „wärmer“, lässt sie die dicke Kleidung im Schrank. „Ich fühle mich schon richtig kanadisch“ lacht die 15-Jährige. „Inzwischen finde ich schon minus fünf Grad voll ok und ziehe dann Turnschuhe und ripped Jeans an.“

 

Mit ihrer Gastfamilie versteht sich Josefin weiter hervorragend und auch ihr Freundeskreis vergrößert sich stetig. „Wir sind immer viel unterwegs, vor allem an den Wochenenden“, erzählt sie. „Meine Freundin Helena und ich haben vor allem Austauschschüler aus Lateinamerika kennengelernt. Gemeinsam haben wir echt viel Spaß.“ Josefins Freunde Santiago und Miguel aus Kolumbien gehen beide in die 12. Klasse, machen ihren Schulabschluss in Kanada und wollen dort danach auch aufs College gehen. Auch Esteban kommt aus Kolumbien und ist mit seiner Familie nach Kanada gezogen. „Außerdem sind da noch Davit aus Chile, Nicole aus Venezuela, Marianna aus Spanien und Gabriel, Joao, Eduardo und Laeticia aus Brasilien“, zählt Josefin auf. „Es macht total Spaß mit denen unterwegs zu sein. Das einzige Schwierige ist, dass wir sie immer überzeugen müssen, Englisch zu sprechen, weil sie natürlich immer mal wieder ins Spanische oder Brasilianische rutschen.“

Vielfältige Stadt

Gemeinsam erleben die Jugendlichen viel: „Am Black Friday hatten wir zum Beispiel schulfrei und waren zusammen shoppen“, erzählt Josefin. „Und danach ging es auf eine Party mit Schülern vom Dakota Collegiate. Seit wir die Schüler unserer Nachbar-Schule mal in der Mall getroffen haben, treffen wir uns immer wieder zum reden und Pizza essen.“ 

 

Winnipeg ist eine vielfältige Stadt. Während der „Exchange District“ mit vielen historischen Gebäuden – zum Beispiel alten Lagerhäusern – eine tolle Kulisse für Künstler, schöne Läden und Ateliers bietet, kann man im französischen Viertel alte Kathedralen und Universitäten bestaunen. Außerdem gilt es natürlich, die Stadt vom Wasser aus zu erkunden – zum Beispiel mit den tollen Bootstouren von splashdash – oder einzigartige Museen wie das „Museum for Human Rights“ zu besuchen.

Mit dem eigenen Song ins Studio

Und auch in der Gastfamilie mit ihren Gastgeschwistern Jayden und Kelly erlebt Josefin immer wieder schöne Momente. „Meine Gastschwester Kelly wurde vor Kurzem acht Jahre alt“, erinnert sich die 15-Jährige. „Wir waren dann alle gemeinsam in der Rollschuhhalle und haben mit ihren Freundinnen gefeiert. Mit Musik, Schwarzlicht und allem drum und dran.“ 

 

In der Schule fühlt sich Josefin weiter sehr wohl. Vor kurzem noch hatte sie in der Mittagspause dort den „Fight Club“ besucht, doch jetzt nutzt sie die Zeit lieber, um sich mit Freunden zu treffen. „Wir haben so lange Schule und danach ist oft nicht viel Zeit, um etwas zu unternehmen“, erklärt sie. „Deshalb treffen wir uns auch gern in der Mittagspause. Es ist eigentlich schade, denn der Kurs hat mir Spaß gemacht und wir haben mit den verschiedenen Kampfsportarten auch viel gelernt. Es wäre toll, wenn er nach der Schule stattfinden würde – aber man kann eben nicht alles haben.“

 

Umso intensiver widmet sich Josefin dem Songwriting Club. „Ich bin immer noch das einzige Mitglied“, lacht sie. „Laut Plan ist der Club immer Mittwochs von acht Uhr bis Viertel vor zehn, aber ich gehe eigentlich auch an den anderen Tagen immer früh um acht hin und mache dann mal eine halbe Stunde was für meine Songtexte.“ Begonnen hat Josefin damit, einfach aufzuschreiben was ihr in den Sinn kam und an diesen Gedanken arbeitet sie dann mit ihrem Lehrer. „Außerdem spielen wir viel Gitarre oder wir besprechen die Lyrics, die mir zuhause einfallen“, erklärt die Gastschülerin. „Wir planen, dass wir am Ende des Semesters einen meiner Songs im Studio aufnehmen“, erzählt sie aufgeregt. „Ich werde zwar nicht singen aber es sind meine Lyrics und ich spiele vielleicht Gitarre dazu.“ 

 

Das Schreiben von Liedern fällt Josefin nicht schwer. Immer wenn ihr Liedzeilen oder schöne Melodien durch den Kopf gehen, schreibt sie sich diese auf oder nimmt ihre Ideen auf dem Handy auf. So wird aus einzelnen kleinen Teilstücken irgendwann ein ganzer Song. Mit ihrer Liebe für Musik ist die 15-Jährige ganz richtig in Winnipeg, denn dort gibt es eine vielfältige Live-Musik-Szene, in der sowohl lokale Acts als auch internationale Künstler aller Genres auftreten. 

 

Wenn Josefins Song am Ende des Semesters fertig produziert ist und aus dem Studio kommt, dürfen wir ihn auch hier auf dem Kanadablog zum Hören anbieten. Wir freuen uns schon sehr darauf und auf viele weitere Geschichten... Wie wird zum Beispiel Weihnachten gefeiert im bitterkalten Winnipeg? Das lest ihr bald hier im Kanadablog. 

Fight Club und Songwriting in Winnipeg

Josefin genießt die Möglichkeiten an ihrer Schule

Seit fast zwei Monaten lebt die 15-jährige Josefin aus der Nähe von München nun in der kanadischen Provinz Manitoba. Die östlichste Prärieprovinz grenzt an Saskatchewan, Ontario, Nunavut und die US-Staaten North Dakota und Minnesota. Josefin lebt seit Anfang September in der Hauptstadt Winnipeg und verbringt dort ihr Auslandssemester bei einer Gastfamilie. Die multikulturelle Stadt hat rund 660.000 Einwohner und liegt im Tal des Red River. Fünf Monate im Jahr liegt die Temperatur dort unter dem Gefrierpunkt – dadurch gilt Winnipeg als eine der kältesten Städte der Welt. 

 

Umso wärmer geht es in Josefins Gastfamilie zu. „Meine Gastfamilie ist super nett“, berichtet sie. „Mein Gastbruder Jayden ist zehn und meine Gastschwester Kelly sieben Jahre alt. Ich habe mich schon gleich eingefunden.“ Auch ihre Gast-Großeltern hat Josefin schon kennengelernt. Sie wohnen am Sandy Lake, wo sie ein Haus und ein großes Grundstück besitzen. „Gemeinsam mit meinem Gast-Großvater durfte ich dort sogar Biberfallen aufstellen und mit dem Quad fahren“, erzählt Josefin begeistert. „Außerdem haben wir viel eigenes Gemüse geerntet: Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten. Das war eine echt coole neue Erfahrung.“

Neuer Schulalltag

Von Montag bis Freitag besucht Josefin das Glenlawn Collegiate, eine öffentliche Schule in Winnipeg. Um sieben Uhr startet sie in den Tag: macht sich fertig, frühstückt und sorgt selbst für ihr Lunch-Paket. Um acht Uhr geht sie dann zur Schule. Dort besucht Josefin die Kurse Englisch, Französisch, Mathe, Computer Science und Sport. „Schon in den ersten Tagen habe ich beim Lunchbreak in der Cafeteria Freunde gefunden, zum Beispiel Austauschschülerinnen aus China und Polen“, erzählt die 15-Jährige. „Es ist echt interessant, ein ganz anderes Schulsystem kennenzulernen.“ Neben den obligatorischen Kursen, möchte sich Josefin auch für Wahlkurse eintragen. Im Kurs „Peaceful Village“ können Schüler beispielsweise noch in der Schule bleiben und sich bei den Hausaufgaben helfen lassen oder andere Schüler treffen. „Gerade wenn man neu ist und jemanden kennenlernen will, ist das ganz gut“, findet Josefin. „Außerdem möchte ich bei den Fußball Tryouts mitmachen und hoffe, dass ich da ins Team komme.“  

 

Die anderen Schülerinnen und Schüler interessieren sich sehr für die Austauschschülerin. „Sie finden meinen Akzent lustig“, lacht Josefin. „Alle sind echt nett.“ Auch deshalb gefällt der 15-Jährigen ihr Auslandsjahr in Kanada bislang richtig gut. „Es ist natürlich anders als in Deutschland“, erklärt sie. „Besonders in der Schule. Die einzelnen Stunden sind viel länger und man hat nur fünf Fächer.“ 

In den Familienalltag integriert

Gerade zu Beginn gibt es für die Internationals, die aus allen Teilen der Welt kommen, einige Kennenlern-Veranstaltungen. „Andere deutsche Austauschschüler gibt es an meiner Schule nicht“, berichtet Josefin. „Die meisten kommen aus Brasilien oder anderen südamerikanischen Ländern. Außerdem gibt es auch viele chinesische Austauschschüler.“  

 

Ins Familienleben der Gastfamilie ist Josefin schon gut integriert. „Ich bin immer mit dabei“, erklärt die 15-Jährige. „Nach der Schule komme ich nach Hause und mache meine Hausaufgaben, wir essen und verbringen den Abend gemeinsam. Außerdem gehen wir zusammen einkaufen, zu den Großeltern oder auch zu Football-Spielen, zum Beispiel zu den Winnipeg Blue Bombers und waren auch schon im Maislabyrinth und im Streichelzoo.“ 

Neue Freunde

Bei so viel Programm hat Josefin gar keine Zeit für Heimweh. „Klar, war es in der Schule anfänglich echt einsam, weil ich niemanden gekannt habe und alle Englisch gesprochen haben“, erinnert sie sich. „Am Anfang war es auch schwer, andere Leute zu kennenzulernen. Man hat immer nur ein Fach gemeinsam und wechselt dann wieder, außerdem kommt man im Unterricht nicht so richtig dazu, sich auszutauschen. Aber nun kenne ich schon einige Leute und fühle mich im Schulgebäude nicht mehr so verloren.“ Über Skype und Whatsapp hält die 15-Jährige Kontakt zu ihren Eltern. 

 

Besonders gut versteht sich Josefin mit den zwei chinesischen Austauschschülerinnen Jaqueline und Teresa und mit Helena, einer polnischen Austauschschülerin. Gemeinsam mit deren Gastfamilie hat sie sogar schon einen Ausflug an den Catastrophe Lake gemacht. „Dort haben sie ein Cottage“, erzählt sie. „Wir sind Kajak gefahren und haben Brettspiele gespielt, haben viel geschlafen und heiße Schokolade getrunken. Es war echt klasse.“

Sportliche Herausforderung

Drei Mal wöchentlich geht die 15-Jährige nun in der Mittagspause zum „Fight Club“. Gemeinsam mit ihrem Lehrer und den anderen Teilnehmern lernt Josefin dort verschiedene Kampfsportarten. „Wir machen Kickboxen, Jiu Jitsu und Mixed Martial Arts“, erklärt sie. „Das ist echt cool, ich war schon ein paar Mal da und wir haben schon Einiges gelernt.“  Außerdem besucht Josefin den Songwriting Club der Schule. „Immer Mittwochs vor der Schule treffen wir uns um 8 Uhr, da der Unterricht erst um viertel vor Zehn beginnt“, erklärt sie. „Dann sitzen wir eine dreiviertel Stunde lang mit einem supernetten Lehrer zusammen. Wir haben schon eine Gitarren-Jam-Session gemacht und ich habe sogar begonnen, einen Song zu schreiben.“

 

Die Lehrer in Kanada sind nach Josefins empfinden alle sehr nett und lockerer als in Deutschland. „Dass sie nicht so streng sind, ist aber sowohl positiv als auch negativ“, erklärt sie. „Die Schüler haben dadurch wenig Respekt. In der Klasse ist es fast immer laut. Alle unterhalten sich oder schauen aufs Handy, hören Musik oder telefonieren sogar. Das gäbe es in Deutschland so wohl eher nicht.“ Doch davon lässt sich Josefin nicht beirren, sie begegnet den Chancen und Herausforderungen ihres Auslandssemesters offen und interessiert. „Ich lebe jeden Tag hier wie er kommt“, erklärt sie. „Vor allem will ich weiterhin viele Freunde finden und das Land immer besser kennenlernen. Deshalb bin ich ja auch hier.“

 

Wenn ihr auch gespannt seid, wie es für Josefin in Winnipeg weitergeht und wie sie mit einem sicherlich kalten Winter mit durchschnittlich Minus 18 Grad Celsius umgeht, findet ihr die Antwort darauf bald hier bei www.kanadablog.de. 

Josefin geht für ein Auslandssemester nach Winnipeg

Ab in eine der kältesten Städte der Welt

Es geht los für die neue Runde der Breidenbach-Education-Teilnehmer. Nach und nach fliegen die Jugendlichen nach Kanada und starten dort in ein anderes Leben in Gastfamilien oder im Internat. So geht es auch Josefin aus der Nähe von München. Im September startet sie nach Winnipeg in der Provinz Manitoba

 

Manitoba gehört zu den Prärieprovinzen Kanadas und grenzt an Saskatchewan, Ontario, Nunavut und die US-Bundesstaaten North-Dakota und Minnesota. Winnipeg ist mit seinen 660.000 Einwohnern die Hauptstadt der Provinz und die siebtgrößte Stadt Kanadas. Im Winter gilt sie als eine der kältesten Städte der Welt. 

 

Daheim lebt Josefin gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und zwei Katzen in einem Haus in Gräfelfing. Aus der Kleinstadt nahe München geht es jetzt für Josefin in die Metropole. Mit ihren engsten Freunden hat die 15-Jährige schon ein schönes Abschiedsfest gefeiert. „An meinem letzten Abend in Deutschland möchte ich aber auch noch einmal mit meiner Familie und meinen engsten Freunden gemeinsam grillen“, erklärt Josefin. „Immerhin sehe ich ja alle ganze fünf Monate lang nicht.“ 

Gute Organisation überzeugt

Auch für Josefins Mutter war der Schritt nicht leicht, ihre Tochter alleine für so lange Zeit in einem anderen Land zu wissen. „Für meine Mutter ist das Ganze auf jeden Fall schwieriger als für meinen Vater“, weiß Josefin. „Er und ich mussten meine Mama überzeugen, dass ich gehen darf. Länger als fünf Monate hätte sie aber wohl nicht erlaubt.“ 

 

Überzeugt hat Josefin und ihre Mutter aber auch die Organisation von Breidenbach Education. „Wir waren gemeinsam bei der Jugendbildungsmesse in München“, erinnert sich Josefin. „Da war mir das Team von Breidenbach gleich sehr sympathisch und auch meine Mutter hat sich gut aufgehoben gefühlt.“ Und auch während der Organisation und Planung sind die beiden begeistert: „Es war alles gut organisiert, mir wurde eine tolle Schule vorgeschlagen und Herr Woehrle hat sich darum gekümmert, dass ich an einen Ort komme, wo ich Französisch und Englisch verbinden kann.“ 

 

Nun wird Josefin in einer zweisprachigen Gastfamilie leben, die sie schon durch mehrere Email kennt. „Die Kinder in meiner Familie sprechen mit der Mutter Englisch und mit dem Vater Französisch“, erzählt sie. „Das finde ich spannend und ich denke, dass ich davon viel profitieren kann. Außerdem lerne ich natürlich auch an meiner kanadischen Schule Französisch und Englisch.“

Neue Schulfächer

Nach Kanada wird Josefin auf jeden Fall ihre Gitarre mitnehmen. „Ich hätte sogar Gitarre als Fach in der Schule wählen können, habe mich aber dann doch anders entschieden“, sagt sie. „Nun mache ich neben den Pflichtfächern Englisch, Mathe und Sport noch Französisch und Computer Science.“ Daheim spielt die 15-Jährige auch Fußball im Verein und hofft, dass sie diese Leidenschaft auch in Kanada fortführen kann. 

 

Das Vorbereitungsseminar bei Breidenbach Education hat Josefin im Vorfeld ihres Auslandssemesters sehr unterstützt. „Es war natürlich vor allem sehr interessant sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, weil ich sonst nicht so viele Jugendliche kenne, die das machen“, findet Josefin. „Außerdem hat uns das Team von Breidenbach Education allerlei Wissenswertes rund um Kanada erzählt. Von Bräuchen über die Einreise und Verhaltensregeln. Man kann sagen, dass ich davor eigentlich echt keine Ahnung hatte und danach wirklich gut vorbereitet war.“

Verbindung von Englisch und Französisch

Für Kanada hat sich die 15-Jährige entschieden, weil sie in dem Land sehr gut die Sprachen Französisch und Englisch verbinden kann – „Und meine Mama fand Kanada auch sympathischer als die USA“, lacht sie. Während der fünf Monate im zweitgrößten Staat der Erde will Josefin nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern über ihren Tellerrand hinausblicken und neue Kontakte knüpfen. „Ich bin sicher, dass mich das stärkt, weil ich ja ganz alleine unterwegs bin“, ist sie überzeugt. „Das wird mich sicher weiterbringen.“

 

Auch in der Vergangenheit ist Josefin schon viel gereist: Mit ihrem Vater hat sie beispielsweise New York oder Thailand besucht, doch die Reise nach Kanada wird anders. „Trotzdem bin ich eigentlich noch nicht wirklich aufgeregt“, erklärt sie. „Das kommt wahrscheinlich erst, wenn ich dann wirklich am Flughafen stehe. Mehr Sorge macht der 15-Jährigen ihre Rückkehr: „Es ist schon komisch, meine Freunde so lange zurückzulassen“, überlegt sie. „Da habe ich schon ein bisschen Angst davor, dass wir uns nicht mehr verstehen könnten oder ich mich nicht mehr einfinde nach den fünf Monaten.“ 

 

Auch deshalb will Josefin mit allen über Skype und Whatsapp Kontakt halten – und auch hier auf dem Kanadablog können Freunde und Verwandte aber auch alle anderen Interessierten verfolgen, wie es der 15-Jährigen in Kanada ergeht. Nun wird Josefin ihre Taschen zu Ende packen – ganz oben drauf kommen die Gastgeschenke für ihre Familie in Kanada: „Für die Kinder habe ich Lebkuchenherzen mit ihren Namen drauf vorbereitet“, erzählt sie. „Den Eltern bringe ich ein selbstgemachtes Lavendelsäckchen mit Lavendel aus unserem Garten mit.“

 

Wohin reisen die anderen Teilnehmer der neuen Runde von Breidenbach Education? Das und mehr lest ihr im nächsten Beitrag hier auf dem Kanadablog.