Alle Artikel und Erfahrungsberichte zum High School Jahr in Guelph (und Umgebung)

Beyond Borders - über den Tellerrand hinaus

Nils in Guelph, Ontario

Der 17-jährige Nils aus Germering in der Nähe von München verbringt ein Auslandsjahr mit Breidenbach Education in Kanada. Schon im August 2018 ist Nils in Guelph (Ontario) angekommen, nun hat er noch etwas über drei Monate in dem beeindruckenden Land. „Am 28. Juni holt mich mein Vater hier in Guelph ab und wir machen noch drei Wochen Urlaub in Kanada“, freut sich Nils. Guelph ist eine Stadt im Südosten Ontarios, etwa 100 Kilometer von Toronto entfernt. „Hier besuche ich das GCVI – das Guelph Collegiate Vocational Institiute, eine Schule mit einer 160-jährigen Geschichte“, erklärt der 17-Jährige. Dort hat der Gastschüler eine ganz besondere schulische Erfahrung gemacht: „Im ersten Semester habe ich an „Beyond Borders“ teilgenommen. Das ist ein spezielles Programm, an dem Schüler von verschiedenen Schulen teilnehmen können und das im Guelph Youth Music Center stattfindet. Dementsprechend war ich im ersten Halbjahr wenig am GCVI.“

Beyond Borders bietet den Schülern der zwölften Klasse die Möglichkeit, sich in diesem speziellen Semester auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. „Der Unterricht hier in Kanada und vor allem bei Beyond Borders ist viel mehr auf Augenhöhe und man ist gleichzeitig respektvoller gegenüber den Lehrern. Das liegt wohl auch daran, dass die Themen viel interessanter sind, und dass nur diejenigen beim Programm mitmachen, die es auch wirklich wollen“, schwärmt Nils. „Mr. Parsons, ich würde ihn als den Leiter des Programms bezeichnen, macht außerdem Interviews mit jedem Schüler, um die jeweiligen Ziele für das Jahr herauszufinden, damit diese individuell gefördert werden können.“

 

Schule, die Spaß macht

Mit dem Fokus auf Leadership, Entwicklung, Business, Mathematik und Nachhaltigkeit sowie Team-Building und experimentellem Lernen ist das Programm eine ganz besondere Gelegenheit, sich für die berufliche Zukunft weiterzubilden. „Die Schule macht total Spaß“, erklärt Nils. „Es ist ganz anders als in Deutschland. Das Programm findet eben auch nicht in der Schule statt und nur motivierte Schüler nehmen teil. Damit herrscht einfach eine ganz andere Atmosphäre.“

Wer am Programm teilnimmt, ist unter anderem bei Trips nach New York City, Toronto und Blue Mountain dabei. Außerdem können die Schüler Mitarbeiter aus verschiedenen Arbeitsfeldern kennenlernen: aus Bildungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen, Lokalpolitik und vielen mehr.

Was gehört zu einer wirklich erfolgreichen Firma? Die Schüler lernen, wie sie sich sozial verantwortlich verhalten und bessere Mitglieder der Gesellschaft werden. „Alle kommen gerne in die Schule, auch früher als man muss. Wir hören jeden Morgen die Nationalhymne und es gibt in der Regel einen kurzen Impuls – ein Video oder ein Zitat aus unserem Schulbuch – für einen Tagebucheintrag“, erklärt Nils. „Und auch moderne Technik wird ganz anders genutzt als in Deutschland. Handys stören keinen, dürfen teilweise sogar im Unterricht benutzt werden. Laptops benutzt jeder ganz selbstverständlich, wir haben eben auch viele Projekte und Präsentationen, für die wir sie brauchen. Im Matheunterricht hatten wir einmal Karten mit Aufgaben und einem QR-Code, den man scannen konnte, um die Lösung zu sehen.“ 


Inspiration fürs Studium

Nach Kanada ging es für Nils, weil er noch nicht wusste, was ich nach seinem Abitur studieren wollte. „Deshalb wollte ich ein Auslandsjahr machen“, erinnert er sich. „Auf einer Messe haben meine Familie und ich dann erfahren, dass man für viele Angebote über 18 sein muss – zum Beispiel Work and Travel. Das war damit keine Option für mich. Dadurch sind wir auf die Idee gekommen, ein weiteres Jahr Schule zu machen, in den USA kriegt man aber kein Visum, wenn man bereits Abi hat, deshalb ist es Kanada geworden. 

 

Zuhause in Deutschland hat Nils keine Geschwister – in Kanada lebt er nun bei einer Gastfamilie und hat drei jüngere Gastbrüder. „Die sind sieben, elf und dreizehn Jahre alt.  Das ist natürlich schon ganz anders“, erzählt er. „Die Kinder und die Eltern sind total nett und die Großmutter wohnt teilweise auch bei uns. Der Ort ist schön, die Häuser sind ganz anders als in Deutschland. In unserer Nachbarschaft in Guelph gibt es fast nur Einfamilienhäuser, keine großen Häuser mit Wohnungen, wie man es oft aus Deutschland gewohnt ist.“

Keine Angst, Freunde zu verlieren

Eine Reise zum Times Square, Englisch-Unterricht im Central Park, ein Trip zur Wall Street und ein Besuch der NBC-Studios. Das Beyond Borders Programm bietet interessierten und motivierten Schülern wie Nils eine Vielzahl von Möglichkeiten. Und auf die Zeit an der normalen kanadischen Schule bringt ihn und die anderen Gastschüler weiter und fördert ihr Selbstbewusstsein, ihre Selbstständigkeit und Offenheit. 

 

Noch drei Monate in Guelph – bald wird Nils seine Freunde und Familie wiedersehen. „Für die Daheimgebliebenen ist es natürlich komisch, fast ein ganzes Jahr auf meine Anwesenheit verzichten zu müssen. Andererseits gehen unsere Wege, nun da ich mein Abitur habe, sowieso ein wenig auseinander“, überlegt der Gastschüler. „Ob ich in eine andere Stadt ziehe, um zu studieren, oder ins Ausland gehe, macht dann auch keinen großen Unterschied mehr. Den Kontakt verliert man dank sozialer Netzwerke ja nicht. Ich selbst sehe das Ganze relativ locker – ich bin froh, hier sein zu können.“

Genau wie die anderen Teilnehmer von Breidenbach Education wird auch Nils mit vielen Erfahrungen und Erlebnissen zurück nach Hause kommen. Und vielleicht hat ihm das Auslandsjahr in Kanada auch geholfen, mit seinen Studiums-Plänen weiterzukommen. Vielleicht erfahren wir das, wenn Nils wieder zurück in Deutschland ist und für kanadablog.de noch einmal auf sein Jahr in Kanada zurückblickt. 

 

Genieße den Moment!

Simona blickt zurück auf einen einzigartigen Aufenthalt in Ontario

Wenn Simona auf ihre Zeit in Kanada zurückblickt, hat sie durchweg positive Erinnerungen. „Gleich von Anfang an habe ich mich gut gefühlt“, erzählt sie. „Schon bei der Ankunft. Ich war müde vom Jetlag aber meine Gastfamilie hat mich gleich unglaublich herzlich aufgenommen und mir beim Einleben geholfen – das war unglaublich toll.“ 

 

Gemeinsam mit ihren Gasteltern Tanya und Gavin und den Gastgeschwistern Liam (16) und Claire (18) lebte Simona in Palmerston, einem kleinen Dorf westlich von Toronto. Schon bald gewöhnt sich die 16-Jährige an den kanadischen Alltag, sie war Teil der Gastfamilie, Teil der Schule, Teil des Lebens in Palmerston. „Es dauert nicht lange, bis man sich auskennt: Ich wusste, wo alles ist, wann es Essen gibt und wer wie heißt“, erklärt Simona. „Auf der anderen Seite bietet so ein Aufenthalt auch jeden Tag Neues. Jeder Tag ist aufregend und ich habe so unglaublich viel erlebt.“ 

 

Während ihrer Zeit in Kanada hat Simona richtig gute Freunde gefunden. Ob im Unterricht während Gruppenarbeiten oder in der Mittagspause – alle Schüler waren offen und freundlich. „Ich habe mit allen geredet und viele haben sich auch für mich und meine Herkunft interessiert“, erinnert sich Simona. „Genau wie ich von ihnen wollten die anderen auch etwas von mir wissen und so begannen die Gespräche. So habe ich definitiv viele gute Freunde gefunden.“ Mit der Schulband, im Fußball-Team oder beim Badminton – die vielen außerschulischen Aktivitäten, die an der Schule angeboten wurden, haben Simona geholfen, schnell Anschluss zu finden. 

Positiv: Die Entscheidung fürs ländliche Leben

Da Simona ihr Auslandssemester auf dem Land verbrachte, waren an ihrer Schule kaum andere Austauschschüler, dadurch hatte sie von Beginn an viele kanadische Freunde. „Aufs Land zu gehen war eine tolle Entscheidung. Daheim wohne ich ja in einer Großstadt und ich wollte einfach mal etwas Anderes erleben“, erklärt die 16-Jährige. „Klar kann man dort nicht ständig in die Mall aber ich habe so viel erlebt und es hat mir auch geholfen, dass unsere Schule mit rund 600 Schülern eher zu den kleineren gehörte. Es war ein sehr familiäres Ambiente.“

 

Und auch in der Gastfamilie ist Simona gut aufgehoben – zwischen ihren Gastgeschwistern Liam und Claire ist sie das mittlere Kind. „Meine Gastfamilie war einfach perfekt. Ich versteh mich so gut mit allen“, berichtet sie. „Alle sind so herzlich und offen und haben mich komplett an allem teilhaben lassen. Unsere Verbindung wurde von Tag zu Tag stärker.“ Gemeinsam unternahm die Gastfamilie zahlreiche Ausflüge in Kanadas beeindruckende Natur. Nur einmal hat Simona wirklich Heimweh: „Zu Ostern war ich kurz mal richtig traurig, weil ich an unsere Familientradition gedacht habe, aber dann habe ich mit meiner Gastfamilie geredet und mit zuhause geskyped und dann war es auch wieder gut.“

 

Viel schlimmer war für die 16-Jährige der Abschied: „Die letzten Wochen in Kanada waren einfach toll – eine unglaublich schöne Zeit“, erinnert sich Simona. „Doch die letzten 14 Tage habe ich dann jeden Tag geweint, weil ich gehen musste. Es war schwierig, zu wissen, dass man die Leute lange Zeit nicht sehen wird – sie sind mir so ans Herz gewachsen. “ Trotzdem hat Simona weiterhin jeden Moment genossen und mit ihren Freunden im Haus ihrer Gasteltern ein schönes Abschiedsfest mit Hot Dogs und Lagerfeuer gefeiert. Auch in der Schule wurde sie gebührend verabschiedet: Im Französisch-Unterricht brachten alle Mitschüler etwas zu Essen mit und dann saßen alle zusammen. „Es war schön und traurig zugleich“, seufzt Simona. 

Eine Erfahrung (und Freunde) fürs Leben

Seit zwei Wochen ist Simona nun wieder zuhause – nach insgesamt fünf Monaten in Kanada zieht sie ein positives Resümee. „Mein Auslandssemester in Kanada war eine tolle Erfahrung für mich – ich nehme unglaublich viel mit. Auch wenn es mir vielleicht nicht jeder ansieht, bin ich sehr daran gewachsen und habe mich verändert“, erklärt sie. „Von Beginn an war ich ganz auf mich gestellt und musste mich alleine durchschlagen. Dabei merkt man, was man alles schaffen kann.“ So hat sich Simona sehr gut in den Alltag integriert, hat sich sprachlich weiterentwickelt und das Englische immer mehr aufgenommen: „Irgendwann wird es ganz normal eine Fremdsprache zu sprechen und manchmal hatte ich sogar Probleme die deutschen Worte zu finden – das verschwindet ganz im Hintergrund“, lacht sie. „An der Schule hatte ich ja auch jeden Tag Französisch und auch da habe ich extreme Fortschritte gemacht.“  

 

Mit ihren kanadischen Freunden hat Simona auch zuhause in Deutschland fast jeden Tag Kontakt. „Wir schreiben uns über Facebook“, erzählt sie. „Ich vermisse die Zeit in Kanada sehr und da hilft es mir, darüber zu schreiben. Mit meiner Gastschwester habe ich jeden Tag Kontakt. “ Doch trotz der Erinnerungen und dem Fernweh nach Kanada hat für Simona die Eingliederung in ihr „altes“ Leben in Deutschland gut geklappt. „Ich bin ja noch nicht lange hier und ganz am Anfang war es ein bisschen komisch, wieder in Deutschland zu sein, auch wegen der Sprache“, erklärt sie. „Aber mit meiner Familie und den Freunden war gleich alles wieder normal und wie immer. Es hat sich angefühlt als sei ich erst gestern da gewesen und es war fast ein bisschen erschreckend, so als käme ich aus einem Traum zurück.“

Doch der Traum war Wirklichkeit, davon zeugen auch die vielen Erinnerungsstücke, die Simona aus Kanada mitgebracht hat. Beinahe einen kompletten Koffer hatte die 16-Jährige mit Süßigkeiten und Souvenirs gefüllt. „Mein besonderer kleiner Schatz ist aber eine Kanadaflagge“, lacht sie. „Alle meine Freunde haben darauf unterschrieben und auch einen kleinen Text dazu geschrieben. Die hängt jetzt in meinem Zimmer.“ Mit ihren Tagebucheinträgen, den vielen Fotos und den Tickets und anderen Kleinigkeiten, die sie aufgehoben hat, kann Simona auch noch in ein paar Jahren auf die wundervolle Zeit in Kanada zurückschauen. 

 

 

Nach den Sommerferien geht es für Simona zurück in die Schule wo sie die elfte Klasse noch einmal wiederholt. „Ich muss mich also in eine neue Stufe eingewöhnen“, erklärt sie. „Aber für die Erlebnisse in Kanada war es das wert. Ich würde es immer wieder so machen.“ Was nach der Schule kommt, weiß die 16-Jährige noch nicht genau. „Während des Auslandsjahres wurde mir bewusst, dass mir andere Sprachen echt viel Spaß machen“, erklärt sie. „Und auch Soziale Arbeit kann ich mir gut vorstellen. Aber zum Glück habe ich noch ein bisschen Zeit, bis ich mich wirklich entscheiden muss.“ 

Unvergessliche Erlebnisse

Was aber für Simona sicher ist: Sie will auf jeden Fall einmal zurück nach Kanada. „Ich habe mir da ein Leben aufgebaut, das möchte ich nicht komplett hinter mir lassen“, erklärt sie. „Kanada ist einfach so ein wunderschönes Land und auch die Leute sind mir sehr ans Herz gewachsen.“ Und das gilt auch andersherum: Sowohl ihre kanadischen Freunde als auch ihre Gastfamilie haben schon einen Besuch in Deutschland angemeldet. 

 

Ein einziges bestes Erlebnis während ihres Auslandsjahres in Kanada kann Simona gar nicht nennen. „Es gibt so viele schöne Dinge, die ich erleben durfte“, schwärmt sie. „Die Ausflüge nach Toronto, Baseball-Spiele der Toronto Blue Jays, Canada’s Wonderland und vor allem auch der „Prom“ – der Abschlussball an meiner Schule.“ Doch auch der Alltag mit ihrer Gastfamilie bleibt für die 16-Jährige unvergesslich: „Die Ausflüge in die kanadische Natur waren genau so schön wie die gemeinsame Zeit zuhause. Die kleinen alltäglichen Dinge und das Gefühl den Menschen näher zu kommen und sich in Land und Sprache einzufinden kann man nicht beschreiben – das ist unbezahlbar.“ Wenn Simona einen Tipp an andere Gastschüler geben müssten, dann wäre es sicher: „Genießt den Moment!“. „Ich weiß, dass das vielleicht kitschig klingt“, lacht sie. „Aber man kann während einem solchen Auslandssemester wirklich jeden Tag etwas Tolles erleben.“

 

Im September starten wieder Jugendliche in ihr Kanada-Abenteuer. Hier auf dem Kanadablog könnt ihr auch sie bei ihren Erlebnissen begleiten.

Merit bekommt Besuch aus Deutschland...

... und will noch gar nicht an ihren Abschied von Kanada denken

Die 16-jährige Merit aus der Nähe von Frankfurt verbringt ihr Highschool-Jahr in Guelph (Ontario) und lebt nun noch rund zwei Monate in ihrem Zuhause auf Zeit. „Inzwischen ist natürlich alles irgendwie Alltag – aber wunderschön“, erklärt Merit. „Wenn ich nach Hause komme, bereiten wir alle gemeinsam das Essen vor. Das finde ich toll. Keiner geht in sein Zimmer, sondern wir sitzen erst einmal alle in der Küche und unterhalten uns.“

 

Merit hat alle Familienmitglieder sehr liebgewonnen und fühlt sich stark mit ihnen verbunden. „Manchmal habe ich zwar kleine Streits mit meiner jüngeren Gastschwester – weil – kleine Geschwister sind eben manchmal ziemlich nervig“, lacht Merit. „Aber das gehört auch dazu. Es ist eben wie mit einer richtigen Schwester. Zehn Minuten später ist dann immer alles wieder vergessen.“

Für die 16-Jährige ist es schön, ein Teil der Familie zu sein. „Wir machen viele Scherze und foppen uns gegenseitig“, erzählt sie. „Danach umarmen wir uns alle. Mit vier Frauen im Haus haben wir einfach super viel Spaß und dazu kommt dann auch noch unsere Katze.“ Die liegt immer in Merits Zimmer und wartet auf sie. „Da habe ich immer jemanden zum kuscheln. Das ist schön“, lacht die 16-Jährige. 

Neue Schulfächer

Auch in der Schule kennt sich Merit mittlerweile gut aus. Wenn eine Stunde spontan in ein anderes Klassenzimmer verlegt wird, findet Merit sich gut zurecht. „Auch wenn die Schule viel größer ist als ich es von zuhause gewohnt bin, klappt das jetzt meist problemlos“, lacht sie. Nach den Frühlingsferien hat sich Merits Stundenplan geändert, sie hat nun vier neue Fächer: Beim Food & Nutrition-Kurs kochen die Schüler – das ist etwas ganz Neues für Merit. „Das hatte ich noch nie in der Schule, genau wie Green Industries“, erklärt sie. „Dabei arbeiten wir mit Holz und bauen Stühle, Bilderrahmen oder Schmuckkästchen. Das ist spannend und macht viel Spaß.“ Beim Entrepreneurship-Kurs haben kleinere Schüler-Gruppen ein Unternehmen gegründet. Gemeinsam müssen sie ihre Produkte vermarkten und verkaufen. 

 

„Das soll uns darauf vorbereiten, wie es ist, wenn man einmal sein eigenes Geschäft eröffnen will“, erklärt Merit. „Die Aufgaben sind echt vielfältig. Meine Gruppe hat sich auf Fotoshootings spezialisiert, die kann man bei uns buchen. Bald ist ein Schultanz und da werden wir als ‚Company’ hingehen und Fotos von den Teilnehmern auf dem roten Teppich machen. Das wird sicher cool.“ 

Freunde fürs Leben

Doch die Zeit in Kanada ist viel mehr als der Alltag mit der Familie und den Schulfreunden: „Ich finde es immer noch unglaublich aufregend. Wir machen Ausflüge und ich entdecke beinahe täglich neue Dinge“, freut sich Merit. „Wenn es jetzt wärmer ist, werden wir noch mehr rausgehen.“ So hat die 16-Jährige ganz in der Nähe ihres Hauses einen riesigen und wunderschönen See entdeckt: den Guelph Lake. 

 

Merit ist glücklich, mit Breidenbach Education nach Guelph gekommen zu sein. „Man lernt bei einem solchen Austauschjahr nicht nur die Sprache, sondern macht so unglaublich viele neue Erfahrungen“, schwärmt sie. „Ich habe ja auch nicht nur mit Kanadiern zu tun, sondern mit Leuten aus der ganzen Welt. Ich hätte daheim nie so viele Menschen kennengelernt und etwas über ihr Leben und ihre Kultur erfahren.“ 

 

Während der Monate in Guelph hat Merit viele sehr gute Freunde gefunden. „Viele kanadische Freundinnen sind aus meinem Schwimmklub, einige davon sind auch auf meiner Schule oder sogar in meiner Klasse“, erklärt sie. „Außerdem habe ich auch in einigen anderen Internationals gute Freunde gefunden.“ So haben sich die internationalen Schüler schon zu einem Wiedersehen verabredet. In den kommenden Sommerferien treffen sich in Italien, im Jahr darauf in Spanien. „Und 2019 kommen dann alle nach Deutschland“, freut sich Merit. „Wir haben uns alle sehr gut verstanden.“

Sportliche Erfolge und ein Ausflug in die Sonne

Beim Synchronschwimmen läuft es super für die 16-Jährige. Dass sie „ihren“ Sport auch in Kanada weiterführen kann, war sehr wichtig für sie. „Es macht unglaublich viel Spaß und wir sind auch erfolgreich“, erzählt Merit. „Wir hatten drei Wettkämpfe in unterschiedlichen Stufen, die alle gut gelaufen sind. Wir wurden einmal Zweite, einmal Dritte und einmal Vierte.“ Merit und ihre Mitstreiterinnen bekamen Medaillen und Geschenke – nun steht in der verbleibenden Zeit nur noch ein Wettkampf auf dem Programm. „Ich werde das einfach genießen“, ist sich Merit sicher. „Außerdem habe ich viel gelernt. Ich wurde auf jeden Fall besser, auch durch die vielseitigen und fordernden Trainingsmethoden.“ Neben dem Synchronschwimmen haben die Sportlerinnen nämlich auch gejoggt und auch wenn das eigentlich nicht ganz Merits Ding war, freut sie sich, dass sie dadurch noch fitter wird.

 

Für die kommenden zwei Monate in Kanada hat die 16-Jährige noch einiges vor. „Ich möchte unbedingt noch nach Quebec – Montreal und ein paar andere Städte kennenlernen“, erklärt sie. „Ansonsten will ich vor allem viel draußen sein und meine Zeit hier genießen. Im Winter konnte man wegen der Kälte nicht so viel raus – ich bin sowieso kein Kältefan. Jetzt wird es aber richtig schön und am See hier kann man auch Baden gehen – darauf freue ich mich sehr.“ 

 

Für eine Woche hat Merit gemeinsam mit ihrer Gastfamilie dem kalten Kanada im März den Rücken gekehrt und die Wärme auf Jamaica genossen. „Das hat mega viel Spaß gemacht“, schwärmt sie. „Wir Kinder hatte zusammen ein Zimmer – wir haben alle in einem Resort gelebt. Es war wunderbar: am Strand chillen, kleine Ausflüge und viel Lachen und Sonne. Ich bin überglücklich, dass meine Gastfamilie mich mitgenommen hat.“ Gemeinsam mit ihren Gastschwestern erklomm Merit einen Wasserfall, außerdem feierten sie den Geburtstag ihrer Gastschwester und gingen lecker essen. Als Erinnerung bekam Merit von ihrer Gastmutter eine riesige Muschel geschenkt. 

Besuch aus der Heimat

Der Besuch von ihrem Großvater und ihrer Großcousine hat Merit gut gefallen - endlich Austausch mit der Heimat

Pünktlich zu ihrem 16. Geburtstag gab es für Merit Besuch aus Deutschland. „Mein Opa ist für eine Woche angereist“, freut sie sich. „Außerdem war auch meine Großcousine da. Sie lebt in Chicago. Das war supercool.“ Sie bekam Bücher, viel Schokolade, einen Buchhalter, eine Buchlampe und eine riesige Schoko-Eiscreme-Torte. „Meine Gastfamilie hat sie extra bei meinem Lieblings-Eismann bestellt“, schwärmt Merit. „Das war supercool.“ Auch über Ostern war ihr Großvater noch in Guelph und auch die Großeltern der Gastfamilie reisten an. Sie kommen aus Italien und Merit erlebte einen aufregenden Abend mit vielen italienischen Sprüchen und lustigen Übersetzungsversuchen. 

 

„Das Jahr ist fast vorbei und es ging so schnell. Ich will nicht nach Hause weil es hier einfach so mega schön, cool, aufregend und lustig ist“, erklärt Merit. „Aber irgendwie will ich natürlich auch meine Freunde und die Familie wiedersehen. Dann werde ich aber sicherlich meine Leute hier in Kanada vermissen. Das ist eine ganz schöne Zwickmühle.“ 

 

Noch hat Merit einige Wochen in Kanada. Was sie vor ihrer Abreise erlebt, lest ihr bald hier auf dem Kanadablog. 

Von der deutschen Großstadt ins kanadische Dorf

Simona freut sich auf ihr Auslandssemester in Ontario

Fremdsprachen perfektionieren, Abenteuer erleben, selbstbewusster werden – schon während der Schulzeit einige Monate im Ausland zu verbringen, ist für viele Jugendliche ein großer Traum. So war es auch für Simona aus Stuttgart. Die 16-Jährige war schon immer fasziniert von der Natur Kanadas und wollte mehr über die Kultur und die Menschen des Landes erfahren. „Ich habe gehört, dass die Kanadier unglaublich nette Menschen sein sollen“, schwärmt Simona. „Bekannte von mir waren auch für ein Auslandsjahr dort und haben nur Tolles erzählt – da habe ich mich dann auch dafür entschieden. Das wird bestimmt klasse.“

 

Das Ziel Kanada war für Simona früh klar, bei der Schulwahl stand ihr dann das Team von Breidenbach Education zur Seite. „Ich habe Herrn Woehrle und sein Team auf der Jugendbildungsmesse getroffen“, erinnert sie sich. „Da haben sie mich sehr gut beraten und ich habe zum ersten Mal die verschiedenen Programme kennengelernt.“ Danach ging es für Simona zu einem Termin im Stuttgarter Hauptquartier von Breidenbach Education. „Zuerst habe ich mich auf verschiedene Regionen beschränkt, dann auf drei bis vier Schulen und zu guter Letzt habe ich dann ‚meine’ Schule gefunden“, erklärt Simona. „Gerade während der Entscheidungsphase war es Gold wert, dass ich bei Fragen immer Frau Schwab von Breidenbach Education anrufen konnte – damit habe ich mich einfach sicherer gefühlt.“  Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern holte sich Simona dann noch jede Menge Informationen über Land und Leute, Gepflogenheiten und nützliche Tipps beim gemeinsamen Vorbereitungstreffen

Nun verbringt Simona fünf Monate in Palmerston (Ontario). Das kleine Dorf liegt zwei Stunden westlich von Toronto und hat rund 2500 Einwohner. „Von der Großstadt ins Dorf – das wird ein ganz schöner Unterschied werden“, überlegt die 16-Jährige. „Aber ich freue mich sehr.“ Schon von Deutschland aus hat Simona Kontakt mit ihrer Gastfamilie aufgenommen. Die Gasteltern Gavin und Tanja haben zwei Kinder in Simonas Alter: den 15-jährigen Liam und die 17-jährige Claire. Genau wie Simona sind auch ihre Gastgeschwister musikalisch: Claire spielt Bariton-Saxophon und genau wie ihr Bruder Klavier. „Ich selbst spiele Querflöte und werde mein Instrument auch mit nach Kanada nehmen“, freut sich Simona. „Wir alle freuen uns schon, wenn wir mal gemeinsam spielen können.“ 

 

Der Familienanschluss kann Simona auch helfen, falls sie in der ersten Zeit Heimweh haben sollte. Denn schon jetzt findet sie ihre Gastfamilie sehr sympathisch, sie hat viel Kontakt zu allen und versteht sich gut mit den vier Kanadiern. „Ich freue mich schon sehr darauf, sie endlich live kennenzulernen“, sagt Simona. Durch den Alltag in ihrer Gastfamilie wird Simona einen intensiven Einblick in das ganz normale kanadische Leben bekommen: „Liam ist Eishockey-Spieler – das ist ja auch typisch kanadisch. Und auch die anderen hören sich nach einer lebens- und abenteuerlustigen Familie an.“ In Nachrichten und bei Telefonaten haben Gavin und Tanja verraten, dass sie gerne Brettspiele spielen, Filme anschauen und auch oft wandern und campen gehen. Und bald ist Simona bei allen Aktivitäten mit dabei.

 

Doch natürlich geht es für die 16-Jährige auch in Kanada zur Schule: In Palmerston wird Simona die Norwell District Secondary School besuchen. Viele Schüler der Schule haben jeden Tag eine weite Anfahrt mit dem Schulbus, da das Einzugsgebiet sehr groß ist. Simona wird einen Englisch- und einen Französischkurs belegen und hat sich aber auch zwei Fächer ausgesucht, die sie in Deutschland nicht belegen kann: „Ich besuche in Kanada einen ‚Food & Nutrition’-Kurs bei dem wir viel über Ernährung lernen. Darauf freue ich mich schon sehr“, erklärt sie. „Außerdem habe ich mir einen Kurs zu Communication Technology ausgesucht. “ Dabei werden sich Simona und ihre Mitschüler viel technisches Know-how aneignen, eigene Produkte designen und entwerfen. Dabei arbeiten sie mit verschiedenen Werkzeugen und Software und sollen nebenbei auch ein Bewusstsein für gesellschaftliche Probleme entwickeln. Einige Schüler werden zudem im Print-, Radio- und Filmbereich arbeiten, fotografieren, Bilder bearbeiten oder Homepages erstellen.

 

Um sich auf ihr Auslandssemester vorzubereiten, versucht Simona so viel wie möglich Englisch und Französisch zu sprechen. „Ich möchte nicht völlig überrumpelt sein, wenn ich in Kanada ankomme“, erklärt sie. „Deshalb schaue ich mir auch viele Filme auf Englisch an.“ Außerdem bietet ihr Schulbezirk ein Online-Programm an, mit dem Simona schon von Deutschland aus wichtige Vokabeln lernen kann. Auch über die Politik in Kanada hat sich Simona schon informiert. „Ich will ja auch mitreden können“, lacht sie. „Da ist es mir wichtig, ein bisschen Bescheid zu wissen.“ Und auch für den Alltag hat sich die 16-Jährige vorbereitet. Beispielsweise: Wie rechnet man von Kilo in Pound um? Denn Simona würde auch gerne einmal für ihre Gastfamilie kochen – am besten mit den Lieblingsrezepten von zuhause. 

 

Apropos zuhause: Simonas Freunde und Familie sind begeistert von den Plänen der 16-Jährigen und freuen sich für sie. „Alle unterstützen mich bei dem was ich mache“, schwärmt sie. „Aber sie werden mich sicher genauso vermissen, wie ich sie.“ Mit Whatsapp und Skype wird Simona mit allen in Kontakt bleiben und sie ist sich sicher: „Ein halbes Jahr weg zu sein, ist für richtige Freundschaften kein Problem. Wir werden uns nach meinem Auslandssemester sicher genauso gut verstehen wie vorher.“

 

 

Was Simona nach ihrer Ankunft in Kanada erleben wird und wie Gastfamilie, Schule und das Land wirklich sein werden, lest ihr bald hier im Kanadablog.

Ein „Abstecher“ in die Sonne

Anna fliegt von Guelph nach Kuba

Die 16-jährige Anna aus der Nähe von Stuttgart verbringt ein halbes Schuljahr im kanadischen Guelph in Ontario. Hier lebt sie mit ihrer Gastfamilie und hat schon viele Ausflüge – zum Beispiel zu den Niagarafällen – unternommen. Der Winter in Kanada ist oft ziemlich kalt und auch wenn Anna ihre neue Heimat Guelph ins Herz geschlossen hat, freut sie sich darauf, für kurze Zeit in die Wärme zu kommen. Als besonderes Ereignis ist nämlich eine Kurzreise nach Kuba geplant. Gemeinsam mit ihren Gastschwester, den Gasteltern und einem Bekannten geht es mitten in der Nacht ab zum Flughafen in Toronto. Von dort geht der Flieger nach Varadero, Kuba. Der Flughafen der Halbinsel liegt Kanada am nächsten und ist der Zutritt in ein karibisches Paradies: Flugzeit: 3 ½ Stunden. 

Angekommen auf Kuba weht Anna eine warme Brise um die Nase. Die Gruppe wird mit dem Bus zum Hotel gebracht, das sich ebenfalls in Varadero befindet. Die Halbinsel an der Nordküste ist das beliebteste Reiseziel Kubas. Schon der berühmte Gangsterboss Al Capone ließ hier die Seele baumeln. „Kuba ist sehr schön. Die Strände sind weiß, dass Wasser ist türkis und kristallklar und überall sind Palmen“, schwärmt Anna. Früher dienten die Höhlen der Halbinsel als Unterschlupf für Piraten, heute ist der Strand von Touristen bevölkert. 

 

Mit dem Bus erkunden Anna und ihre Gastfamilie die Gegend. Alte Haziendas und Sommervillen prägen die Landschaft, außerdem kann man in Varadero immer wieder die unverkennbare kubanische Musik hören, die man aus dem Film Buena Vista Social Club kennt. Neben den kulturellen Erlebnissen genießen Anna und ihre Gastschwester vor allem den Strand und das Planschen im Wasser. „Unser Hotel war auch sehr schön“, berichtet die 16-Jährige. „Jeden Tag gab es Programm und abends tolle Shows.“

 

Gute zwei Stunden entfernt von Varadero liegt Kubas Hauptstadt Havanna. „Havanna war wie alle Städte ein bisschen heruntergekommen“, berichtet Anna. „Überall fahren alte Autos rum – sogar Kutschen gibt es noch. Sowohl der alte als auch der neue Teil der Stadt haben mir echt super gefallen.“ Wegen diesem sozialistischen Charme, für den Kuba so bekannt ist, besuchen jährlich viele Touristen Havanna und die anderen Städte. Koloniale Prachtbauten und alte Straßenkreuzer sind einmalige Foto-Motive. Erst 2014 beendete US-Präsident Obama die „Eiszeit“ zwischen Kuba und den USA, seitdem kommen viele Urlauber auf die Insel und das Bild des Landes ändert sich. 

Nach der aufregenden Zeit in Havanna erlebte Anna noch ein weiteres Highlight ihres Kuba-Aufenthaltes: Gemeinsam mit ihrer Gastfamilie machte die 16-Jährige eine Katamaran-Tour. Die Schiffe mit zwei Rümpfen sind sehr breit und stabil und liegen gut auf dem Wasser. „Schon früh am Morgen ging es mit dem Katamaran raus aufs Meer“, berichtet Anna. „Dort sind wir mit Delfinen geschwommen und haben an einem kleinen Riff geschnorchelt.“ Danach besucht die Gruppe eine Insel, bevor es für alle wieder zurück an Land geht. 

 

Während ihrer Woche auf Kuba genoss Anna die warmen Temperaturen: „Es hatte fast durchgehend 35 Grad” schwärmt sie. „Als wir nach dem Heimflug mitten in der Nacht in Toronto ankamen, war es dort extrem kalt: Minus 12 Grad und alles war verschneit. Das war natürlich schon eine mega Umstellung.” Bald wartet die nächste Umstellung auf Anna – ihre Zeit in Kanada ist schon fast vorbei und sie wird ihre Familie und Freunde wiedersehen. Doch bis dahin wird sie sicher noch einige wunderschöne Tage in Guelph verbringen. 

 

Was die anderen Gastschüler machen und wer demnächst als „Neuling” nach Kanada kommt, lest ihr bald hier auf dem Blog. 

Heimweh ist ein Fremdwort

Anna genießt ihre Zeit in Guelph

Die 16-jährige Anna lebt mit ihrer Familie in Nufringen im Großraum Stuttgart und verbringt nun seit September ein halbes Jahr in Kanada – genauer in Guelph (Ontario). Noch bis Februar besucht Anna dort das Centennial Collegiate Vocational Institue (kurz CCVI) im Süden von Guelph. Die Schule hat rund 1.600 Schüler in den Klassenstufen 9 bis 12 und Anna ist dort eine der ca. hundert internationalen Schüler aus der ganzen Welt.

 

„Ich konnte eigentlich bis ich wirklich in Kanada angekommen war nicht glauben, dass ich jetzt ein halbes Jahr von meiner Familie und meinen Freunden weg bin“, erinnert sich Anna an ihre erste Zeit. „Zum Glück haben die Gastschüler aus dem ganzen Schuldistrikt die erste Woche zusammen verbracht.“ Nach zwei Tagen Vorbereitung ging es dabei für alle Internationals in ein Outdoor-Camp. „Es war mitten im Nirgendwo“, erinnert sich Anna. „Dort haben wir dann verschiedene Wassersportarten gemacht, sind klettert, haben Gemeinschaftsspiele gespielt oder einfach nur den Abend am Lagerfeuer verbracht.“

 

An Annas Schule gibt es viele Gastschüler aus China, so war am Willkommens-Wochenende dann auch Chinesisch die am meisten gesprochene Sprache.  „Es sind so viele chinesische Schüler, dass sie sogar eine eigene Übersetzerin haben“, weiß Anna „Außerdem haben wir alle einen Lehrer an der Schule, der nur für die internationalen Schüler da ist.“

Holpriger Start

Bei der guten Zeit, die Anna nun in Kanada hat, hat sie ganz vergessen, dass der Start in dem Land doch eher holprig war. Schon nach zwei Wochen wechselte die 16-Jährige ihre Gastfamilie – etwas, das sehr selten vorkommt, doch in dringenden Fällen immer machbar ist. „Ich habe mich schon am ersten Tag nicht wohl gefühlt und das hat sich dann auch nicht mehr geändert“, erinnert sich Anna. „Dazu kam dann, dass meine Gasteltern viel gearbeitet haben und fast nie zu Hause waren. Ich war viel alleine und hatte keinen, mit dem ich mich unterhalten konnte.“ Das brachte Anna zu der Entscheidung, die Familie zu wechseln. „Zuerst habe ich mit meinen Eltern telefoniert, das war schon nach zwei Tagen“, erzählt sie. „Die haben dann Breidenbach Education informiert.“

 

Anna entscheidet sich aber nach den anfänglichen Schwierigkeiten doch, erst noch einmal abzuwarten: „Ich wollte einfach nicht überstürzt handeln, sondern sehen ob sich die Situation ändert – schließlich muss man sich gerade in der ersten Zeit an das neue Umfeld gewöhnen.“ Doch bald holt sie sich doch Rat bei der Verantwortlichen für die Internationalen Schüler und auch Alex Anderson, die für Breidenbach Education in Kanada vor Ort ist, kümmert sich um Anna. „Ich habe ihr erzählt, dass ich doch gerne wechseln möchte. Sowohl Frau Anderson als auch die Mitarbeiter im Stuttgarter Büro haben sich intensiv für mich eingesetzt und mir bei dem Wechsel geholfen. Sie haben meine alte Gastfamilie kontaktiert und mir neue Vorschläge für Gastfamilien gemacht. Es war toll, dass durch ihre Hilfe mein Wechsel so schnell und reibungslos geklappt hat.“

 

Anna ist froh, dass sie die Möglichkeit hatte, ihre Gastfamilie zu wechseln, obwohl auch sie der Meinung ist, dass das die letzte Maßnahme sein sollte. „Ich denke, man sollte der Gastfamilie auf jeden Fall eine Chance geben, auch wenn man sich nicht von Anfang an wohlfühlt“, rät die 16-Jährige. „Es kann sich immer noch etwas ändern, vor allem, wenn man die Probleme offen und konstruktiv anspricht. Wenn man sich dann aber immer noch gar nicht wohl fühlt, sollte man wechseln. Schließlich ist man ja nach Kanada gekommen, um die Zeit zu genießen.“ Wichtig fand Anna außerdem, der ersten Gastfamilie gegenüber fair zu bleiben und zu erklären, weshalb man wechselt. 

 

Nach gut zwei Wochen in Kanada ist Anna dann endgültig zu ihrer neuen Gastfamilie gezogen, dort hat Anna nun drei Gastschwestern: Tina (14), Karen (16) und Hanna (17). Der Sohn der Gasteltern lebt auch noch im Haus. „Mit meiner neuen Gastfamilie ist es eigentlich immer lustig und wir sitzen zum Teil nach dem Essen noch eine Stunde am Tisch und unterhalten uns“, schwärmt die 16-Jährige. „Ansonsten gehen wir viel shoppen, oder einfach gemeinsam spazieren. Ich fühle mich sehr wohl.“

Ihren Aufenthalt in Kanada kann Anna nun trotz der anfänglichen Schwierigkeiten rundum weiterempfehlen: „Man lernt hier so viel für sich selbst – nicht nur die Sprache, sondern so vieles mehr. Neue Menschen und ein neues Land, das kanadische Schulsystem und die vielen Herausforderungen... Das alles bringt mir unendlich viel.“

Naturschauspiel und eine Reise nach Kuba

Im Oktober war Anna mit ihrer Gastfamilie in Toronto und hat sich die Stadt angeschaut. Mit rund 2,6 Millionen Einwohnern ist sie die größte Kanadas und die Hauptstadt der Provinz Ontario zu der auch Guelph gehört. Toronto liegt am Ontariosee durch den sich auch die Grenze zu den USA zieht. „Es war toll, die Stadt aus der Nähe zu sehen, denn bei unserer Ankunft haben wir nur den Flughafen gesehen“, erklärt Anna. „Wir waren auch auf dem CN-Tower, von dem aus man bis in die USA und zu den Niagarafällen schauen kann.“ 

Auch dieses Naturschauspiel hat Anna schon zwei Mal besucht: Die Niagarafälle sind die Wasserfälle des Niagaraflusses, deren Wasser von vier der „Five Great Lakes“ kommt: Lake Erie, Lake Huron, Lake Michigan, Lake Superior. Das Wasser fließt mit dem Niagara River weiter in den Ontariosee, danach in den St. Lawrence River und kommt dann in den Atlantik. Mit den sogenannten „Maid of the Mist“-Booten kann man den Fällen schon seit dem 19. Jahrhundert in einer rund 20-minütigen Tour nahe kommen. Während die Fälle unter dem einheitlichen Namen „Niagarafälle“ bekannt sind, handelt es sich eigentlich um drei Wasserfälle: die „Horseshoe Falls“, die „Bridal Veil Falls“ und die „American Falls“.

In der Schule besucht Anna die Fächer Französisch, Information Technology, Application in Business, Visual Arts - Crafts General sowie Food & Nutrition. „An das Französisch hier musste ich mich erst einmal gewöhnen“, erzählt die 16-Jährige. „Denn hier sprechen alle Französisch mit einem englischen Akzent.“ Außerhalb der Schule schlägt Annas Herz für Leichtathletik. „Das habe ich ja auch schon in Deutschland gemacht und wollte es auch in Kanada unbedingt weitermachen“, verrät sie. „Ich trainiere hier mit dem Verein der Universität. Das Training ist richtig anstrengend und ganz anders als in Deutschland, aber es macht ganz viel Spaß und die Mitglieder meiner Gruppe sind sehr nett.“

 

Vor ein paar Tagen startete nun das nächste Abenteuer für Anna: „Ich fliege mit einer meiner Gastschwestern und meinen Gasteltern nach Kuba“, erzählt sie aufgeregt. „Da freu ich mich schon sehr drauf. Heimweh ist bei mir im Moment eher ein Fremdwort. Ich bin so beschäftigt, dass ich gar nicht viel Zeit habe an zu Hause zu denken.“

 

 

Von Kanada nach Kuba – was wird Anna dort erleben und wie geht es für sie in Guelph weiter? Das und mehr gibt es bald hier auf dem Kanadablog.

Wer außerdem mehr Tipps für die erste Zeit in Kanada möchte, liest am besten hier: Blog-Artikel: Tipps für die erste Zeit in Kanada 

Ein Tag mit Merit in Guelph...

... und ein außergewöhnliches Zusammentreffen

7:00 Uhr

Merits Wecker klingelt, sie erwacht in ihrem Gastzuhause in Guelph im Südwesten Ontarios. Die Stadt mit ihrer schönen Altstadt mit den vielen Backsteinhäuschen im viktorianischen Stil und dem großen Park gefällt der 15-Jährigen sehr gut. Heute ist ein Schultag und deshalb muss jetzt alles ganz fix gehen. Sie zieht sich an, putzt die Zähne und frühstückt – am liebsten Cornflakes. 

 

8:00 Uhr

Nun geht es für Merit und ihre Gastschwester los, die Rucksäcke sind gepackt, die Schuhe geschnürt. Ihre Gastmutter fährt die beiden mit dem Auto zur Schule. „Es ist zwar kein weiter Weg, aber sonst müssten wir ja zwei Mal laufen, da ist das schon ein toller Service“, freut sich Merit.  

 


8:10 Uhr

Merit kommt mit ihrer Gastschwester in der Schule – dem John F. Ross Collegiate Vocational Institute – an und hat noch einige Zeit bis ihre erste Schulstunde beginnt. Heute hat sie vier Fächer – jede Schulstunde dauert 75 Minuten. Um kurz vor Neun klingelt es zum ersten Mal. „Dann beginnt so eine Musik“, erklärt Merit. „Und dann weiß man, dass man sich auf den Weg ins Klassenzimmer machen sollte.“ 

 

9:00 Uhr

Die Klingel klingelt noch einmal und es ertönt eine Ansage: Alle müssen sich erheben, gleich ertönt die Nationalhymne! „Dann wird die Nationalhymne gespielt. Es gibt mindestens vier verschiedene Varianten davon“, erzählt Merit. „Verschiedene Sänger singen die Nationalhymne ja immer ein wenig anders. Die verschiedenen Lieder wechseln sich immer untereinander ab.“ Danach dürfen sich die Schüler wieder setzen und über die Sprechanlage wird durchgesagt, wo und wann die nächsten Try-Outs sind oder welche Clubs an diesem Tag stattfinden. 

 

9:10 Uhr

 

Der Unterricht der ersten Stunde beginnt. Merit ist mit 15 anderen Schülern in ihrem „Computer in Business“-Unterricht. Dabei lernt Merit alles rund um den Computer und das Internet: Recherchieren, Programmieren, Webseiten-Erstellen. Die Stunde endet um 10:25 Uhr, Merit hat danach fünf Minuten Zeit, den Raum zu wechseln. 

 

10:30 Uhr

Merit ist mit 20 anderen Schülern im Englisch-Unterricht. Sie nehmen verschiedene Literatur durch und machen Grammatik-Übungen. Durch die Verbindung der schulischen Englisch-Stunden mit der täglichen Nutzung der Sprache wird das Gelernte gefestigt. Das wird Merit auch für ihre weitere Schullaufbahn in Deutschland viel bringen. 

 

11:45 Uhr

Lunch-Break! Meistens setzt sich Merit gemeinsam mit Freunden auf eine Bank und isst ihr mitgebrachtes Essen. „Zwar gibt es auch die Cafeteria, aber da hole ich mir nur selten etwas“, erklärt Merit. „Wenn ich aber mal richtig hungrig bin und mein Essen nicht ausreicht, gibt es dort Fast Food wie Pommes, Hot Dogs oder Burger.“ 

Ab und zu geht sie mit ihren Freundinnen auch zu Tim Hortons, eine Filiale der Fast-Food-Kette ist nur fünf Minuten von der Schule entfernt. „Wenn man dort zum Ende der Mittagspause hingeht, ist es ziemlich leer“, rät Merit. „Aber am Anfang ist es mega voll, weil einfach gefühlt alle aus der Schule da hingehen.“

 

12:45 Uhr

Nun beginnt Merits „Travel and Tourism“-Stunde. Der Kurs konzentriert sich auf Themen, die mit Reisen und Fremdenverkehr innerhalb oder zwischen einzelnen Regionen der Welt zu tun haben. Merit und ihre Mitschüler erkunden in diesem Fach ökologische oder wirtschaftliche Besonderheiten ausgewählter Länder und deren politische Eigenschaften. Sie untersuchen, wie sich Menschen beim Reisen verhalten, welche Probleme durch Tourismus entstehen können und wie die Zukunft des Tourismus aussehen könnte.

14:00 Uhr
Merit hat noch einmal Englisch. Texte werden analysiert oder selbst geschrieben und   flüssige Kommunikation trainiert. „Die Schule ist schon anders als zuhause“, erklärt Merit. „Ich würde sagen, es ist lockerer, die Lehrer sind nicht so streng und viel offener. Sie kümmern sich einfach total gut um alle.“ So kann Merit mit Fragen oder Problemen auch vor der Schule oder in der Mittagspause zu ihren Lehrern kommen. Dafür gibt es extra einen Raum für jedes Fach, wo die Schüler sich jederzeit Rat oder Hilfe holen können.  

16:00 Uhr
Für Merit geht es gleich weiter in die Schwimmhalle. Sie trainiert gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen im Synchron-Schwimmteam. „Drei Mal die Woche gehe ich nach der Schule zum Schwimmen“, erklärt sie. „Außerdem habe ich auch sonntags Training. Meistens sind das vier Stunden am Stück.“ Ihre Vorbereitung beginnt mit Gymnastik und Dehnübungen, sie muss sich gründlich aufwärmen. Dann wird der Spagat geübt und alle Muskeln auf ihre Beweglichkeit getestet. Erst dann geht es ins Wasser.  „Zuerst schwimmen wir eine Weile normal, dann tauchen wir“, erklärt Merit weiter. „Dabei bleiben wir 25 Meter am Stück unter Wasser, um unser Lungenvolumen auszudehnen. Das ganze machen wir vier Mal.“ Erst dann beginnen Merit und die anderen Mädchen synchron zur Musik zu schwimmen. 

 

„Wir haben zwei Trainer“, verrät Merit. „Sie sind mega nett, aber manchmal auch streng. Das Training ist ziemlich hart, alleine schon dadurch, dass es vier Stunden dauert. In Deutschland habe ich für so ein langes Training gar keine Zeit, da ich erst mal ziemlich weit zur Schwimmhalle fahren muss.“ Das Synchronschwimmen in Kanada macht Merit großen Spaß: „ Am Anfang war das Training etwas kompliziert, weil ich die Wörter fürs Schwimmen nicht auf Englisch konnte. Aber alle haben mir geholfen – die Trainer und die Mitschwimmerinnen – sie haben mir einfach alles gezeigt. Das war toll.“ Dadurch hat Merit viel gelernt, schon nach einem Monat hatte sie alle Begriffe im Kopf. Jetzt hat sie auch schon viele Freunde im Schwimmteam gefunden.

 

20:00 Uhr

Nach dem Training geht es für Merit nach Hause. Abends wird immer gemeinsam warm gegessen. „Meistens gibt es etwas kanadisch-italienisches“, schwärmt sie „da die Eltern meiner Gastmutter Italiener sind.“ Nach dem Abendessen schaut Merit dann gemeinsam mit ihrer Gastschwester ihre Lieblingsserie oder einen Film. „Manchmal spielen wir aber auch Karten oder unterhalten uns einfach nur“, erzählt sie. 

 

22:00 Uhr

Merit geht in ihr Zimmer und liest noch ein wenig oder hört Musik. Dann geht es ins Bett, denn am nächsten Morgen wartet wieder ein schöner und aufregender Tag in Kanada auf die 15-Jährige. 

 


Das passiert nicht jeden Tag: 

Mit ihrer Freundin Anna und anderen Internationals hat Merit einen Ausflug nach Toronto gemacht. Sie besuchten das Aquarium, eine Shopping-Mall und den Weihnachtsmarkt. „Es war alles mega cool, wir haben so viel gesehen und erlebt“, berichtet Merit. Doch dann sollte dem tollen Tag noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt werden: „Auf dem Weihnachtsmarkt waren ganz viele Kameras aufgebaut und eine Bühne aufgestellt worden“, erinnert sich Merit. „Wir wussten nicht was da los ist, dachten, da ist eine große Show oder so.“ Gerade als sie gehen wollen, sind plötzlich überall rund um Merit und ihre Freunde Bodyguards und auch die Kameraleute kommen näher. „Dann kam Justin Trudeau auf die Bühne“, schwärmt Merit. „Das war einfach super, den Premierminister live zu sehen – und das auch noch zufällig. Er hat Geschenke verteilt und alle waren ganz glücklich. 

 

 

Wird Merit noch weitere kanadische Prominente treffen und wie wird sie ins neue Jahr feiern? Das erfahrt ihr bald hier auf dem Kanadablog. 

Gruseltage in Kanada

Janina und Merit feiern Halloween

Am Abend des 31. Oktober werden auch hierzulande immer öfter Kinder zu Gespenstern, Skeletten, Vampiren oder Hexen – Halloween, der Abend vor Allerheiligen hat sein ganz eigenes Brauchtum bekommen. Viel weiter verbreitet ist das gruselige Fest allerdings in den USA und auch in Kanada – hier wird Halloween oft umfassend zelebriert, nicht nur mit geschnitzten Kürbissen. Auch die Gastschülerinnen und -schüler, die mit Breidenbach Education in Kanada sind, haben den gruseligen Feiertag miterlebt und jede Menge Spaß gehabt. 

Janinas Halloween-Party
Janinas Halloween-Party

Janina kommt aus der Nähe von Düsseldorf und hat als Rheinländerin natürlich ein Herz für den Karneval, deshalb merkt sie an: „Während Halloween hier in Nanaimo habe ich mich schon immer wieder an Karneval erinnert. Man muss sich auch gar nicht gruselig verkleiden, jeder kommt einfach irgendwie verkleidet – auch zur Schule.“ Schon Tage vorher hat sich die 18-Jährige darauf gefreut und sich auch selbst ein schönes Kostüm ausgesucht. „Ich wollte nicht soviel Geld ausgeben, deshalb habe ich nur einen Umhang, Teufelshörner und einen Teufelsstab gekauft.“ 

 

Der 31. Oktober fiel auf einen Montag und in Janinas Schule waren viele Schüler verkleidet. In der Mittagspause gab es dann sogar eine Parade, bei der jeder mitmachen konnte: „Man wurde aufgerufen und musste auf die Bühne kommen, dann wurden die Kostüme bewertet“, erzählt Janina. Zwei Schüler hatten sich besonders viel Mühe gegeben und teilten sich den ersten Platz. „Der eine hatte eine wirklich kreative und aufwändige Verkleidung: Sie war zweigeteilt, auf der einen Seite der griechische Dichter Homer, auf der anderen Seite die Zeichentrickfigur Homer Simpson – das war schon echt klasse. Der andere Gewinner hatte sich als das Getränk Frappuccino verkleidet.“ 

Auch während des Unterrichts machte sich die Halloween-Stimmung bemerkbar. „Die Lehrer waren lockerer als sonst und der Unterricht war auch eher spielerisch“, findet Janina. So spielte die 18-Jährige während ihrem Theaterproduktionskurs das Spiel „Murder in the Dark“ und der Chemielehrer überraschte seine Schüler mit einem spannenden Experiment.  

 

Nach der Schule machte Janina viele Fotos von sich und ihren Freunden, immerhin war ein „richtiges“ Halloween schon etwas ganz Besonderes. „Das werde ich in dieser Form nicht noch einmal erleben“, ist sich die 18-Jährige sicher. Als sie dann am Nachmittag nach Hause kam, ging es den Kürbissen an den Kragen. Janina und ihre Gastfamilie höhlten sie aus und schnitzten sie zu gruseligen Fratzen. „Das habe ich lange nicht gemacht, es war richtig lustig und hier machen das ja fast alle“, erinnert sich Janina. 

 

Später ging es dann für Janina und ihre Freunde noch einmal auf die Straße. Obwohl das „Trick or Treating“ eigentlich eine Tradition für Kinder ist, haben auch viele Jugendliche und Erwachsene großen Spaß daran. „Wir sind von Tür zu Tür gelaufen und haben ein frohes Halloween gewünscht und wir haben jede Menge Süßigkeiten bekommen.“ Schon von weitem konnte die Gruppe erkennen, ob sie klingeln konnten oder nicht: „Alle waren vorbereitet“, erklärt Janina. „Wir wussten, wenn Licht brennt, durften wir klingeln und dann haben sich die Leute auch gefreut.“ Die Straßen waren gut gefüllt mit verkleideten Kindern und Jugendlichen, auch als Janina wieder zuhause bei ihrer Gastfamilie war, klingelten immer wieder kleine Halloween-Gespenster. Doch eines ist für Janina klar: „Karneval ist noch schöner als Halloween!“

Und auch Merit, die bei ihrer Gastfamilie in Guelph lebt, hat das gruselige Fest genossen. Schon Wochen vor Halloween begann ihre Familie das Haus zu dekorieren. Außerdem wurde für den Abend eine Party geplant und es sollte viele Horrorfilme geben. „Meine Gastfamilie liebt Halloween“, erklärt die 15-Jährige. „Ich hatte schon ein wenig Angst vor dem Tag, denn so habe ich das noch nie erlebt.“ Bei jedem Besuch der örtlichen Mall stürmten die Familienmitglieder den Halloween-Store, dort gab es alles rund um das gruselige Fest: bewegliche Puppen, Dekomaterial, Lichterketten und vieles Mehr. „Schreckhafte Leute wie mich kann man mit diesen Puppen ganz schön ärgern“, lacht Merit. „Meine Gastschwestern haben das natürlich immer voll ausgenutzt, bis ich aus dem Laden gerannt bin.“

 

Als der große Tag dann gekommen war, war Merits Angst wie weggeblasen: „Es war ziemlich cool, da Halloween in Kanada viel mehr gefeiert wird als bei uns“, erklärt sie. „In der Schule waren fast alle verkleidet und in der Mittagspause gab es Spiele und wir konnten sogar mit Torten auf unsere Lehrer werfen.“ Nach der Schule ging es nach Hause und abends hatte Merit dann „Türdienst“ und verteilte jede Menge Süßigkeiten. Nach einer Stunde zog sie dann aber auch selbst noch einmal um die Häuser. „Wir haben so viele Süßigkeiten bekommen und alle Häuser waren toll dekoriert, manche auch richtig als Schreckenshäuser – eine Garage war zum Beispiel mit Planen verhängt und alles war voll mit Kunstblut“, beschreibt Merit. „Danach ging es heim zum Horrorfilm schauen. Es war eine total lustige Zeit und es kam mir vor als sei Halloween hier fast wichtiger als Weihnachten.“

Wie es für Merit und Janina und die anderen Gastschüler von Breidenbach Education in Kanada weitergeht, erfahrt ihr hier auf dem Kanadablog. 

Alles neu, alles anders – alles wunderbar

Merit und ihr erster Monat in Guelph

Nur acht Stunden Flug und trotzdem war plötzlich alles ganz anders – der Alltag, die Schule, das „Zuhause“ der 15-jährigen Merit aus der Nähe von Frankfurt änderten sich, als sie zu ihrer Gastfamilie in Guelph (Ontario) kommt. Doch die Neuerungen sind durchweg positiv: „Natürlich habe ich am Anfang etwas Zeit gebraucht, um anzukommen, aber dann habe ich mich schon bald richtig gut eingelebt“, erinnert sich die Gastschülerin. „Die Zeit mit meiner Gastfamilie ist wunderbar! Ich erlebe so gerne etwas mit allen zusammen – selbst das gemeinsame Essen ist einfach schön. Wir lachen viel und das macht einfach am meisten Spaß.“ 

Auslandsjahr Ontario Guelph
Merit in Guelph

Merit wohnt mit ihrer Gastfamilie in Guelph, einer Stadt mit rund 120.000 Einwohnern im Südwesten Ontarios. „Die Stadt ist recht groß und weitläufig“, findet Merit. „Viele schöne Parks motivieren die 15-Jährige Sport zu treiben und auch ihr Zuhause gefällt ihr: „Unser Haus ist sehr schön, es ist mit einem Mix aus modernen Möbeln und Holz eingerichtet – das sieht sehr gut aus. Und im Garten wächst Gemüse.“

 

Fünf neue Familienmitglieder hat Merit nun in Kanada: Die Gasteltern Lora und Carlos sowie ihre Gastschwestern Merias (16), Elysse (15) und Leila (7). „Merias geht auf meine Schule, das ist super“, freut sich Merit. „Sie hilft mir, wenn ich etwas nicht verstehe.“ Die beiden jüngeren Gastschwestern gehen auf andere Schulen, doch auch mit ihnen versteht sich Merit ausgezeichnet. Gemeinsam besuchen sie oft Linn, eine Freundin der Familie: „Sie hat einen Pool im Garten, da schwimmen wir natürlich, wenn es das Wetter zulässt. Bei schlechtem Wetter können wir bei Linn Filme schauen – sie hat einen riesigen Fernseher mit einer tollen Soundanlage.“ 

 

Und Merit erlebt noch mehr mit ihrer Gastfamilie: „Einmal sind wir nach Toronto gefahren und waren dort in einem Park am Lake Ontario“, erinnert sie sich „Meistens unternehmen wir etwas mit der ganzen Familie, wir besuchen die Großeltern oder Cousins und Cousinen. Da wird es mir ganz bestimmt nie langweilig.“ Nur ganz am Anfang war es für die 15-Jährige auch mal schwierig: „Es war nicht mal das Englisch, sondern ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, bis ich Routine in meinen Alltag bekommen habe“, erklärt sie. „In den ersten Wochen hatte ich jeden Tag so viel zu tun, man lernt so viele neue Leute kennen und muss alles irgendwie im Kopf ordnen. Dabei dann auch noch ans Wäsche waschen und bügeln zu denken, fällt schwer. “ Auch Fachbegriffe muss Merit sich erst einmal aneignen: „Begriffe fürs Wurzelrechnen oder die Elemente in Chemie habe ich bisher aber weder gelernt noch gebraucht“, lacht sie. 

Obwohl ihre Gastschwester Merias ihr alles mehrmals zeigt, braucht Merit natürlich eine Weile, bis sie sich in ihrer Highschool auskennt. „Zum Glück haben wir nur vier Fächer am Tag und auch jeden Tag die gleichen, da muss ich mir nur vier unterschiedliche Räume merken“, verrät sie. „Und außerdem sind meine Mitschüler und die Lehrer total freundlich und hilfsbereit.“ Guelph als Stadt mit vielen internationalen Gastschülern ist auf die Neuankömmlinge vorbereitet: Eine eigene Lehrerin ist für die Gastschüler da und berät bei Kurswechseln oder anderen Fragen. „Andererseits machen es die vielen Internationals auch schwerer, kanadische Freunde zu finden.“ Während in diesem Halbjahr Mathe und Chemie auf dem Stundenplan stehen, wird Merit im kommenden Semester „Food and Nutrition“ und „Outdoor-Ecudation“ erlernen. „Klar ist Mathe oder Chemie nicht so spannend – ich wollte aber durch mein Auslandsjahr nicht später in der Schule so sehr hinterherhinken“, erklärt sie. „Und so habe ich mir die aufregenden Sachen für den Schluss aufgehoben – ich bin schon sehr gespannt.“ 

Merit hat ein ausgefallenes Hobby, das sie auch in Kanada weiterführt: „Das Synchronschwimmen liegt mir echt am Herzen und so hat Breidenbach Education es mir ermöglicht, dass ich auch hier weiter trainieren kann“, freut sich die 15-Jährige. „Vier Mal die Woche besuche ich einen Verein und werde auch mit dem Team auf Wettkämpfe gehen.“ Beim Synchronschwimmen bewegen sich die Schwimmer sowohl synchron zu abgespielter Musik als auch zueinander. Was beim Zuschauen so einfach aussieht, verlangt den Sportlern viel ab: Für eine gelungene Kür muss Merit beweglich sein und unter Wasser ohne Luft zu holen viel Kraft aufbringen, außerdem braucht sie natürlich rhythmisches Musikgefühl.

 

Wie es für Merit in Guelph weitergeht und ob ihr das Synchronschwimmen auch in Kanada so gut gefällt, das gibt es bald hier auf dem Kanadablog zu lesen.